Diplomarbeit, 2010
146 Seiten, Note: Sehr gut mit Auszeichnung
1 Einleitung
1.1 Aufbau dieser Arbeit
I Theorie
2 Lebenslagen im Alter
2.1 Alter und Altern
2.2 Alter und Handeln
2.3 Aktuelle Zahlen: Eine alternde Bevölkerung
2.4 Zukünftige Herausforderungen
2.5 Singularisierung des Alters
2.6 Individuelle Entwicklung der Lebensführung im Alter
2.6.1 Entwicklungspsychologie der Lebensspanne
2.6.2 Sozialökologie des Alterns
2.6.3 Soziale Bedingungen und Netzwerke
2.6.4 Lebenslaufforschung
2.7 Lebensqualität und Bewältigung
3 Bewältigung (Coping)
3.1 Modelle der Bewältigung
3.1.1 Psychoanalytische Bewältigungstheorien
3.1.2 Theorien der sozialen Vergleiche
3.1.3 Das SOK-Modell von Baltes und Baltes
3.1.4 Die kognitiv-transaktionale Bewältigungstheorie
3.1.5 AAI-Modell von Brandtstädter
3.1.6 Die Theorie der sozialen Produktionsfunktionen
3.2 Bewältigung von Pflegebedürftigkeit
3.3 Bewältigungsstile
3.4 Ressourcen der Bewältigung
3.4.1 Psychologie: Personale Ressourcen
3.4.1.1 Kohärenzsinn
3.4.1.2 Gesundheitsbezogene Kontrollüberzeugung
3.4.1.3 Selbstwirksamkeit
3.4.2 Soziologie: Ressourcen oder Kapital
3.5 Die Wirksamkeit von Bewältigungsstrategien
4 Geschlechterunterschiede
4.1 „Gendern“
4.2 Persönlichkeit, Emotionen und subjektives Wohlbefinden
4.3 Feminisierung des Alters
4.3.1 Lebenslage heute alter Frauen
4.3.2 Weibliches Altern
4.4 Männer in späteren Lebensjahren
II Stand der Forschung
5 Überblick über die ausgewählten Studien
5.1 The role of coping resources on change in well-being during persistent health decline (2009)
5.2 Starting with lives: Supporting older people’s strategies and ways of coping (2007)
5.3 Percieved social support, hassles, and coping among the elderly (2006)
5.4 Older adult's coping with negative life events: common processes of managing health, interpersonal, and financial/work stressors (2006)
5.5 Intentions and strategies among elderly people: Coping in everyday life (2005)
5.6 The Joint Effects of Stress, Coping, and Coping Resources on Depressive symptoms in the elderly (2002)
5.7 Age differences in stress, coping, and appraisal: findings from the normative aging study (1996)
5.8 Perceived stressful situations utilized by the elderly (1987)
5.9 Sex differences in stress, coping resources and illness among the elderly (1983)
5.10 Weitere Studien
III Empirie
6 Das Projekt Neighbourhood
6.1 Erhebung
6.2 Sample
7 Forschungsdesign
7.1 Fragestellung und Forschungsziel
7.2 Samplebeschreibung
7.2.1 Kurzbeschreibung der InterviewpartnerInnen
7.2.2 Grenzen der Daten
7.3 Sekundäranalyse qualitativer Interviews
7.4 Die Methodologie der Grounded Theory
7.5 Wahl der Auswertungsmethode
7.6 Theoretische Sensibilität
7.7 Grounded Theory und die Verwendung von Literatur
7.8 Methodisches Vorgehen
7.8.1 Vorselektion
7.9 Textauswahl, Datenanalyse und Kodierverfahren
7.9.1 Offenes Kodieren
7.9.2 Axiales Kodieren
7.9.3 Selektives Kodieren
7.10 Methodisches Schema der vorliegenden Arbeit
7.11 Gütekriterien qualitativer Forschung
8 Ergebnispräsentation
8.1 Darstellung des Modells der männlichen, distanzierten Bewältigung
8.2 Darstellung des Modells der weiblichen, offenen Bewältigung
8.3 Beantwortung der Forschungsfrage
9 Diskussion
9.1 Bewältigungsunterschiede und -gemeinsamkeiten von Mann und Frau
9.2 Bewältigungsstile
9.3 Diskussion mit theoretischen Modellen der Bewältigung
9.4 Diskussion mit weiteren Aspekten der Literaturarbeit im Gender-Blick
9.5 Diskussion mit dem aktuellen Forschungsstand
9.6 Relevanz der Ergebnisse und Methodenkritik
9.6.1 Abschluss der Forschung
10 Conclusio und finale Perspektiven
Die Arbeit untersucht, wie alleinlebende, hilfe- und pflegebedürftige ältere Menschen ihr Leben bewältigen, wobei ein besonderer Fokus auf geschlechtsspezifischen Unterschieden und der Entwicklung theoretischer Bewältigungsmodelle mittels Grounded Theory liegt.
Die kognitiv-transaktionale Bewältigungstheorie
Die laut Wentura et al. (2002, 106-107) am meisten beachtete Bewältigungstheorie wurde von Richard S. Lazarus und Susan Folkman entwickelt. Zentraler Gedanke sei: „…dass die Verarbeitung einer Bedrohung oder Belastung ein kognitiv vermittelter Prozess ist.“ Lazarus (1990, 90) definiert Bewältigung folgendermaßen: “Constantly changing cognitive and behavioural efforts to manage specific external and/or internal demands that are appraised as taxing or exceeding the resources of the person”. Er beschreibt Coping als dynamischen, komplexen Vorgang, der mit zunehmendem Alter reift und immer differenzierter wird (Seiffge-Krenke 2002, 894). Kaluza (2003, 348) erklärt hierzu: „In seinem transaktionalen Stressmodell geht Lazarus davon aus, dass Personen den Stressoren in ihrer Umwelt nicht passiv ausgesetzt sind, sondern dass sie sich zu gegebenen Anforderungen selbst aktiv ins Verhältnis setzen.“
Bewältigung wird von Lazarus und Folkman (2008, 141) als der kognitive und verhaltensmäßige Versuch der Anstrengung verstanden, die dazu dient, äußere oder innere Anforderungen zu meistern, die von der betreffenden Person als die eigenen Kräfte übersteigend eingeschätzt werden. Wenn also ein subjektiv perzipiertes Ungleichgewicht zwischen situativen Anforderungen und Reaktionskapazitäten, also Stress im transaktionalen Verständnis vorliegt, so aktiviert die Person die ihr zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien, um der antizipierten Bedrohung zu entgehen, den eingetretenen Schaden oder Verlust zu überwinden bzw. die Herausforderung zu meistern, kurz: dem Stress gewachsen zu sein (Kaluza 2003, 349).
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz des Themas Bewältigung bei alleinlebenden pflegebedürftigen Älteren und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Lebenslagen im Alter: Dieses Kapitel behandelt theoretische Grundlagen über das Altern, demographische Entwicklungen und die Bedeutung der Lebensführung im Alter.
3 Bewältigung (Coping): Hier werden verschiedene psychologische und soziologische Theorien zur Bewältigung von Krisen und Stressoren im Alter vorgestellt.
4 Geschlechterunterschiede: Dieses Kapitel diskutiert die theoretische Relevanz der Gender-Perspektive bei der Untersuchung von Alterns- und Bewältigungsprozessen.
5 Überblick über die ausgewählten Studien: Dieser Abschnitt bietet einen kritischen Forschungsstand durch die Analyse internationaler Studien zu Coping im Alter.
6 Das Projekt Neighbourhood: Es wird der empirische Rahmen durch die Vorstellung des Projekts Neighbourhood und die verwendete Erhebungsmethode geschaffen.
7 Forschungsdesign: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere die Anwendung der Grounded Theory und die Kriterien der Datenauswahl.
8 Ergebnispräsentation: Hier werden die durch die Sekundäranalyse entwickelten Modelle der männlichen, distanzierten und weiblichen, offenen Bewältigung präsentiert.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, mit den theoretischen Modellen verknüpft und auf ihre Relevanz im aktuellen Forschungsstand geprüft.
10 Conclusio und finale Perspektiven: Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und weist auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Alter, Altern, Lebenslagen, Bewältigung, Coping, Geschlecht, Gender, alleinlebende Ältere, Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, Grounded Theory, Lebensqualität, soziale Ressourcen, personale Ressourcen, Kontrolle
Die Diplomarbeit untersucht die individuellen Bewältigungsstrategien von alleinlebenden, hilfe- und pflegebedürftigen älteren Menschen, wobei der Fokus explizit auf den Unterschieden zwischen Männern und Frauen liegt.
Zentrale Themenfelder sind die Lebenslagen im Alter, die verschiedenen Coping-Theorien und -Modelle, die Kategorie Gender sowie der Stand der internationalen Forschung zu Bewältigungsprozessen bei älteren pflegebedürftigen Menschen.
Das Ziel ist es, die individuellen Reaktionen und Umgangsweisen älterer Männer und Frauen mit ihrer Pflegebedürftigkeit empirisch zu beschreiben, zu systematisieren und in Form von theoretischen Modellen zu verankern.
Die Autorin nutzt die Methodologie der Grounded Theory zur Durchführung einer Sekundäranalyse qualitativer Interviews aus dem Forschungsprojekt „Neighbourhood“.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Theorie, Forschungstand) dargelegt, gefolgt vom empirischen Teil, in dem die entwickelten Modelle der „distanzierten“ (männlichen) und „offenen“ (weiblichen) Bewältigung präsentiert und diskutiert werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Alter, Bewältigung, Gender, Pflegebedürftigkeit, Grounded Theory und individuelle Ressourcen.
Männer nutzen eher ein „distanziertes“ Modell, das von Kontrolle, Skepsis gegenüber Institutionen und Unabhängigkeitsstreben geprägt ist, während Frauen ein „offenes“ Modell zeigen, das stärker auf sozialen Netzwerken, Kommunikation und pragmatischer Annahme von Hilfe basiert.
Das SOK-Modell (Selektion, Optimierung und Kompensation) dient als theoretisches Erklärungsmodell, um zu verstehen, wie ältere Menschen ihre schwindenden Ressourcen einsetzen, um trotz Einschränkungen Lebensqualität zu erhalten.
Soziales Kapital erweist sich vor allem für Frauen als zentraler Schutzfaktor, der eine offenere und vernetztere Bewältigung von Lebenskrisen ermöglicht, während Männer eher dazu neigen, sich auf ihr kulturelles Kapital oder individuelle Strategien zu stützen.
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