Examensarbeit, 2007
73 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Zur aktuellen Situation – Kindheit im Wandel
2.1 Die Veränderung der Familienstruktur
2.2 Veränderungen des Bewegungsraumes
2.3 Moderne Medien und Kindheit
2.3.1 Kindheit und Fernsehkonsum
2.3.2 Generation Internet: Der Computer als neues Freizeitgestaltungsmittel
2.4 Aktueller Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen: Die KiGGS-Studie
2.4.1 Ernährung
2.4.2 Übergewicht und Adipositas
2.4.3 Sport und Bewegung
2.5 Folgen der veränderten Kindheit
3 Die Gesunde Schule
3.1 Zum Gesundheitsbegriff
3.1.1 Das salutogenetische Gesundheitsverständnis nach Antonovsky
3.1.2 Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung in der Schule
3.2 Die Gesunde Schule
3.2.1 Die Gute Gesunde Schule
4 Möglichkeiten der Bewegungsförderung in der Gesunden Schule
4.1 Zum Begriff Bewegung
4.2 Bewegungsförderung in der Gesunden Schule – Begründungsmuster
4.3 Der infrastrukturelle Rahmen
4.3.1 Die Gestaltung des Klassenraumes
4.3.2 Ausstattung von Schulgebäude und Pausenhof
4.4 Bewegungsmöglichkeiten im Schulalltag
4.4.1 Deutschunterricht
4.4.2 Mathematikunterricht
4.4.3 Musikunterricht
4.4.4 Sportunterricht
4.4.5 Rhythmisierung des Schulalltages
4.4.6 Bewegte Pausen
4.5 Schulaktionen für ein bewegteres Leben
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht den Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen und entwickelt Konzepte für eine Bewegungsförderung im Kontext einer "Gesunden Schule", um die körperliche und psychische Entwicklung der Schüler ganzheitlich zu unterstützen.
2.3.2 Generation Internet: Der Computer als neues Freizeitgestaltungsmittel
Neben der Beeinflussung der Kinder durch das tägliche Fernsehprogramm nimmt ein anderes Medium an Bedeutung zu, der Computer. Seit den frühen 1980er Jahren haben sich Computerspiele im Alltag von Kindern zunehmend etabliert. Heute nutzen 82% der Zwölf- bis Neunzehnjährigen täglich den Computer als Kommunikations-, Informations- und Spielmedium (vgl. Rolff/Zimmermann, 2001:155ff). Diese komplexen Nutzungsmöglichkeiten können die kindliche Lebenswelt erweitern, bergen jedoch eine Vielzahl an Gefahren. Zu nennen sind hier der unbegrenzte Konsum nicht kindgerechter Informationen sowie ein drohendes Suchtpotential durch Spiele. Etwa 800.000 der über zehnjährigen Kinder drohen in eine Computerspielsucht zu verfallen. Aufgrund elterlichen Unwissens, Desinteresses und Überforderung bleibt den Erziehenden das Gefahrenpotential unbekannt (vgl. Gattenburg, 2007:44ff).
Der Computer steht als zunächst „aktiv“ beeinflussbares Medium da, der nur ein passives Konsumieren erlaubt, gegenüber. Kinder können aktiv in das Geschehen eines Computerspiels eingreifen, d.h. sich durch virtuelle Welten kämpfen und eigene Lebensräume kreieren. Hierdurch wird ein Spannungszustand erzeugt, der beliebig wiederholbar ist und der nach einem gewonnenen Spiel Befriedigung erzeugt bzw. nach einem verlorenen den Ehrgeiz erweckt, die virtuelle Herausforderung bezwingen. Das vermeintlich „aktive“ Tun baut nicht wie bei sportlicher Betätigung die überschüssige Energie und Spannung der Kinder ab, sondern bewirkt vielmehr einen inneren „Spannungsstau“, emotionalen Stress. Diese Art der Aktivität wirkt daher nicht befreiend, sondern beklemmend (vgl. Zimmer, 1997b:24f). Warum aber lesen Kinder nicht ein Buch, indem Spannung erzeugt und Fantasielebewesen bekämpft werden? Die Antwort liegt auf der Hand: Das Lesen fordert dem Kind zum einen eine gewisse Anstrengung und Geduld ab, um die Geschichte mit ihren Handlungssträngen zu verstehen. Zum anderen besteht keine Möglichkeit, das Geschehen durch den „verlängerten Arm“ live zu beeinflussen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Bewegungsmangels im Kindesalter ein und definiert die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Zur aktuellen Situation – Kindheit im Wandel: Das Kapitel analysiert gesellschaftliche, familiäre und mediale Veränderungen, die zu einer "veränderten Kindheit" und eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten führen.
3 Die Gesunde Schule: Hier wird der theoretische Rahmen der "Gesunden Schule" unter Einbeziehung des Salutogenese-Modells und der Ottawa-Charta sowie deren organisatorische Implementierung erörtert.
4 Möglichkeiten der Bewegungsförderung in der Gesunden Schule: Dieses Kapitel stellt praktische Begründungsmuster und konkrete Maßnahmen für einen bewegungsfreudigen Schulalltag, vom Klassenraum bis zum Fachunterricht, vor.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an ein allmähliches Umdenken hin zu ganzheitlich bewegten Lebens- und Lernwelten für Kinder.
Bewegungsförderung, Gesunde Schule, Kindheit im Wandel, KiGGS-Studie, Bewegungsmangel, Salutogenese, Schulentwicklung, Sportunterricht, Rhythmisierung, Bewegte Pausen, Medienkonsum, Gesundheit, Schulalltag, motorische Fähigkeiten, Empowerment.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des zunehmenden Bewegungsmangels bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie Schulen durch das Konzept der "Gesunden Schule" eine bewegungsfördernde Umgebung schaffen können.
Die zentralen Themen sind der gesellschaftliche Wandel der Kindheit, der Gesundheitszustand von Kindern (auf Basis der KiGGS-Studie), Konzepte der Gesundheitsförderung in Schulen sowie praktische Ansätze zur Bewegungsgestaltung im Schulalltag.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule als Lebensraum gestaltet werden muss, damit sie den Bewegungsmangel kompensieren und zur gesunden Entwicklung von Kindern beitragen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer und psychologischer Studien sowie auf die Auswertung repräsentativer Gesundheitsdaten (KiGGS-Studie), um theoretische Begründungsmuster abzuleiten.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der "Gesunden Schule", die Analyse der "veränderten Kindheit" durch Medien und veränderte Lebensräume sowie konkrete methodische Umsetzungsmöglichkeiten für Bewegung im Unterricht und in Pausen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Bewegungsförderung, Gesunde Schule, Salutogenese, Schulentwicklung und Bewegungsmangel charakterisiert.
Die KiGGS-Studie liefert die empirische Basis, um den aktuellen Gesundheitszustand, einschließlich der Ernährungsgewohnheiten und motorischen Leistungsfähigkeiten, objektiv zu belegen und daraus Handlungsbedarfe für Schulen abzuleiten.
Die Arbeit argumentiert, dass der Bewegungsmangel so tief in der kindlichen Lebenswelt verankert ist, dass er durch den begrenzten Zeitumfang des Sportunterrichts allein nicht gelöst werden kann; daher muss Bewegung zu einem festen Bestandteil des gesamten Schulalltags werden.
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