Masterarbeit, 2014
78 Seiten, Note: 2,2
1) Einleitung
2) Die Darstellung der Schizophrenie in der Geschichte
3) Die Darstellung von Schizophrenie in der Literatur
a. Die Darstellung von Schizophrenie im Motiv des Doppelgängers
i. Darstellungsformen
ii. Reaktionen der Umgebung
b. Die Darstellung von Schizophrenie bei E.T.A. Hoffmann
i. Die Elixiere des Teufels
ii. Der Sandmann
c. Die Darstellung von Schizophrenie bei Robert Louis Stevenson
i. Dr. Jekyll und Mr. Hyde
ii. Realitätsbezug
4) Conclusio
Diese Arbeit untersucht die literarische Verarbeitung von Schizophrenie und Persönlichkeitsspaltungen im 19. Jahrhundert, wobei der Fokus insbesondere auf der Doppelgänger-Motivik bei Schriftstellern wie E.T.A. Hoffmann und Robert Louis Stevenson liegt. Ziel ist es, die Verbindung zwischen fiktiven Mitteln und realen psychischen Störungsbildern zu analysieren und aufzuzeigen, wie Autoren versuchen, das unsichtbare Phänomen einer inneren Gespaltenheit für Rezipienten greifbar zu machen.
Die Darstellung von Schizophrenie bei E.T.A. Hoffmann
Im Jahre 1816 erscheint der vollendete Band zu dem Roman Die Elixiere des Teufels von E.T.A. Hoffmann. Es handelt sich bei dem vorliegenden Werk um eine fiktive Autobiografie des Medardus, welche er, laut Herausgeber, am Ende seines Lebens verfasst. Die Erzählung beginnt mit der Geburt des Medardus, in welchem Augenblick dessen Vater stirbt. Es handelt sich also bereits auf den ersten Seiten um eine Art der Ablösung des Vaters durch den Sohn. Die Andeutung eines fatalen Verlaufes der Geschichte findet sich in der Bemerkung, der Vater wurde „einst durch den Satan verlockt zum verruchten Frevel.“ Handelt es sich hier tatsächlich um die Übernahme des Vaters Leben seitens Medardus, wird bereits hier deutlich, dass dieser eines Tages ebenfalls den Verlockungen des Teufels erliegen wird. „Euer Sohn ist mit vielen Gaben herrlich ausgestattet, aber die Sünde des Vaters kocht und gärt in seinem Blute [...]!“ Es ist anzunehmen, dass die teuflischen Sünden des Vaters Taten waren, die man sich zu dieser Zeit einzig mit einer teuflischen Besessenheit erklären konnte.
1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen Körper, Geist und der literarischen Auseinandersetzung mit seelischer Spaltung im 19. Jahrhundert.
2) Die Darstellung der Schizophrenie in der Geschichte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Verständnisses und der Behandlung psychischer Erkrankungen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert nach.
3) Die Darstellung von Schizophrenie in der Literatur: Der Hauptteil analysiert die literarischen Formen des Doppelgängers bei E.T.A. Hoffmann und Robert Louis Stevenson sowie deren psychologische Ursachen.
4) Conclusio: Das Fazit führt die verschiedenen literarischen Darstellungsformen zusammen und resümiert die Bedeutung des Doppelgängers als visuelles Medium zur Sichtbarmachung innerer psychischer Störungen.
Schizophrenie, Doppelgänger, Persönlichkeitsspaltung, E.T.A. Hoffmann, Robert Louis Stevenson, Psychose, Identitätsverlust, Literatur, Romantik, Wahnsinn, Narzissmus, mephistophelische Figuren, seelische Spaltung, Medizingeschichte, Projektion
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung psychischer Krankheiten, insbesondere der Schizophrenie und multiplen Persönlichkeitsstörungen, unter Verwendung des Doppelgänger-Motivs.
Die zentralen Themen umfassen die medizingeschichtliche Einordnung psychischer Störungen, die symbolische Funktion des Doppelgängers und die Bedeutung von Identitätsverlust in der Literatur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie fiktive Motive wie Elixiere oder Schatten dazu dienen, den inneren Konflikt und das Krankheitsbild von Protagonisten für den Leser verständlich und visuell wahrnehmbar zu machen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Interpretationen mit medizingeschichtlichen und psychoanalytischen Ansätzen (u.a. unter Einbezug von Freud) verknüpft.
Der Hauptteil analysiert detailliert Werke wie E.T.A. Hoffmanns "Die Elixiere des Teufels" und "Der Sandmann" sowie Robert Louis Stevensons "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" im Kontext der Thematik.
Wichtige Begriffe sind Schizophrenie, Doppelgänger-Motiv, Identitätsspaltung, Narzissmus und die Darstellung des Bösen als personifizierte Instanz.
Während Hoffmann bei Medardus häufig den Aspekt eines übernatürlichen Fluches und teuflischer Einflüsse betont, nähert sich Stevenson bei Dr. Jekyll einem eher medizinisch-wissenschaftlichen Erklärungsmodell für die Persönlichkeitsspaltung an.
Das Auge wird als "Spiegel der Seele" interpretiert; der Verlust oder das Stehlen von Augen symbolisiert in den Texten den Verlust der Seele oder der psychischen Integrität, was insbesondere im "Sandmann" zentral ist.
Der Selbstmord wird als einziger Ausweg dargestellt, um die als unerträglich empfundene seelische Spaltung zu beenden und sich von der destruktiven Macht des Doppelgängers zu befreien.
Der Narzissmus wird als Ursache für die Unfähigkeit der Protagonisten zur echten zwischenmenschlichen Bindung gedeutet, was sie dazu zwingt, Wunschvorstellungen auf andere (Doppelgänger oder Puppen) zu projizieren.
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