Diplomarbeit, 2004
129 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Abgrenzung des Themas
1.2 Gang der Untersuchung
2 Darstellung nationaler Bewertungsvorschriften mit besonderer Fokussierung des Einzelbewertungsgrundsatzes
2.1 Normativer Rahmen
2.1.1 Die Rechtsquellen des Bilanzrechts
2.1.2 Verzahnung von Handelsbilanz und Steuerbilanz
2.1.3 Aktuelle Entwicklungen
2.2 Vergleichende Darstellung der allgemeinen Bewertungsgrundsätze nach HGB und Steuerrecht
2.3 Der Grundsatz der Einzelbewertung
2.3.1 Inhalt der gesetzlichen Regelungen in Deutschland
2.3.2 Abgrenzung einer Bewertungseinheit
2.4 Zulässige Durchbrechung des Grundsatzes der Einzelbewertung im Handels- und Steuerrecht
2.4.1 Überblick über die zulässigen Vereinfachungsverfahren
2.4.2 Gruppenbewertung
2.4.3 Festbewertung
2.4.4 Verbrauchsfolgeverfahren
2.4.4.1 Das Lifo-Verfahren (Last in – first out)
2.4.4.1.1 Grundlegende Vorschriften und Geltungsbereich
2.4.4.1.2 Handels- und steuerrechtliche Zielsetzungen sowie Anwendungsvoraussetzungen des Verfahrens
2.4.4.1.3 Systematisierung der Lifo-Verfahren
2.4.4.1.4 Das permanente Lifo-Verfahren
2.4.4.1.5 Das Perioden-Lifo-Verfahren
2.4.4.1.6 Der Niederstwerttest und das Lifo-Verfahren
2.4.4.1.7 Die Indexmethode
2.4.4.1.8 Lifo-Verfahren und Gruppenwechsel
2.4.4.2 Das Hifo-Verfahren (Highest in – first out)
2.4.4.3 Das Fifo-Verfahren (First in - first out)
2.4.4.4 Das Lofo-Verfahren (Lowest in – first out)
2.4.5 Kompensatorische Bewertung
2.4.5.1 Grundlegende Begriffe und rechtlicher Rahmen
2.4.5.2 Anwendungsvoraussetzung der kompensatorischen Bewertung
2.4.5.3 Darstellung ausgewählter Finanzinstrumente und ihrer Rechnungslegung nach bisherigem Rechtstand
2.4.5.3.1 Futures
2.4.5.3.2 Zinsswaps
2.4.5.3.3 Optionen (bedingte Terminkontrakte)
2.4.5.4 Aktuelle Entwicklungen der Rechnungslegung
2.4.6 Pauschalbewertung
2.4.6.1 Anschaffungsnebenkosten
2.4.6.2 Pauschalwertberichtigungen von Forderungen
2.4.6.3 Bildung von Pauschalrückstellungen
3 Der Einzelbewertungsgrundsatz nach IAS
3.1 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach IAS
3.2 Rechtliche Grundlagen und definitorische Abgrenzung von assets und liabilities
3.3 Ausnahmen vom Einzelbewertungsgrundsatz nach IAS
3.3.1 Bewertungsvereinfachungsverfahren
3.3.1.1 Festbewertung und Durchschnittsbewertung
3.3.1.2 Retrograde Ermittlung der Anschaffungskosten von Vorräten
3.3.1.3 Die Standardkostenmethode zur Ermittlung der Herstellungskosten
3.3.1.4 Verbrauchsfolgeverfahren
3.3.1.5 Die langfristige Auftragsfertigung
3.3.1.6 Die Bewertung von Finanzinstrumenten
3.3.1.7 Pauschalbewertberichtigungen
3.3.1.8 Pauschalrückstellungen
3.3.1.9 Außerplanmäßige Abschreibungen bei Vermögenswerten – Bildung von Cash Generating Units zur Durchführung eines Impairmenttests
3.4 Der Einzelbewertungsgrundsatz und latente Steuern
4 Darstellung und Analyse Bilanzpolitischer Aspekte
4.1 Definition und Ziele der Bilanzpolitik
4.2 Das Spektrum bilanzpolitischer Instrumente
4.2.2 Sachverhaltsgestaltende Maßnahmen
4.2.3 Darstellungsgestaltende Instrumente
4.3 Steuerbilanzpolitik
4.3.1 Steuerziele und Steuereffekte
4.3.2 Steuerbilanzgestaltung durch das Abweichen vom Einzelbewertungsgrundsatz an ausgewählten Bilanzpositionen
4.3.2.1 Anlagevermögen
4.3.2.2 Umlaufvermögen
4.3.2.2.1 Vorräte
4.3.2.2.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
4.4 Finanz- und Publizitätspolitik
4.4.1 Reichweite und Einsatzmöglichkeiten finanz- und publizitätspolitischer Gestaltungsinstrumente
4.4.2 Finanz- und Publizitätspolitik am Beispiel ausgewählter Positionen
4.4.2.1 Ausweiswahlrechte
4.4.2.2 Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte
4.4.2.2.1 Finanzinstrumente
4.4.2.2.2 Langfristige Fertigung
4.4.2.2.3 Vorräte
4.4.2.2.4 Abschreibungen
4.5 Einzelbewertungsgrundsatz, Stetigkeitsprinzip und Bilanzidentität
4.6 Jahresabschlussanalyse
4.6.1 Ziele, Instrumente und Grenzen der Jahresabschlussanalyse
4.6.2 Finanzwirtschaftliche Jahresabschlussanalyse
4.6.2.1 Finanzwirtschaftliche Kennzahlen
4.6.2.1.1 Kennzahlen der Vermögensstruktur
4.6.2.1.2 Kennzahlen der Kapitalstruktur
4.6.2.1.3 Liquiditätskennzahlen
4.6.2.2 Cash flow-Rechnung
4.6.3 Erfolgswirtschaftliche Analyse
4.6.3.1 Erfolgsaufspaltung
4.6.3.2 Rentabilitätsanalyse
5 Schlussbetrachtung
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Abweichungsmöglichkeiten vom Prinzip der Einzelbewertung im handels- und steuerrechtlichen Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften. Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen dieser divergierten rechtlichen Bestimmungen auf die Rechnungslegung und Bilanzpolitik aufzuzeigen, wobei ein besonderer Fokus auf dem deutschen Bilanzrecht sowie den International Accounting Standards (IAS/IFRS) liegt.
2.4.4.1 Das Lifo-Verfahren (Last in – first out)
Das Lifo-Verfahren zählt zu den Bewertungsvereinfachungsverfahren des § 256 HGB, die nur beim Vorratsvermögen Anwendung finden, und ist durch das Steuerreformgesetz von 1990 (StRefG) und die daraus resultierende Einfügung des § 6 Abs. 1 Nr. 2 a EStG auch steuerrechtlich anerkannt. Bis dahin war eine Anwendung nur möglich, wenn der Bilanzierende eine tatsächlich mit der Lifo-Methode übereinstimmende Verbrauchsfolge nachweisen konnte. Nun geht der Gesetzgeber von einer Fiktion, also der Unterstellung einer bestimmten Verbrauchsfolge aus, die nach herrschender Meinung nicht von der praktischen Umsetzung abhängig ist. Sie sollte jedoch keinesfalls genau umgekehrt erfolgen, wie etwa bei der Produktion von verderblichen Waren.
Das Lifo-Verfahren darf durch Vollkaufleute oder Gewerbetreibende angewendet werden, die ihren Gewinn nach § 5 EStG ermitteln. Dabei handelt es sich um Steuerpflichtige, die aufgrund handelsrechtlicher Vorschriften oder aufgrund des § 141 AO zur Führung von Büchern verpflichtet sind oder dies freiwillig tun. Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG, z.B. für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, hingegen gilt dies nicht. Hat man sich für die Anwendung des Verfahrens entschieden, so gilt das Gebot der Bewertungsstetigkeit. Eine Abweichung ist dann gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2a Satz 3 EStG nur mit Zustimmung des Finanzamtes möglich.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Globalisierung des Bilanzrechts ein und erläutert die Forschungsfrage, wie sich Abweichungen vom Einzelbewertungsprinzip auf die Rechnungslegung und Bilanzpolitik auswirken.
2 Darstellung nationaler Bewertungsvorschriften mit besonderer Fokussierung des Einzelbewertungsgrundsatzes: Das Kapitel erläutert den normativen Rahmen des deutschen Bilanzrechts, die allgemeinen Bewertungsgrundsätze sowie die verschiedenen Methoden zur Durchbrechung des Einzelbewertungsprinzips wie das Lifo-Verfahren oder die kompensatorische Bewertung.
3 Der Einzelbewertungsgrundsatz nach IAS: Dieses Kapitel stellt die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach den International Accounting Standards (IAS) dar und arbeitet die Unterschiede zum deutschen Handelsrecht, insbesondere bei der Bewertung von Vermögensgegenständen und Finanzinstrumenten, heraus.
4 Darstellung und Analyse Bilanzpolitischer Aspekte: Das Kapitel analysiert verschiedene bilanzpolitische Instrumente und deren Einsatz bei der steuerlichen Gewinnermittlung sowie der Finanz- und Publizitätspolitik unter Berücksichtigung der Jahresabschlussanalyse.
5 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterzieht diese einer kritischen Würdigung im Hinblick auf die internationale Harmonisierung der Rechnungslegung.
Einzelbewertung, HGB, IAS, Steuerbilanz, Handelsbilanz, Lifo-Verfahren, Bilanzpolitik, Bewertungsvereinfachung, Maßgeblichkeitsprinzip, Jahresabschlussanalyse, Bewertungsstetigkeit, kompensatorische Bewertung, Fair Value, Drohverlustrückstellung, Latente Steuern.
Die Arbeit befasst sich mit dem Grundsatz der Einzelbewertung im deutschen und internationalen Bilanzrecht sowie dessen Abweichungsmöglichkeiten und bilanzpolitischen Auswirkungen.
Zentrale Themen sind die Bewertungsvereinfachungsverfahren, das Lifo-Verfahren, die kompensatorische Bewertung, latente Steuern sowie die Bilanzpolitik im nationalen und internationalen Kontext.
Das primäre Ziel ist es, am Beispiel der Abweichungsmöglichkeiten vom Einzelbewertungsprinzip zu zeigen, wie unterschiedliche rechtliche Bestimmungen die Rechnungslegung und Bilanzpolitik von Unternehmen beeinflussen.
Die Arbeit verwendet eine rechtlich-normative Analyse der einschlägigen HGB-Vorschriften und EStG-Regelungen im Vergleich zu den IAS/IFRS, ergänzt durch die Untersuchung bilanzpolitischer Gestaltungsparameter.
Der Hauptteil behandelt die nationalen Bewertungsvorschriften, das Lifo-Verfahren, die kompensatorische Bewertung von Finanzderivaten, die spezifischen Regelungen der IAS, die Jahresabschlussanalyse sowie bilanzpolitische Strategien.
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Einzelbewertung, HGB, IAS, Bilanzpolitik und Bewertungsvereinfachungsverfahren charakterisieren.
Während das HGB schwebende Geschäfte ohne Sicherungszusammenhang nicht bilanziert, sieht IAS 39 eine detaillierte Kategorisierung und teilweise Fair-Value-Bewertung vor.
Das Lifo-Verfahren erlaubt bei steigenden Preisen die Bildung stiller Reserven, was zu einer Steuerstundung und einer Dämpfung der Gewinnausweise führen kann.
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