Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. ÄSTHETIZISMUS UND FIN DE SIÈCLE
2.1. L’art pour l’art
2.2 Themen, Inhalte und Motive: Die Einrichtung einer ästhetizistischen Lebenswelt
2.2.1 Amoralität als Konsequenz
2.3. Erzählperspektive
2.4. Zwischenfazit
3. OSCAR WILDE: DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY
3.1. Oscar Wildes Auffassung von Kunst und Moral
3.2. Werkanalyse
3.2.1 Das Verhältnis von Kunst und Leben
3.2.2 Amoral und das Hässliche als schöne Empfindung
3.2.3 Versuch einer moralischen und ästhetischen Beurteilung
4. HEINRICH MANN: PIPPO SPANO
4.1. Werkanalyse
4.2. Ästhetik und Moral
5. STANISŁAW PRZYBYSZEWSKI: DER SCHREI
5.1. Kunsttheoretisches zu Stanisław Przybyszewski
5.2. Werkanalyse
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
7. BIBLIOGRAPHISCHE VERWEISE
Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetizistischen Kunstkonzepte des Fin de siècle und deren Ausprägungsformen in der Literatur. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die Verabsolutierung des Ästhetischen ein moralisches Handeln ausschließt und welche Auswirkungen dies auf das problematische Verhältnis zwischen Kunst und Leben in den ausgewählten Werken hat.
Oscar Wildes Auffassung von Kunst und Moral
Beide Essays sind in ähnlicher Form der platonischen Dialoge verfasst. Der Verfall der Lüge behandelt einerseits die Funktion von Kunst und andererseits ihr Verhältnis zum Leben und zur Natur.
‚Lüge’ ist hier nicht im pejorativen Sinne zu verstehen, sondern als alternativer Ausdruck für Phantasie oder Fiktion. In diesem Sinne ist es nämlich Aufgabe der Kunst ‚der Lüge (wieder) zu verfallen’, wie es nach Vivian (der als Vertreter von Wildes Position fungiert) kaum noch geschieht, denn „der moderne Romanschriftsteller langweilt uns mit Tatsachen, die er als Dichtung ausgibt.“
Etwas später heißt es: [S]chließlich schreibt er so lebensnahe Romane, daß niemand imstande ist, an ihre Wahrscheinlichkeit zu glauben. […] und wenn nichts unternommen wird, unsere ungeheuerliche Anbetung der Tatsachen aufzuhalten oder wenigstens einzudämmen, wird die Kunst steril werden, und die Schönheit wird schwinden.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Literatur des Fin de siècle und deren ästhetizistische Ideale sowie Vorstellung der drei zu untersuchenden Autoren.
2. ÄSTHETIZISMUS UND FIN DE SIÈCLE: Theoretische Grundlegung über die Epoche, das l'art pour l'art-Prinzip, Erzählperspektiven und die Konsequenzen eines ästhetisierten Lebens.
3. OSCAR WILDE: DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY: Untersuchung von Wildes Kunsttheorie und detaillierte Analyse der Romanfiguren hinsichtlich ihres ästhetischen Hedonismus.
4. HEINRICH MANN: PIPPO SPANO: Analyse der Novelle als Auseinandersetzung eines Künstlers mit seiner Unfähigkeit, am wirklichen Leben teilzuhaben.
5. STANISŁAW PRZYBYSZEWSKI: DER SCHREI: Untersuchung des letzten Romans von Przybyszewski hinsichtlich seiner ästhetischen Seelenkunst und des Scheiterns bei der Umsetzung seiner Ideale.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Synthese der Ergebnisse über die Unmöglichkeit der Trennung von Kunst und Leben sowie die daraus resultierende moralische Problematik.
7. BIBLIOGRAPHISCHE VERWEISE: Verzeichnis ergänzender Werke, die den theoretischen Kontext der Epoche erweitern.
Fin de siècle, Ästhetizismus, Décadence, Kunst und Moral, Amoralität, l'art pour l'art, Hedonismus, Egozentrik, Leben und Kunst, Oscar Wilde, Heinrich Mann, Stanisław Przybyszewski, Künstlerproblematik, Ästhetische Autonomie, Subjektivismus
Die Arbeit analysiert die Literatur des Fin de siècle und untersucht, warum Moral und Ethik in der ästhetizistischen Kunstauffassung jener Zeit weitgehend negiert werden und welche Konflikte dies zwischen Kunst und Leben erzeugt.
Die zentralen Felder sind der Ästhetizismus, das Prinzip "l'art pour l'art", die moralische Indifferenz der Kunst sowie die Darstellung von Künstlerexistenzen in einer als dekadent wahrgenommenen Zeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Streben nach ästhetischer Perfektion zu egoistischem, amoralischem Verhalten führt und warum die angestrebte Trennung von Kunst und Leben letztlich scheitert.
Die Arbeit führt eine werkimmanente Analyse durch, gestützt auf kunsttheoretische Essays der jeweiligen Autoren und einschlägige Sekundärliteratur zur Epoche des Fin de siècle.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über das Fin de siècle sowie drei spezifische Werkanalysen zu Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray", Heinrich Manns "Pippo Spano" und Przybyszewskis "Der Schrei".
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ästhetizismus, Décadence, Amoralität, das Verhältnis von Kunst und Leben sowie der Begriff der "Seelenkunst" bei Przybyszewski.
Wilde gilt als einer der wichtigsten Exponenten der Ästhetik-Diskussion seiner Zeit; seine Essays bilden die theoretische Basis, um die im Roman thematisierten Spannungen zwischen Ästhetik und Moral zu deuten.
Malvolto scheitert, da er in einem "fatale Zirkelschluss" gefangen ist: Er ist unfähig, am Leben teilzuhaben, da seine Kunst ihn auszehrt, und unfähig, sich vollkommen von seiner Kunst zu lösen, um ein "starkes" Leben zu führen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

