Bachelorarbeit, 2013
67 Seiten, Note: 11
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Ausgangslage
2.1 Der türkische Nationalismus und die Minderheitenpolitik in der Türkei nach dem 1. Weltkrieg
3. Die EWG/EU-Beitrittsbestrebungen der Türkei
3.1 Das Ankara-Abkommen
3.2 Die Beitrittsverhandlungen während der Rezession
3.3 Die EG stellt neue Beitrittsanforderungen an die Türkei
3.4 Die Vollendung der Zollunion
3.5 Der Beginn der Beitrittsverhandlungen
4. Die armenische Frage und die türkischen EU-Beitrittsbestrebungen
4.1 Auswirkungen des Konfliktes um Berg-Karabach
4.2 Die Kopenhagener Kriterien
4.3 Die Resolutionsproblematik
4.4 Die Fortschrittsberichte der EU-Kommission zur Türkei
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der armenischen Frage und der damit einhergehenden Minderheitenpolitik auf die langjährigen Beitrittsbestrebungen der Türkei zur Europäischen Union. Dabei wird analysiert, inwieweit die Anerkennung des Genozids an den Armeniern zu einer zentralen politischen Bedingung für den Beitrittsprozess geworden ist.
1. Einleitung
Der türkische EU-Beitritt wird in vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Union seit dem Beginn der Verhandlungen kontrovers diskutiert. Die Türkei versucht seit 1963, in die Europäische Staatengemeinschaft einzutreten. Bisher ist es ihr allerdings nur gelungen, von der EU als Beitrittskandidat eingestuft zu werden und Beitrittsverhandlungen mit ihr zu eröffnen. Im Rahmen der Beitrittsgespräche zwischen der Türkei und der EU sollte eigentlich am 26.06.2013 das Kapitel der „Regionalpolitik“ eingeleitet werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden bereits 13 von 35 sogenannten Kapiteln in den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eröffnet. Eine Reihe von Bereichen wurde dabei jedoch aufgrund des schwierigen Verhältnisses der Türkei zu Zypern ausgeklammert.
Ein weiteres, unabgeschlossenes Thema hinsichtlich freier Meinungsäußerung, Menschenrechte und Minderheitenpolitik ist die armenische Frage, deren öffentliche Diskussion in der Türkei weiterhin verboten ist. Ursprung der armenische Frage sind dabei die von den Jungtürken durchgeführten Deportationen und Massaker zwischen 1915-1917 im Osmanischen Reich, bei denen bis zu 1, 5 Mio. Armenier ums Leben gekommen sind. Am 24. April 2015 jähren sich Ereignisse des Jahres 1915 zum 100. Mal. Bis heute weigert sich die Türkei als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches, Verantwortung für diese Geschehnisse zu übernehmen.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den aktuellen Stand der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und führt die Problematik der armenischen Frage als zentrales, bisher unabgeschlossenes Thema ein.
2. Ausgangslage: Dieses Kapitel erläutert die historische Situation der Armenier im Osmanischen Reich sowie die Entstehung des türkischen Nationalismus und die daraus resultierende Minderheitenpolitik nach dem Ersten Weltkrieg.
3. Die EWG/EU-Beitrittsbestrebungen der Türkei: Hier wird der historische Verlauf der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und der EWG seit 1959 sowie die Entwicklung des Assoziationsstatus bis hin zum Beginn der Beitrittsverhandlungen nachgezeichnet.
4. Die armenische Frage und die türkischen EU-Beitrittsbestrebungen: Dieses Kapitel analysiert, wie die armenische Frage und die damit verbundenen Menschenrechtsaspekte die Beitrittsverhandlungen beeinflussen, unter anderem durch internationale Resolutionen und EU-Fortschrittsberichte.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die armenische Frage zu einem Kernelement für den Beitrittsprozess geworden ist, da sie eng mit den geforderten politischen Reformen und der Einhaltung von Menschenrechten verknüpft ist.
Türkei, Europäische Union, Armenische Frage, Genozid, Minderheitenpolitik, Beitrittsverhandlungen, Kopenhagener Kriterien, Völkermord, Artikel 301, Menschenrechte, Zollunion, Historische Aufarbeitung, Außenpolitik, Nationalismus, Europaparlament
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die armenische Frage und die Minderheitenpolitik der Türkei auf deren Bestrebungen zum Beitritt in die Europäische Union haben.
Die Arbeit behandelt die historischen Hintergründe der armenischen Frage, die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sowie die Rolle internationaler Resolutionen und Fortschrittsberichte.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern die armenische Frage die Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU beeinflusst hat und weiterhin beeinflusst.
Die Arbeit basiert im Wesentlichen auf einer tiefgehenden Analyse englisch- und deutschsprachiger Literatur sowie der Untersuchung offizieller EU-Verträge und Resolutionen des Europaparlaments.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Ausgangslage, den Beziehungsverlauf zwischen der Türkei und der EU/EWG sowie die detaillierte Untersuchung der armenischen Frage im Kontext der politischen Beitrittskriterien.
Zentrale Begriffe sind EU-Beitritt, armenische Frage, Völkermord-Anerkennung, Minderheitenrechte, Kopenhagener Kriterien und türkischer Nationalismus.
Die EU betrachtet die Anerkennung des Völkermords und die Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere im Kontext der Minderheiten, als wesentliche Voraussetzungen für den Beitrittsprozess.
Die offizielle türkische Politik lehnt die Anerkennung des Völkermords kategorisch ab und bewertet entsprechende Forderungen aus dem Ausland häufig als Einmischung in innere Angelegenheiten.
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