Bachelorarbeit, 2014
49 Seiten, Note: 1,7
1. Begriffsbestimmungen
1.1. Begrifflichkeiten im Kontext des Rechtsextremismus
1.2. Begrifflichkeiten im Kontext des Islamismus
2. Die Ideologie als Basis von Extremismus
2.1. Ideologiekritik als theoretisches Konstrukt der Soziologie
2.1. Rechtsextremistische Ideologien
2.3. Islamistische Ideologien
3. Soziale Bewegungen und Mobilisierungsprozesse
3.1. Theorien sozialer Bewegungen
3.2. Mobilisierungsprozesse und deren Faktoren
3.2.1. Rekrutierung
3.2.2. Framing-Analyse und kollektive Identität
3.2.3. Theorien der Ideenverbreitung
4. Mobilisierung durch das Internet
4.1. Rechtsextremistische Mobilisierung durch das Internet
4.2. Islamistische Mobilisierung durch das Internet
4.3. Die Rolle des Internets für die Mobilisierung von Rechtsextremen und Islamisten als soziale Bewegung
5. Inhaltsanalyse
5.1. Die Methode der Inhaltsanalyse
5.2. Das Codierschema
5.2.1. Das Codierschema nach Caiani und Parenti
5.2.2. Framinganalyse nach Snow und Benford
5.2.3. Codiervorgang und Auswertungsschema
5.3. Das Untersuchungsmaterial
5.4. Auswertung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Internets für die Mobilisierungsprozesse von Rechtsextremisten und Islamisten in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche spezifische Rolle das Internet bei der Radikalisierung und Mobilisierung dieser beiden extremistischen Strömungen einnimmt und ob sich dabei signifikante Unterschiede oder Gemeinsamkeiten feststellen lassen.
3.1. Theorien sozialer Bewegungen
Die exakte Herleitung der Forschungstradition zu sozialen Bewegungen kann hier nicht erfolgen, jedoch werden die bedeutendsten Strömungen benannt, um einen Überblick über dieses Feld zu bieten.
Thomas Kern (2008: 9ff.) schreibt in seinem Lehrbuch über soziale Bewegungen, dass sich die Bewegungsforschung aus zwei theoretischen Strängen gebildet habe. Zum einen sei die Evolutionstheorie von Karl Marx und Friedrich Engels über gesellschaftliche Entwicklungen durch Klassenkämpfe maßgebend gewesen, aber auch die Begründung der Massenpsychologie von Gustave Le Bon (1950). Dieser formulierte, dass das Handeln der Menschen innerhalb von sozialen Massen nicht „rationalem“ Agieren entspreche und der Mensch als Individuum sich in der Masse verliere. Ergänzt wurde dieser Ansatz im Rahmen des Strukturfunktionalismus durch Theorien des kollektiven Verhaltens, denen zufolge soziale Bewegungen entstehen, wenn gesellschaftliche Institutionen aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr ausreichend funktionieren (vgl. Kern 2008: 10). Prägende Namen hierfür waren unter anderem Talcott Parsons (1951) und Neil Smelser (1962). Nur kurze Zeit später folgte eine weitere Ergänzung mit der Theorie der relativen Deprivation, welche ausformuliert, dass durch die Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit eine Protesthaltung entstehe. In den 1970er Jahren fand ein Paradigmenwechsel statt, in dessen Folge sich die Ressourcenmobilisierungstheorie durchsetzte, der Blickwinkel verschob sich auf Variablen wie Organisation, Interesse, Ressource, Gelegenheit und Strategie um Mobilisierung im Sinne von sozialen Bewegungen zu erklären (vgl. Ahlemeyer 1989: 178).
Da die Ressourcenmobilisierungstheorie keine in sich einheitliche Theorie ist, sondern sich aus vielen verschiedenen Strömungen bildet, ist es schwierig an dieser Stelle einschlägige Theoretiker zu benennen, da es einer willkürlichen Auswahl gleichkäme.
1. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Schwierigkeiten in der Extremismusforschung und definiert die für die Arbeit zentralen Begriffe des Rechtsextremismus und Islamismus.
2. Die Ideologie als Basis von Extremismus: Der Abschnitt analysiert Extremismus als ideologisch begründetes Konstrukt und betrachtet sowohl rechtsextreme als auch islamistische Weltanschauungen als Formen der Ungleichheitsideologie.
3. Soziale Bewegungen und Mobilisierungsprozesse: Hier werden theoretische Ansätze der Bewegungsforschung dargelegt und auf extremistische Gruppen übertragen, wobei insbesondere Rekrutierung, Framing und die Verbreitung von Ideen im Vordergrund stehen.
4. Mobilisierung durch das Internet: Dieses Kapitel untersucht, wie Rechtsextremisten und Islamisten das Internet als Instrument zur Organisation, Kommunikation und Verbreitung ihrer Ideologien nutzen.
5. Inhaltsanalyse: Der empirische Teil umfasst die methodische Herleitung und Durchführung einer strukturellen Analyse von zwei ausgewählten Webseiten, um deren Mobilisierungspotenzial messbar zu machen.
Extremismus, Rechtsextremismus, Islamismus, Internet, Mobilisierung, Soziale Bewegungen, Framing-Analyse, Radikalisierung, Ideologie, Rekrutierung, Kollektive Identität, Inhaltsanalyse, Digitale Kommunikation, Propaganda, Weltanschauung.
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung das Internet für Mobilisierungsprozesse bei rechtsextremistischen und islamistischen Gruppierungen in Deutschland hat.
Die Themen umfassen Extremismusforschung, Ideologiekritik, Theorien sozialer Bewegungen sowie die empirische Analyse von extremistischen Online-Angeboten.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie das Internet als Werkzeug für diese extremen Strömungen fungiert und ob sich Unterschiede in ihrer Mobilisierungsstrategie online aufzeigen lassen.
Es wird eine qualitative, strukturelle Inhaltsanalyse nach den Schemata von Caiani & Parenti sowie Snow & Benford angewandt, um das Mobilisierungspotenzial von Webseiten zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Mobilisierungsmechanismen und einen anschließenden empirischen Teil, in dem die Webseiten "Altermedia" und "GIMF" analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind Mobilisierung, Internet, Radikalisierung, Framing, Ideologie, Extremismus, Rechtsextremismus und Islamismus.
Das Framing dient als Analysewerkzeug, um zu verstehen, wie extremistische Gruppen ihre Ideologien durch Deutungsrahmen (wie "frame bridging" oder "frame amplification") für Rezipienten attraktiv und anschlussfähig gestalten.
Beide Webseiten zeigen ein hohes Mobilisierungspotenzial, wobei trotz inhaltlicher Differenzen der rechtsextremen und islamistischen Ausrichtung das Internet als Medium zur Identitätsstiftung und Vernetzung von beiden intensiv genutzt wird.
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