Magisterarbeit, 2004
121 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Thema und Ziel der Arbeit
1.3 Begründung der Themenwahl
1.4 Auswahl der Untersuchungsstaaten
1.5 Probleme
1.6 Daten- und Quellenlage
1.7 Definition verschiedener Begriffe
2 Parteienverständnis
2.1 Verfassungsrechtliche Stellung der politischen Parteien
2.1.1 Bundesrepublik Deutschland
2.1.2 Frankreich
2.1.3 Österreich
2.1.4 Fazit
2.2 Verfassungsrechtliche Stellung der politischen Parteien
2.2.1 Bundesrepublik Deutschland
2.2.2 Frankreich
2.2.3 Österreich
2.2.4 Fazit
3 Ursachen und Umstände für die Einführung staatlicher Parteienfinanzierung
3.1 Ursachen
3.1.1 Bundesrepublik Deutschland
3.1.2 Frankreich
3.1.3 Österreich
3.2 Minimierung der Korruption?
4 Arten der Parteienfinanzierung
4.1 Private Finanzierung
4.1.1 Mitgliedsbeiträge
4.1.2 Parteiunternehmen
4.1.3 Spenden
4.1.4 Parteisteuern
4.2 Staatliche Parteienfinanzierung
4.2.1 Indirekte Formen
4.2.1.1 Presseförderung
4.2.1.2 Sendezeiten in Rundfunk und Fernsehen
4.2.1.3 Spendenbegünstigungen
4.2.1.4 Finanzierung der Parlamentsfraktionen
4.2.1.5 Finanzierung der Parteiakademien und politischen Stiftungen
4.2.2 Direkte Formen
4.2.2.1 Wahlkampfkostenerstattung
4.2.2.2 Allgemeine Förderungsmittel
5 Einnahme- und Ausgabestrukturen
5.1 Einnahmestrukturen
5.1.1 Mitgliedsbeiträge
5.1.2 Spenden
5.1.3 Staatliche Mittel
5.1.4 Fazit
5.2 Ausgabestrukturen
5.2.1 Personalkosten
5.2.2 Verwaltungskosten
5.2.3 Politische Arbeit
5.2.4 Fazit
6 Transparenz und Offenlegungspflicht
6.1 Rechtlicher Status
6.2 Interne und externe Kontrollorgane
6.1.1 Sanktionsmöglichkeiten
6.1.2 Angewandte Sanktionen
7 Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung auf die Binnenstrukturen, Parteienwettbewerb und Parteiaktivität
7.1 Binnenstruktur
7.2 Parteienwettbewerb
7.3 Parteiaktivität
7.4 Wahlsystem
8 Zusammenfassung der empirischen Befunde
8.1 Auswertung der Thesen
8.2 Abschließende Wertung
Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend die Regelungen und Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung in Deutschland, Frankreich und Österreich. Ziel ist es, gängige Thesen über die Abhängigkeit und das Verhalten von Parteien durch eine empirische Analyse der Finanzstrukturen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.
1.1 Problemstellung
Bis in die 1950er Jahre galt es als selbstverständlich, dass sich politische Parteien ihre finanziellen Mittel aus eigener Kraft erwirtschafteten oder einwarben. Liberale und bürgerliche Parteien konnten sich zu einem großen Teil aus Spenden, die Linksparteien aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Mit dem steigenden Anspruch der Wähler an die Parteien und den wachsenden Ausgaben für Wahlkämpfe reichte die Eigenfinanzierung nicht mehr aus. Folglich wurde nach und nach die staatliche Subventionierung der Parteien eingeführt. Diese hat sich inzwischen in den meisten westlichen Demokratien etabliert, auch wenn sie in der Öffentlichkeit auf wenig Akzeptanz stößt. Streitpunkt ist die Höhe der gewährten öffentlichen Mittel. Der Vorwurf der Selbstbedienung wird immer wieder laut - zu Recht? Vor allem in Verbindung mit Korruptionsfällen, Diätenerhöhungen und steigenden Einnahmen aus staatlicher Quelle gelangt die Parteienfinanzierung in die Kritik. Ihr wird mangelnde Transparenz vorgeworfen. Die Sanktionen für Fehlverhalten werden als nicht ausreichend betrachtet. Diese Punkte sind für viele Wissenschaftler Anlass zu Untersuchungen der Finanzierung der Parteien.
Konkurrenzfähig kann jedoch nur eine finanzstarke Partei werden. Eine kontinuierliche Parteiarbeit und die Werbung neuer Mitglieder ist nur mit einem gut ausgebauten Parteiapparat, einer hohen Organisationsstruktur und Verwaltung möglich. Das kostet Geld. Somit ist das Finanzvolumen ein ausschlaggebender Faktor, um im Parteienwettbewerb bestehen zu können bzw. sich in diesem überhaupt erst einmal zu integrieren. Für die Binnenstruktur einer Partei ist wichtig, wer über die finanziellen Mittel verfügt. Je nachdem wer das Geld in der Partei erhält, über dessen Verteilung und Verwendung bestimmt, hat eine große Machtposition inne. Die Menge der staatlichen Mittel kann Auswirkungen auf die Parteiaktivität haben. Es ist anzunehmen, dass eine Partei, die über einen hohen staatlichen Finanzierungsanteil verfügt, es nicht für dringend notwendig hält, neue Mitglieder zu werben oder Spenden zu sammeln.
1 Einleitung: Legt die Problemstellung, das Ziel der Arbeit und die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der Parteienfinanzierung fest.
2 Parteienverständnis: Analysiert die rechtliche Stellung und das Selbstverständnis der Parteien in den drei Ländern und untersucht ihre verfassungsrechtliche Verankerung.
3 Ursachen und Umstände für die Einführung staatlicher Parteienfinanzierung: Beleuchtet die historischen und politischen Gründe, die zur Einführung der staatlichen Mittel führten, sowie die Problematik der Korruptionsminimierung.
4 Arten der Parteienfinanzierung: Differenziert zwischen privater Eigenfinanzierung und staatlicher Fremdfinanzierung und beschreibt die jeweiligen spezifischen Finanzierungsquellen.
5 Einnahme- und Ausgabestrukturen: Führt eine empirische Auswertung der Finanzströme durch, um festzustellen, wie Parteien ihre Einnahmen generieren und wofür sie ihre Mittel ausgeben.
6 Transparenz und Offenlegungspflicht: Untersucht die gesetzlichen Anforderungen an die Rechenschaftslegung der Parteien und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollorgane.
7 Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung auf die Binnenstrukturen, Parteienwettbewerb und Parteiaktivität: Bewertet die Folgen der finanziellen Zuwendungen auf die Organisation, den Wettbewerb und das Verhältnis zwischen Partei und Wähler.
8 Zusammenfassung der empirischen Befunde: Abschließende Prüfung der aufgestellten Thesen und wertende Zusammenfassung der Ergebnisse.
Parteienfinanzierung, staatliche Subventionierung, Parteienwettbewerb, Korruptionsprävention, Parteisteuern, Mitgliedsbeiträge, Wahlkampfkostenerstattung, politische Stiftungen, Transparenzgebot, Parteistrukturen, demokratische Willensbildung, Deutschland, Frankreich, Österreich.
Die Arbeit analysiert die Regelungen der staatlichen Parteienfinanzierung in Deutschland, Frankreich und Österreich, um deren Auswirkungen auf die Parteiensysteme und die Strukturen der Parteien selbst zu untersuchen.
Zu den Kernbereichen gehören das Parteienverständnis, die verschiedenen Formen der Finanzierung (direkt vs. indirekt), die Transparenzregeln sowie die Auswirkungen dieser Finanzmittel auf den Parteienwettbewerb.
Das Hauptziel ist die wissenschaftliche Überprüfung gängiger Thesen, wie etwa, dass staatliche Finanzierung zu Selbstbedienung, Zentralisierung von Macht oder zur Entfremdung zwischen Partei und Bürger führt.
Es handelt sich um einen internationalen, ländervergleichenden Ansatz, der auf der Analyse von Gesetzestexten und der quantitativen Auswertung von Rechenschaftsberichten und Finanzdaten basiert.
Der Hauptteil behandelt die Einnahme- und Ausgabestrukturen der Parteien, die verschiedenen Finanzierungsarten (Spenden, Mitgliedsbeiträge, staatliche Zuschüsse) sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Transparenz und Sanktionierung.
Wichtige Begriffe sind Parteienfinanzierung, Transparenzgebot, Rechenschaftspflicht, Parteisteuern, Parteienwettbewerb und Chancengleichheit.
Während in Deutschland Parteien stark auf die eigene Organisation und Mitgliederbeiträge setzen und die staatliche Finanzierung gedeckelt ist, konzentriert sich die französische Finanzierung stärker auf die einzelnen Kandidaten und weist eine höhere Abhängigkeit von staatlichen Mitteln auf.
Die Kritik entzündet sich häufig am Vorwurf der Selbstbedienung, der mangelnden Transparenz bei der Mittelverwendung und der Sorge, dass eine staatliche Alimentierung die Parteien von ihren Mitgliedern entfremdet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

