Diplomarbeit, 2003
216 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
TEIL 1: THEORETISCHE UNTERSUCHUNG
2 Unterschiedliche Entscheidungstheorien im Wandel der Zeit
3 Intuition - Theorien und Vorstellungen in unterschiedlichen Fachgebieten und Wissenschaftsbereichen
3.1 Intuition im alltäglichen Sprachgebrauch
3.1.1 Was ist Intuition – eine studentische Befragung
3.1.2 Semantische Analyse
3.2 Intuition in Philosophie, Esoterik und Religion
3.2.1 Platonische Anschauung
3.2.2 Die Identität von Atman und Brahman – Intuition in den indischen Upanischaden
3.2.3 Intuition in der Esoterik
3.2.4 René Descartes : „Je pense, donc je suis!“
3.2.5 Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Immanuel Kant
3.2.6 Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Arthur Schopenhauer
3.2.7 Intuition und Religion
3.3 Intuition in der Psychologie
3.3.1 Funktionen und Charaktertypen nach Jung
3.3.2 Entscheidungstypen nach Malcolm Westcott
3.3.3 Formen von Intuition
3.3.4 Wahrnehmungsebenen von Intuition
3.3.5 Einteilung verschiedener Formen von Intuition in Psi-Effekte
3.3.6 Rationale und intuitive Denkstile
3.3.7 Trance-Logik
3.3.8 Drei Komponenten von Intuition
3.3.9 Komplexes Problemlösen
3.3.10 Mentale Shortcuts und kognitive Verzerrungen
3.3.11 Mentale Shortcuts und kognitive Verzerrungen im Modell von Baylor
3.4 Intuition in den Neurowissenschaften
3.4.1 Intuition und Gehirn
3.4.2 Das Enterische Nervensystem
3.5 Beiträge aus weiteren Wissenschaften
3.6 Zusammenfassende Überlegungen
TEIL 2: EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4 Forschungsdesign und Forschungsablauf
4.1 Untersuchungsdesign
4.2 Ablauf der Studie
4.3 Erstellung des Fragebogen
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Stichprobenübersicht
5.2 Faktorenanalyse
5.2.1 Faktoren der intuitiven Veranlagung
5.2.2 Faktoren der Entscheidungssituationen
5.2.3 Faktoren der allgemeinen Entscheidungsstrategien
5.3 Faktorkorrelationen
5.4 Clusteranalyse
5.5 Weibliche Intuition
6 Diskussion
7 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstrukt der Intuition im Kontext von Entscheidungsfindungen bei steigender Komplexität. Das primäre Ziel ist es, zu bestimmen, inwieweit Intuition eine Rolle im Entscheidungsverhalten von Wirtschaftsakteuren spielt und wie sich intuitive Veranlagung operationalisieren lässt.
3.1.1 Was ist Intuition – eine studentische Befragung
Um die widersprüchlichen Auffassungen vor allem im alltäglichen Sprachgebrauch aufzudecken und diesbezüglich einen klareren Ein- und Überblick zu gewinnen und des Weiteren eine Hilfestellung für die Operationalisierung zu erhalten, wurden in einer Vorstudie 80 Studenten befragt. In einer offenen Frage wurden die Probanden gebeten, sowohl ihren ersten spontanen Gedanken, als auch eine ausführlichere Erklärung für den Begriff der Intuition zu geben (Fragebogen siehe Anhang A).
Die am Häufigsten im Zusammenhang mit Intuition genannten Begriffe waren „Gefühl“ und „Eingebung“, gefolgt von „Bauchgefühl, (Vor)Ahnung, Instinkt, innere Stimme“ und „Gespür“ (vgl. Abbildung 2). Dies deckt sich im Wesentlichem mit den Feststellungen von Gunthern: „Im Deutschen spricht man unter anderem von: Gefühl, instinktives Gefühl, Instinkt, sichere Ahnung, Gefühl in der Magengrube, Fingerspitzengefühl, plötzlicher, unerwarteter Einfall, Erleuchtung, sechster Sinn, Gewißheit des Herzens. Im Englischen spricht man unter anderem von: hunch, gut-feeling, a feeling in the pit of my stomach, my funny bone told me.“(Gunthern, 1996, S. 11)
Als Eigenschaften von Intuition wurden genannt: „nicht rational“ und „nicht begründbar, spontan“, sowie die Richtigkeit bzw. Verlässlichkeit von intuitiven Erkenntnissen. Hinzukommen in geringerer Häufigkeit Begriffe, wie „mustererkennend, angeboren“ und „selbsterklärend“ (vgl. Abbildung 3).
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Intuition als Schlüsselqualifikation in komplexen, dynamischen Entscheidungsumfeldern.
2 Unterschiedliche Entscheidungstheorien im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von rein rationalen Modellen hin zu Modellen begrenzter Rationalität und der Einbeziehung intuitiver Komponenten nach.
3 Intuition - Theorien und Vorstellungen in unterschiedlichen Fachgebieten und Wissenschaftsbereichen: Eine tiefgehende Untersuchung theoretischer Ansätze zur Intuition, unterteilt in linguistische, philosophische, psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven.
4 Forschungsdesign und Forschungsablauf: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung, einschließlich der Entwicklung eines Fragebogens für Fach- und Führungskräfte.
5 Darstellung der Ergebnisse: Präsentation der empirischen Daten, inklusive Faktorenanalyse, Korrelationen und der Identifikation verschiedener Cluster von Entscheidungstypen.
6 Diskussion: Kritische Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse in den aktuellen Forschungsstand, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen rationalem und intuitivem Handeln.
7 Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Fazit über die Bedeutung der Intuition und den Bedarf für ein komplexeres Verständnis derselben im Management.
Intuition, Entscheidungsfindung, Begrenzte Rationalität, Kognitive Verzerrungen, Heuristiken, Mentale Modelle, Psychologie, Wirtschaftsleben, Proaktivität, Unsicherheitsvermeidung, Emotionale Intelligenz, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Intuition bei der Entscheidungsfindung in einem Umfeld zunehmender Komplexität und Unsicherheit.
Die Themen umfassen die theoretische Einordnung von Intuition in Psychologie und Philosophie sowie eine empirische Untersuchung zum Entscheidungsverhalten in der Wirtschaft.
Das Ziel ist die Bestimmung, ob und wie Intuition bei Entscheidungen im Berufsleben eingesetzt wird, und die Identifikation verschiedener Entscheidungstypen.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Vorstudie zur Begriffsklärung und eine anschließende Befragung von Entscheidungsträgern mittels eines standardisierten Fragebogens, ausgewertet durch Faktoren- und Clusteranalysen.
Der Hauptteil analysiert die Rolle von Intuition in der Philosophie, Esoterik, Psychologie und Neurowissenschaften und vergleicht diese mit traditionellen Entscheidungstheorien.
Kernbegriffe sind Intuition, Entscheidungsfindung, Heuristiken, kognitive Verzerrungen, begrenzte Rationalität und empirische Faktorenanalyse.
Die Arbeit betrachtet beide als zwei eigenständige Dimensionen, die sich nicht ausschließen, sondern bei integrativen Denkansätzen synergetisch wirken können.
Das Kapitel zum enterischen Nervensystem diskutiert das "Bauchhirn" als eine mögliche biologische Basis für intuitive Prozesse und das sprichwörtliche "Bauchgefühl".
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