Studienarbeit, 2014
43 Seiten
1 Einleitung
2 Fragestellung und Vorgehensweise
2.1 Fragestellung
2.2 Vorgehensweise
3 ADS und ADHS
3.1 Definitionen
3.2 Neurobiologische Grundlagen
3.3 ADS / ADHS im psychologischen Kontext
3.4 Komorbiditäten
4 Sucht
4.1 Definition von Sucht
4.2 Stadien des Suchtverhaltens
4.3 Beratung und Therapie
5 Nicht behandelte ADHS und Suchtverhalten
5.1 Nichterkennen beziehungsweise Nichtbehandeln der Krankheit
5.2 Mein Lösungsweg
5.3 Erfahrung mit Süchten
5.4 Empfehlungen aufgrund meiner Selbsterfahrung für eine institutionelle Hilfestellung
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 ANHANG: Selbsterfahrungsbericht: Meine Geschichte als nicht behandelte ADHS-Kranke
7.1 (1) Einleitung und Übersicht
7.2 (2) Der Lebensstart eines ADHS-Kindes
7.3 (3) Kleiner Bruder mit ADS
7.4 (4) Von ADHS geprägte Volksschulzeit: Lehrer und Schülercliquen
7.5 (5) Durch ADHS negativ geprägte Hauptschulzeit
7.6 (6) Von Esssucht und Alkoholismus beeinflusste weitere Schulzeit
7.7 (7) Fragmentierte Ausbildung und Berufsleben: Nachwirkungen der unbehandelten ADHS
7.8 (8) Die Beziehung mit einem Internet- und Spielsüchtigen
7.9 (9) Seelische Einsamkeit und Spießrutenläufe
7.10 (10) 2002: Flucht nach Wien
7.11 (11) Ehrenamtliche Tätigkeit in einem Notschlafplatz für Obdachlose
7.12 (12) Praktikum in einer Institution des betreuten Wohnens
7.13 (13) Studium an der Fachhochschule St. Pölten für Suchtberatung und Prävention
7.14 (14) Überlegungen zum Abschluss
Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen unbehandelter ADHS/ADS und der Entwicklung von Suchtverhalten, wie Spielsucht oder Alkoholismus. Ziel ist es, durch eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung und einem Selbsterfahrungsbericht auf die Relevanz einer frühzeitigen Diagnose und gezielter Unterstützung aufmerksam zu machen.
(2) Der Lebensstart eines ADHS-Kindes
Ich kam als erstes Kind meiner Eltern in {Ortsname} zur Welt, sie gaben mir den Namen Marina. Meine Mutter war zur damaligen Zeit Verkäuferin in der Trafik meiner Großeltern, mein Vater war Zahntechniker. Wir lebten gemeinsam mit meinen Großeltern in einem Haus in {Ortsname} direkt am See.
Meine Mutter erzählte mir, dass ich schon als Baby immer den Kopf drehte, sobald ich ein Geräusch hörte, jemand am Gang gingoder zur Tür herein kam. Vor allem geschah dies beim Füttern, und dabei spielte ich immer mit einem der Finger der Erwachsenen. Damals deutete meine Mutter dies als Wissbegierigkeit. und sie hatte keine Ahnung, dass dies bereits die ersten Anzeichen der ADHS-Erkrankung waren. Sie war richtig stolz auf mich, dass ich immer so neugierig blickte und ich immer wissen wollte, was um mich herum geschah.
Die ADHS-Problematik wurde im Laufe der Jahre nicht weniger, sondern verstärkte sich noch, denn ich zeigte die volle Ausprägung der ADHS, das heißt Stufe drei. Meine ersten drei Lebensjahre kann ich nur aus Erzählungen schildern, denn so weit reicht meine Erinnerung nicht zurück. Auf jeden Fall war ich ein sehr lebhaftes Kind, ich war überall und nirgends, und man konnte mich nicht aus den Augen lassen, um ein Buch zu lesen oder was auch immer. Denn kaum achtete meine Mutter nicht auf mich, war ich ganz woanders und die Suchaktionen begannen. Natürlich ist Bewegung ein innerlicher Trieb, doch der Bewegungsdrang war bei mir so ausgeprägt, dass es wirklich hätte gefährlich werden können. Ich konnte keine Gefahren einschätzen, war immer dort, wo es hoch hinauf ging, und ich kletterte auch immer zum höchsten Punkt.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von ADHS als Grunderkrankung bei Suchterkrankungen ein und erläutert die Beweggründe der Autorin für diese Untersuchung.
2 Fragestellung und Vorgehensweise: Definition der Haupt- und Subforschungsfrage sowie Darlegung der methodischen Vorgehensweise durch Literaturrecherche und Selbsterfahrungsbericht.
3 ADS und ADHS: Theoretische Grundlagen zu Definitionen, neurobiologischen Aspekten, psychologischem Kontext und Komorbiditäten des Störungsbildes.
4 Sucht: Übersicht über verschiedene Suchtformen, deren Stadien und Ansätze zur Beratung und Therapie im Suchtbereich.
5 Nicht behandelte ADHS und Suchtverhalten: Diskussion der dramatischen Folgen bei Nichterkennung der Diagnose, ergänzt um den persönlichen Weg der Autorin und Empfehlungen für das Hilfesystem.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse und Reflexion über die Bedeutung einer frühzeitigen ADHS-Diagnostik für ein zufriedeneres Leben.
7 ANHANG: Selbsterfahrungsbericht: Meine Geschichte als nicht behandelte ADHS-Kranke: Ein detaillierter, chronologischer Bericht über den Lebensweg der Autorin, von der Kindheit bis zur Ausbildung im Bereich Suchtberatung.
ADHS, ADS, Sucht, Suchtberatung, Prävention, Komorbidität, Alkoholismus, Spielsucht, Selbsterfahrung, Sozialarbeit, Frühdiagnose, Lebensweg, therapeutische Interventionen, psychische Störungen, Impulsivität
Die Arbeit thematisiert die Zusammenhänge zwischen einer unbehandelten ADHS/ADS-Erkrankung und der Entstehung von Suchtverhalten.
Die Arbeit deckt medizinische Grundlagen zu ADHS, Definitionen von Sucht, die soziale Dimension nicht behandelter Störungen und praktische Erfahrungen in der Suchtberatung ab.
Das Ziel ist die Klärung, welche Kombinationen oder Zusammenhänge zwischen ADHS/ADS und Suchterkrankungen wie Spielsucht oder Alkoholismus bestehen, besonders wenn ADHS unbehandelt bleibt.
Es wurde aktuelle Fachliteratur recherchiert und diese mit einem persönlichen Selbsterfahrungsbericht der Autorin verknüpft, um eine theoretische und empirische Perspektive zu bieten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu ADHS, eine Übersicht über Suchtdefinitionen sowie die Analyse der sozialen Auswirkungen von unbehandelter ADHS.
Wichtige Begriffe sind ADHS, Suchtberatung, Prävention, Komorbidität, psychische Störungen und Selbsterfahrung.
Die Kindheit dient als Fallbeispiel, um die negativen Auswirkungen einer verspäteten oder ausbleibenden ADHS-Diagnose auf den weiteren Lebenslauf und die Entstehung von Suchtmustern zu illustrieren.
Sie empfiehlt unter anderem die stärkere Integration von ADHS-Wissen in Sozial- und Beratungsberufe sowie eine bessere Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit.
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