Diplomarbeit, 2004
184 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung und Überblick
2 Kino und Kinobesucher in Deutschland – Fakten und Zahlen
2.1 Daten zum deutschen Kino
2.1.1 Saal- und Leinwandbestand
2.1.2 Kinoarten und Filmprogramm
2.1.3 Kinoumsatz und Eintrittspreisniveau
2.2 Daten zum Kinopublikum in Deutschland
2.2.1 Der Stellenwert des Kinobesuchs innerhalb der Freizeitgestaltung
2.2.2 Zur Definition des Begriffs „Kinogänger“ und der Identifikation von „Kinogängertypen“
2.2.3 Die Entwicklung der Besucherzahlen
2.2.4 Soziodemographische Daten zum Kinopublikum
3 Stand der Forschung zu Kinobesuch, Kinonutzungsmotiven und Filmauswahl
3.1 Der Kinobesuch vor dem Hintergrund der Medienforschung
3.1.1 Die Anfänge der Medienforschung
3.1.2 Uses and Gratifications: Der Nutzen- und Belohnungsansatz
3.2 Nutzungsmotive und Gründe für den Kinobesuch
3.2.1 Palmgreen et al.: Die 10 Motivfaktoren des Kinobesuchs
3.2.2 Tesser et al.: 3 Motive für den Kinofilmbesuch
3.2.3 Berg & Frank: Filmbezogene und soziale Gründe für den Kinobesuch
3.2.4 Weitere Untersuchungen zu Kinonutzungsmotiven in Deutschland
3.2.5 Aktuelle Ergebnisse der filmorientierten Marktforschung zu Gründen für den Besuch eines bestimmten Kinofilms
3.3 Theoretische Modelle zur Filmauswahl
3.3.1 Bruce Austin: Model for movie selection
3.3.2 Exkurs: Modelle der Fernsehprogrammauswahl
3.3.3 Dirk Blothner: Modell „Zwischenschritte der Filmauswahl“
3.3.4 Zentrale Einflussfaktoren bei der Filmauswahl nach Linton & Petrovich
3.3.5 Untersuchungen und Ergebnisse im Kontext von Filmauswahl
3.4 Zusammenfassung der Ausgangslage
4 Fragestellungen der vorliegenden Arbeit
5 Methodik, Konzeption und Durchführung der Untersuchung
5.1 Entwicklung des Fragebogens und Methoden der Datenerhebung
5.1.1 Variablen zur differentiellen Beschreibung des Publikums hinsichtlich Filmauswahl und Kinonutzungshäufigkeit
5.1.2 Erfassung von Kinonutzungsmotiven
5.1.3 Erfassung von filmbezogenen Entscheidungsfaktoren
5.1.4 Erfassung von Informationsquellen über den Film
5.1.5 Erfassung von kinospezifischen Entscheidungsfaktoren
5.1.6 Erfassung von sonstigen Variablen
5.2 Datenerhebung
5.3 Datenbasis: Beschreibung der Gesamtstichprobe
5.3.1 Beschreibung der Gesamtstichprobe nach soziodemographischen Merkmalen
5.3.2 Kinonutzungshäufigkeit
5.4 Differentielle Beschreibung von Untergruppen der Gesamtstichprobe
5.4.1 Die Kinogänger
5.4.2 Filmwähler und Kinowähler
6 Ergebnisse
6.1 Deskriptive Ergebnisse
6.2 Ergebnisse zu Fragestellung 1
6.3 Ergebnisse zu Fragestellung 2
6.4 Ergebnisse zu Fragestellung 3
7 Diskussion der Ergebnisse
7.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
7.2 Diskussion der Ergebnisse in Hinblick auf Konsequenzen für zukünftige Forschung
Die Diplomarbeit untersucht die komplexen Determinanten von Kinobesuch und Filmauswahl in Deutschland. Ziel ist es, grundlegende Motive der Kinonutzung zu identifizieren, Faktoren zu bestimmen, die das Kinonutzungsverhalten vorhersagen können, und Nutzergruppen anhand ihres Entscheidungstyps (Filmwähler versus Kinowähler) zu klassifizieren.
3.3.1 Bruce Austin: Model for movie selection
Austin geht davon aus, dass Menschen in einen bestimmten Film gehen, nicht ins Kino: „People do not go to the movies, they go to a movie.” (Austin, 1993, 11). Weiter unterscheidet er grundlegend zwischen der Auswahl des Kinobesuchs als Verhalten („moviegoing“) und der spezifischen Filmauswahl und dem daraus folgenden Kinobesuch („movie attendance“) (vgl. Austin, 1993, 6). Im ersten Fall wird der Kinobesuch als eine von vielen möglichen Freizeitbeschäftigungen ausgewählt, erst danach wird in einem zweiten Schritt entschieden, welchen Film man sich ansieht. Im zweiten Fall entscheidet man sich zuerst für einen bestimmten Film, im Anschluss daran wird entschieden, wann und wo man sich diesen Film ansieht.
Für beide Entscheidungswege hat Austin ein Modell für die Filmauswahl vorgelegt, in welchem er den Prozess der Entscheidungsfindung mit den technischen Einstellungsmöglichkeiten an einem Kameraobjektiv vergleicht. Vor dem Treffen jeglicher Entscheidung befindet sich dieses Kameraobjektiv in der Weitwinkelposition: Die Person hat eine große Menge an Filmen im Blickwinkel, aus denen sie einen auswählen kann bzw. muss. Die Zoom-Funktion an der Kamera ermöglicht es, nur einen bestimmten Film in das Sichtfeld zu nehmen: In der teligen Position hat sich die Person für einen spezifischen Film entschieden. Damit das anvisierte, ausgewählte Objekt in der Kamera auch scharfe Umrisse hat, müssen die Schärferinge am Kameraobjektiv richtig eingestellt sein. Dies geschieht mithilfe von Informationen, welche die Person über den Film erhält. Bei Personen, die sich zuerst für einen spezifischen Film entscheiden, sind diese Schärferinge im Sinne von Prädispositionen bereits voreingestellt. Wichtiger ist das Adjustieren der Schärferinge, sprich sind die Informationen über einen Film bei Personen, die sich zunächst nur für den Kinobesuch als Freizeitbeschäftigung entscheiden.
1 Einleitung und Überblick: Einführung in die Thematik der Kinonutzung und Begründung der Relevanz einer psychologischen Untersuchung des Kinopublikums in Deutschland.
2 Kino und Kinobesucher in Deutschland – Fakten und Zahlen: Darstellung des Status quo der deutschen Kinolandschaft, aktueller Nutzerdaten und soziodemographischer Merkmale des Kinopublikums.
3 Stand der Forschung zu Kinobesuch, Kinonutzungsmotiven und Filmauswahl: Theoretische Einbettung in die Medienforschung und Übersicht bestehender Modelle sowie Studien zu Motiven und Filmauswahlkriterien.
4 Fragestellungen der vorliegenden Arbeit: Herleitung und Präzisierung der zentralen Untersuchungsfragen sowie Zielsetzung der empirischen Arbeit.
5 Methodik, Konzeption und Durchführung der Untersuchung: Beschreibung der Fragebogenentwicklung, der Datenerhebung, der Stichprobenbeschreibung und der gewählten statistischen Verfahren.
6 Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven Befunde sowie der inferenzstatistischen Analysen zu den drei zentralen Fragestellungen.
7 Diskussion der Ergebnisse: Bewertung der Ergebnisse im Kontext des Forschungsstandes, kritische Reflexion des Studiendesigns und Implikationen für die zukünftige Forschung.
Kinobesuch, Kinonutzungsmotive, Filmauswahl, Rezipientenforschung, Filmwähler, Kinowähler, Mediennutzung, Unterhaltung, Freizeitgestaltung, Soziodemographie, Motivationspsychologie, Entscheidungsverhalten, Kinopräferenzen, Filmgenres.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der psychologischen Untersuchung von Kinobesuchern in Deutschland, insbesondere mit ihren Motiven für den Kinobesuch und ihren Entscheidungskriterien bei der Filmauswahl.
Die zentralen Themen umfassen Nutzungsmotive, Entscheidungsprozesse bei der Filmauswahl, Unterschiede in der Kinonutzungshäufigkeit und die Typologisierung von Kinobesuchern.
Das primäre Ziel ist es, generelle Determinanten des Kinobesuchs zu identifizieren und Modelle aufzustellen, die sowohl das Kinonutzungsverhalten erklären als auch eine Einteilung in „Filmwähler“ und „Kinowähler“ ermöglichen.
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen standardisierten Befragung von 190 Personen, deren Daten mittels faktorenanalytischer und regressionsanalytischer Methoden sowie Diskriminanzanalysen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, der den aktuellen Stand der Forschung und theoretische Modelle referiert, sowie einen Methodenteil und die Präsentation der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinonutzungsmotive, Filmauswahl, Rezipientenforschung, Kinowähler, Filmwähler und Medienpsychologie charakterisieren.
Die Arbeit untersucht, ob Personen, die sich primär für den Kinobesuch als Freizeitaktivität entscheiden („Kinowähler“), unterschiedliche Motive und Informationsbedürfnisse haben als diejenigen, die ihre Entscheidung primär an einem spezifischen Film ausrichten („Filmwähler“).
Die Kinonutzungshäufigkeit dient als zentrale abhängige Variable, um soziale und psychologische Faktoren zu identifizieren, die erklären, warum bestimmte Individuen häufiger ins Kino gehen als andere.
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