Bachelorarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung – Was uns „Momo“ lehren kann
2. Eine Annäherung an den Begriff „Dialog“
3. Der Dialog nach Hartkemeyer & Hartkemeyer
3.1. Dialogische Grundhaltungen /-prinzipien
3.1.1. Haltung des Nichtwissens
3.1.2. Konstruktivistische Ich-Botschaften
3.1.3. Verlangsamung
3.2. Dialog-Begleiter_in / Facilitator_in
3.3. Container
3.4. Dialog als Disziplin im Seminar
3.5. Weitere Einsatzmöglichkeiten des Dialogs
3.6. Abgrenzung zur Therapie
3.7. Überschneidungen zu anderen Kommunikationsverfahren
3.8. Wozu der Dialog nicht geeignet ist
4. Der Dialogansatz nach Dan Bar-On
4.1. Entwicklung eines Dialogansatzes
4.2. Storytelling
4.2.1. Leitlinien für den Dialog
4.2.2. Eine Typologie des Storytelling-Prozesses
4.2.3. Effekte des Storytelling auf die Teilnehmer_innen
5. Die Anwendbarkeit der Dialogansätze von Bar-On und Hartkemeyer & Hartkemeyer auf den Internationalen Freiwilligendienst weltwärts
5.1. Internationale Freiwilligendienste am Beispiel weltwärts
5.1.1. Ziele und Motivation von weltwärts
5.2. Interkulturelle Kompetenz in der Vorbereitung von weltwärts
5.2.1. Nutzbare Effekte der Dialogmodelle zur Entwicklung interkultureller Kompetenz
5.2.2. Synthese der Dialogmodelle zur Entwicklung interkultureller Kompetenz auf weltwärts-Vorbereitungsseminaren
5.3. Handlungsempfehlung
6. Zusammenfassung – Ein Ansatz, den es zu erproben gilt!
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Dialogmodelle von Dan Bar-On sowie Hartkemeyer & Hartkemeyer zur Förderung einer dialogischen Haltung in der Vorbereitung internationaler Freiwilligendienste (am Beispiel des Programms weltwärts) geeignet sind und wie diese in den Seminarbetrieb integriert werden können.
3.1.1. Haltung des Nichtwissens
Der Ausspruch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ wird dem griechischen Philosophen Sokrates zugeschrieben und die Äußerung des Psychotherapeuten Steve de Shazer: „Wenn dir eine Interpretation einfällt, nimm ein Aspirin, hocke dich in die nächste Ecke und warte, bis der Anfall vorbei ist.“66 kann als abgeleitete Konsequenz gedacht werden. Beiden Sätzen wohnt die konstruktivistische Erkenntnis inne, dass der Mensch die Welt ausschließlich anhand seiner Sinne wahrnimmt und -nehmen kann und somit lediglich ein subjektiv gefärbtes Abbild konstruiert, das jedoch nicht einer objektiven „Realität“ entspricht.67 Der Psychologe Falko von Ameln beschreibt diese Erkenntnis folgendermaßen: „Das, was wir als unsere Wirklichkeit erleben, ist nicht ein passives Abbild der Realität, sondern Ergebnis einer aktiven Erkenntnisleistung.“68 Das Denken beschreibt Erfahrungen jedoch so, „wie sie da sind; als gäbe es ein Fenster für eine ungefilterte Wirklichkeit, die außerhalb einer Person stattfindet.69 Ein Beispiel für die „Fehlerhaftigkeit“ subjektiver Wahrnehmung und der vorgenommenen Konstruktion bieten Humberto Maturana und Francisco Varela mit dem Experiment des „blinden Flecks“. Schauen Sie dazu die folgende Abbildung in einem Abstand von ca. 40cm an und fixieren Sie mit dem rechten Auge das Kreuz, während das linke zugekniffen wird. Bei einer leichten Variation des Abstandes sollte der Punkt dann irgendwann nicht mehr sichtbar sein.
1. Einleitung – Was uns „Momo“ lehren kann: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, indem sie die Bedeutung des Zuhörens am Beispiel von Michael Endes „Momo“ illustriert und das Ziel der Arbeit zur Untersuchung von Dialogmodellen beschreibt.
2. Eine Annäherung an den Begriff „Dialog“: Dieses Kapitel beleuchtet die vielschichtige Verwendung des Dialogbegriffs und grenzt diesen von einseitigen Kommunikationsmodellen ab.
3. Der Dialog nach Hartkemeyer & Hartkemeyer: Das Kapitel erläutert das auf Erkenntnissen aus der Quantenphysik basierende Dialogmodell der Eheleute Hartkemeyer und dessen Bedeutung für die Gruppenarbeit.
4. Der Dialogansatz nach Dan Bar-On: Hier wird der Fokus auf den dialogischen Ansatz von Dan Bar-On gelegt, insbesondere auf dessen Forschung zum biographisch-narrativen Erzählen („Storytelling“).
5. Die Anwendbarkeit der Dialogansätze von Bar-On und Hartkemeyer & Hartkemeyer auf den Internationalen Freiwilligendienst weltwärts: In diesem zentralen Teil wird die Übertragbarkeit der theoretischen Dialogmodelle auf die spezifischen Bedürfnisse der Vorbereitung von Freiwilligen im Programm weltwärts geprüft.
6. Zusammenfassung – Ein Ansatz, den es zu erproben gilt!: Das Abschlusskapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und formuliert den Bedarf an einer praktischen Erprobung und Evaluation der vorgeschlagenen Dialogansätze.
Dialog, Hartkemeyer, Dan Bar-On, weltwärts, Freiwilligendienst, Storytelling, Haltung des Nichtwissens, Container, interkulturelle Kompetenz, biographisch-narratives Interview, Gruppenprozess, Selbstreflexion, Systemtheorie, Konstruktivismus, Vorbereitungsseminar.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Dialogs und deren Potenzial, interkulturelle Lernprozesse im Rahmen internationaler Freiwilligendienste professionell zu unterstützen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Dialogmodelle von Hartkemeyer & Hartkemeyer und Dan Bar-On, das biographisch-narrative Erzählen sowie deren Anwendung in Vorbereitungsseminaren.
Das Ziel ist die Überprüfung, inwieweit der Dialogansatz zur Entwicklung einer dialogischen Haltung bei Freiwilligen beitragen kann und wie dieser in den Ablauf von weltwärts-Seminaren integriert werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Systemtheorie und konstruktivistischen Ansätzen basiert, um die Dialogkonzepte für die pädagogische Praxis zu erschließen.
Der Hauptteil analysiert die Kernprinzipien des Dialogs (Haltung des Nichtwissens, Container-Modell, Storytelling), vergleicht diese und entwickelt daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Seminararbeit.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Dialog, interkulturelle Kompetenz, weltwärts, Freiwilligendienst und biographisches Erzählen charakterisiert.
Der „Container“ bezeichnet einen sicheren, vertrauensvollen Raum, der es den Teilnehmern ermöglicht, Ängste und subjektive Konstruktionen zu suspendieren, was die Voraussetzung für echtes wechselseitiges Verständnis schafft.
Im biographisch-narrativen Kontext dient das Erzählen der „Durcharbeitung“ der eigenen Lebensgeschichte, um Vergangenes besser zu integrieren, Perspektivwechsel zu fördern und Vorurteile konstruktiv abzubauen.
Es beschreibt die Fähigkeit, eigene Überzeugungen zwar offen darzulegen, dabei aber gleichzeitig die Haltung des Nichtwissens zu bewahren und für die Perspektiven der anderen offen zu bleiben.
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