Examensarbeit, 2012
77 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Cornelius Loos – sein Leben und Wirken im zeitgenössischen Kontext
2.1 Werdegang bis zu seiner Tätigkeit in Trier
2.2 Exkurs: Hexenverfolgung in Trier
2.2.1 Verlauf
2.2.2 Ursächliche Faktoren
2.2.3 Hauptverantwortliche Personen: Johann VII von Schönenberg und Petrus Binsfeld
2.2.4 Spektakuläre Trierer Hexenprozesse dieser Zeit
2.3 Exkurs: Zeitzeuge Martin Del Rio
2.4 Loos’ Aktivität gegen Hexenverfolgungen
2.5 Lebensende
3. De vera et falsa (ficta) magia
3.1 Aufbau
3.1.1 Das Vorwort
3.1.2 Das erstes Buch
3.1.3 Das zweite Buch
3.1.4 Der Index und das dritte und vierte Buch
3.2 Die Argumentation
3.2.1 Dämonologie
3.2.1.1 Bejahung der traditionellen Dämonologie
3.2.1.2 Definition und Differenzierung von magia und maleficia
3.2.1.2.1 vera magia
3.2.1.2.2 falsa magia
3.2.1.2.3 maleficium
3.2.1.2.3.1 maleficium als natürliches Übel
3.2.1.2.3.2 maleficium als echter Schadenszauber
3.2.1.2.3.3 Exkurs: maleficus in Exodus 22
3.2.1.2.3.4 maleficium als magia ficta
3.2.1.2.3.5 Häresie als maleficium
3.2.1.3 Erscheinungsweisen und Wirken der Dämonen
3.2.1.3.1 Das Wesen der Dämonen
3.2.1.3.2 Die Wirkmacht der Dämonen
3.2.1.3.3 Die Erscheinungsweise der Dämonen
3.2.1.3.4 Die Taten, die Menschen mit Hilfe der Dämonen vollbringen können
3.2.1.4 Teufelspakt
3.2.1.4.1 Binsfelds Lehre vom Teufelspakt
3.2.1.4.2 Die Einwände von Cornelius Loos
3.2.2 Weitere Einwände gegen Hexenverfolgung
3.2.2.1 Wahrheitsgehalt der Aussagen in Hexereiprozessen
3.2.2.2 Vorwurf unlauterer Motive der Hexenverfolger
3.2.2.3. Bessern statt Strafen
3.2.3 Eigentümlichkeiten der Argumentation
4 Fazit
Diese Arbeit untersucht das Wirken des katholischen Theologen Cornelius Loos, der im späten 16. Jahrhundert im Erzbistum Trier gegen den grassierenden Hexenwahn und die damit verbundene, von Petrus Binsfeld propagierte Dämonologie argumentierte. Das primäre Ziel ist es, Loos' theologische Argumentationsstruktur gegen die Hexenverfolgung offenzulegen, sein daraus resultierendes Schicksal zu analysieren und seine historische Relevanz in der Entwicklung der Hexenprozesskritik zu bewerten.
3.2.1.4.1 Binsfelds Lehre vom Teufelspakt
Der Volksglaube wie auch die Dämonologie der damaligen Zeit gehen davon aus, dass jeglicher Schadenszauber auf einem Zusammenwirken von Mensch und Dämon begründet sei. Dieses Zusammenwirken werde ähnlich einem juristischen Vertrag mit einem Pakt zwischen Mensch und Teufel beschlossen. Binsfeld drückt es so aus:
„Alle Werck der Zauberer und Hexen erlangen ihren Effect auß einem offentlichem und außgedrucktem oder heimlichem Bundt mit dem Teuffel / also daß der Zauberer wenn er etwas außrichten wil / entweder mit außgedruckten Worten oder verborgener Weiß den Teuffel umb hüllf anruffet / daß er auß Krafft deß Bundes ihm zuspringe.“
Ein Teufelspakt konnte also sowohl explizit (pactum explicitum/pactum expressum) durch Worte, Gebärden, Schriftstücke als auch stillschweigend (pactum tacitum) geschlossen werden. In der eben zitierten Passage lässt sich außerdem erkennen, dass es nach Binsfelds Meinung letztlich des Menschen Wille sei, zu schädigen, und dass dieser deshalb den Teufel um Hilfe bitte.
1 Einleitung: Einführung in die historische Situation der Hexenverfolgung in Trier und Vorstellung der Person Cornelius Loos sowie der Quellenlage.
2 Cornelius Loos – sein Leben und Wirken im zeitgenössischen Kontext: Biografische Darstellung von Loos, seine Ausbildung und seine spätere Tätigkeit, eingebettet in das Umfeld der Trierer Hexenprozesse und seiner Gegenspieler.
3. De vera et falsa (ficta) magia: Detaillierte Analyse des Werkes von Loos, seines Aufbaus, seiner theologischen Argumentation gegen den Teufelspakt und seiner methodischen Ansätze.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Erfolgs von Loos' Kritik und seine Bedeutung als Vorläufer einer immanenten Prozesskritik.
Cornelius Loos, Petrus Binsfeld, Hexenverfolgung, Trierer Hexenprozesse, Dämonologie, Teufelspakt, Magia naturalis, Hexenhammer, Folter, Prozesskritik, Martin Del Rio, Humanismus, Scholastik, Aberglaube, Hexenwahn.
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und dem theologischen Kampf des katholischen Theologen Cornelius Loos gegen die intensive Hexenverfolgung im Trier des späten 16. Jahrhunderts.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit der Dämonologie von Petrus Binsfeld, die methodische Widerlegung des Teufelspakt-Glaubens und die Kritik an der juristischen Praxis der Hexenprozesse durch Loos.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie Loos theologisch gegen die Hexenverfolgung argumentierte, welches persönliche Schicksal er durch diesen Widerstand erlitt und welchen Stellenwert seine Argumente in der Hexenproblematik hatten.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die den Traktat „De vera et falsa magia“ sowie zeitgenössische Quellen, Briefe und Sekundärliteratur auswertet, um die Argumentationslogik von Loos zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung von Loos' Leben, eine Analyse der dämonologischen Argumente von Loos im Vergleich zu Binsfeld (Teufelspakt, Definition von Magie) sowie eine Betrachtung der juristischen und psychologischen Kritik an den Prozessen.
Begriffe wie Teufelspakt, Hexenwahn, Dämonologie, humanistische Kritik, Folter und juristische Instrumentalisierung sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Flade war ein prominenter Jurist in Trier, der trotz seiner eigenen richterlichen Tätigkeit als Hexe verurteilt wurde; dieser Fall illustriert für Loos exemplarisch die Willkür der damaligen "Wahnjustiz".
Loos argumentiert stark antischolastisch, nutzt verstärkt humanistische Quellen und patristische Lehren (Augustinus), um den Hexenglauben als Aberglauben und Hirngespinst zu entlarven, statt ihn auf scholastische Art zu festigen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Loos zwar die Hexenlehre theologisch geschickt untergrub, aber die Hexenverfolgung nicht stoppen konnte, da er seiner Zeit gedanklich voraus war und die Machtstrukturen der Verfolger zu stark waren.
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