Doktorarbeit / Dissertation, 2013
172 Seiten, Note: 1
1. VORWORT
2. THEMATIK UND ZIELSETZUNG
3. QUELLENLAGE, FORSCHUNGSSTAND UND BISHERIGE PUBLIKATIONEN
4. DAS TOPOGRAPHISCHE UMFELD VON SCHLOSS PRUGG
5. DIE HISTORISCHEN ANFÄNGE DER STADT BRUCK AN DER LEITHA
6. DER AKTUELLE BAUBESTAND VON SCHLOSS PRUGG
7. DIE ARCHITEKTUR VON SCHLOSS PRUGG IM WANDEL DER ZEIT
7.1. Die mittelalterliche Burganlage
7.1.1. Baubeschreibung
7.1.1.1. Die Gesamtanlage
7.1.1.2. Der „Heidenturm“
7.1.1.3. Der „Kapellenturm“
7.1.1.4. Der Palas
7.1.2. Zur Datierung des Baubeginns von Schloss Prugg
7.1.2.1. Die Burg im Kontext der Stadtanlage von Bruck an der Leitha
7.1.2.2. Der (ursprünglich geplante) Kastelltypus
7.1.2.3. Architekturdetails der mittelalterlichen Anlage von Schloss Prugg im Vergleich mit anderen Bauwerken aus der Ära der letzten Babenberger
7.1.2.4. Die Errichtung von Schloss Prugg im Lichte der landesfürstlichen Politik
7.1.2.5. Conclusio zur Frage der Datierung von Schloss Prugg
7.2. Die äußere Gestalt, Renovierungen und bauliche Veränderungen des Schlosses vor seiner Barockisierung
7.2.1. Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen im 16. Jahrhundert
7.2.2. Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen in der Zeit von 1625 bis zum Ende des 17. Jahrhunderts
7.2.3. Resümee: Hinweise zur äußeren Gestalt von Schloss Prugg im 16. und 17. Jahrhundert in historischen Dokumenten über Bau- und Handwerkerarbeiten
7.2.4. Historische Bildquellen zum Schloss Prugg vor seiner Barockisierung
7.3. Das barocke Schloss Prugg
7.3.1. Hochbarocke Repräsentationsarchitektur in Österreich
7.3.2. Der Umbau von Schloss Prugg zur barocken Anlage zu Beginn des 18. Jahrhunderts
7.3.2.1. Historische Dokumentation von Bau- und Handwerkerarbeiten
7.3.2.2. Informationen aus den Baualterplänen von A. Klaar
7.3.2.3. Historische Bildquellen zum „Barockschloss Prugg“
7.4. Das historistische Schloss Prugg
7.4.1. Zur historistischen Gestaltung von Schlössern in Österreich
7.4.2. Die historistische Umgestaltung von Schloss Prugg nach der Mitte des 19. Jahrhunderts
7.5. Zusammenfassende Übersicht der am Schloss Prugg durchgeführten baulichen Maßnahmen und Veränderungen von seiner Errichtung im Mittelalter bis zur historistischen Umgestaltung im 19. Jahrhundert
8. FUNKTIONEN UND BEDEUTUNG VON SCHLOSS PRUGG SOWIE DEREN VERÄNDERUNG VOM MITTELALTER BIS INS 19. JAHRHUNDERT
8.1. Im Dienst von Macht- und Herrschaftsstrategien
8.1.1. „Burgenpolitik“ im Allgemeinen
8.1.1.1. Der militärische Aspekt
8.1.1.2. Der symbolische Aspekt
8.1.1.3. Der materielle Aspekt
8.1.2. Aufgaben und Nutzen von Schloss Prugg im Rahmen der Politik seiner landesfürstlichen Eigentümer
8.1.2.1. Schloss Prugg als (herrschaftlicher) Symbolträger
8.1.2.2. Schloss Prugg als Wehranlage
8.1.2.3. Schloss Prugg als Wert- und Pfandobjekt
8.2. Die Burg als Verwaltungszentrum
8.4. Schloss Prugg als Wirtschaftsbetrieb
8.5. Nutzung als Wohnsitz und für repräsentative Zwecke
8.6. Zusammenfassung der Funktionen und Bedeutung von Schloss Prugg
9. RESÜMEE
10. ANHANG I: DIE SITUATION AN DER OSTGRENZE ÖSTERREICHS VOM 11. JAHRHUNDERT BIS ZUM ENDE DER KURUZZENAUFSTÄNDE IM JAHR 1711
10.1.1.1. Das Verhältnis zu Ungarn bis 1526
10.1.1.2. Die Zeit der Türkenkriege
10.1.1.3. Die Bedrohung durch die Kuruzzen zu Beginn des 18. Jahrhunderts
11. ANHANG II: DIE EIGENTÜMER VON SCHLOSS PRUGG, 1625-1884
12. BIBLIOGRAPHIE
13. ARCHIVALIEN UND GEDRUCKTE URKUNDENSAMMLUNGEN
13.1. Archivalien
13.2. Gedruckte Urkundensammlungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die bauliche Entwicklung von Schloss Prugg über mehrere Jahrhunderte hinweg, von seiner mittelalterlichen Entstehung als Kastellburg bis zur historistischen Umgestaltung im 19. Jahrhundert. Dabei wird der Wandel der Funktionen des Schlosses – von einem strategisch bedeutsamen Wehrbau zu einer repräsentativen Adelsresidenz – vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen detailliert analysiert und dokumentiert.
7.1.2.3. Architekturdetails der mittelalterlichen Anlage von Schloss Prugg im Vergleich mit anderen Bauwerken aus der Ära der letzten Babenberger
Eine vergleichende Betrachtung architektonischer Details ist für die ursprüngliche mittelalterliche Anlage von Schloss Prugg auf den „Heidenturm“ beschränkt, da alle übrigen Teile der Burg im Lauf der Jahrhunderte umgebaut, abgetragen oder überformt wurden. In diesem Sinne haben bezüglich der Frage des Zeitpunktes der Errichtung vor allem das Kreuzrippengewölbe im ersten Obergeschoss des Turmes sowie das Buckelquadermauerwerk der Fassaden Relevanz.
Das Gewölbe im sogenannten „Rittersaal“, der sich im ersten Obergeschoss des „Heidenturms“ befindet, hat robuste, polygonale Rippen (Abb. 19, S. 27), die in einer Höhe von etwa 2,40 m von kurzen, ebenfalls polygonalen Diensten aufsteigen. Letztere ruhen auf hohen Sockeln und verfügen über Kelchkapitelle mit vegetabilem Dekor (Abb. 20 - Abb. 23). Mit ihrer Polygonalität entsprechen die genannten Konstruktionsteile einer in Mitteleuropa vor allem im 13. Jahrhundert verstärkt genutzten Gestaltungsweise, die in Österreich besonders vor 1250 zunehmend erhöhte Aktualität erhielt. Polygonale Bauelemente und Grundrisse wurden damals nicht zuletzt im Rahmen einiger von den Babenbergern geförderter oder initiierter Bauprojekte verwendet, vor allem im Bereich der Klosterarchitektur. Eine Vorbildfunktion hatte hierbei offenbar die fortschrittliche Baukunst der Zisterzienser, wobei in Österreich für Gebäude (inklusive Zisterzienserklöster) aus den letzten Jahrzehnten der Babenbergerherrschaft eine Vielfalt der Formensprache typisch ist, so dass hochaktuelle, frühgotische Konzeptionen und Details parallel zu althergebrachten Architektur- und Bauskulpturlösungen eingesetzt wurden.
7. Die Architektur von Schloss Prugg im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel stellt die bauliche Entwicklung von der mittelalterlichen Burganlage über die barocken Umbauten bis zur historistischen Umgestaltung dar.
8. Funktionen und Bedeutung von Schloss Prugg sowie deren Veränderung vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert: Hier werden die Funktionen des Schlosses als Machtinstrument, Verwaltungszentrum, Pfandobjekt und Wohnsitz im historischen Kontext analysiert.
9. Resümee: Diese Zusammenfassung bietet einen abschließenden Überblick über die baulichen Veränderungen und den Bedeutungswandel des Schlosses von der Gründung um 1240 bis zum heutigen Erscheinungsbild.
10. Anhang I: Die Situation an der Ostgrenze Österreichs vom 11. Jahrhundert bis zum Ende der Kuruzzenaufstände im Jahr 1711: Dieser Anhang liefert den historischen Rahmen für die strategische Bedeutung der Grenzregion.
11. Anhang II: Die Eigentümer von Schloss Prugg, 1625-1884: Eine tabellarische Übersicht über die Eigentümergeschichte der Familie Harrach.
Schloss Prugg, Baugeschichte, Mittelalter, Barock, Historismus, Kastellburg, Buckelquader, Heidenturm, Familie Harrach, Architekturgeschichte, Wehrbau, Repräsentationsarchitektur, Bruck an der Leitha, landesfürstliche Politik, Denkmalschutz.
Die Dissertation befasst sich mit der Baugeschichte und dem Bedeutungswandel von Schloss Prugg in Bruck an der Leitha, von der Errichtung als mittelalterliche Kastellburg im 13. Jahrhundert bis zur historistischen Neugestaltung im 19. Jahrhundert.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die bauliche Entwicklung, die Datierung der Anlage, die wechselnden Funktionen als Wehranlage, Verwaltungssitz und repräsentativer Wohnsitz sowie die Rolle der Eigentümer, insbesondere der Familie Harrach.
Ziel ist es, den allmählichen Wandel der baulichen Gestalt und die damit verbundenen Funktionen sowie die zugrunde liegenden historischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Detail zu untersuchen.
Die Autorin kombiniert kunstgeschichtliche Analysen des Baubestands (insbesondere des „Heidenturms“) mit der Auswertung historischer Archivalien, Baurechnungen, Bildquellen und wissenschaftlicher Literatur, um die Datierung und bauliche Entwicklung zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte bauliche Chronologie – von der mittelalterlichen Burg über das barocke Schloss unter Johann Lucas von Hildebrandt bis zum historistischen Schloss – sowie eine Analyse der Funktionen und politischen Bedeutung von Schloss Prugg.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kastellburg, Buckelquaderbau, herrschaftliche Repräsentation, babenbergisch-staufische Burgenpolitik, Barockisierung, Historismus und die spezifische Baugeschichte eines steirisch-österreichischen Adelssitzes.
Mangels direkter Urkunden erfolgte die Datierung auf etwa 1240 durch Vergleiche von Architekturdetails (insbesondere Buckelquadermauerwerk und Gewölbeformen) mit anderen zeitgenössischen Anlagen sowie durch historische Kontextualisierung der Politik Herzog Friedrichs II.
Für die Babenberger war es ein machtpolitisches Symbol und Teil einer Grenzsicherungskette; für die Familie Harrach diente es über Jahrhunderte hinweg als prestigeträchtiger Wohnsitz und Mittelpunkt ihres grundherrschaftlichen Wirtschaftsbetriebs.
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