Diplomarbeit, 2004
113 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung: Regulierung von Überspannungsschäden in der Hausratversicherung
2 Technische und klimatische Grundlagen
2.1 Gewitter und Blitz
2.2 Überspannung
2.3 Klimaveränderung
3 Grundlagen der Überspannung
3.1 Die Grundlagen der Hausratversicherung
3.2 Versicherte Gefahren
3.2.1 Blitzschlag
3.2.2 Überspannung durch Blitz
3.3 Versicherte Sachen
4 Die Entwicklung der Hausratversicherung durch die Deregulierung der Versicherungswirtschaft
5 Marktdaten
5.1.1 Zahl der Schäden
5.1.2 Schadenaufwand
5.1.3 Schadendurchschnitt
5.1.4 Zusammenfassung
6 Arbeitsablauf bei der Regulierung von Überspannungsschäden
6.1 Allgemeines
6.2 Schadenprüfung
6.2.1 Schadenursache
6.2.2 Schadenhöhe
6.3 Kosten
6.3.1 Kosten des Versicherers
6.3.1.1 Kostenvoranschlag durch den Versicherungsnehmer
6.3.1.2 Beauftragung eines externen Sachverständigen
6.3.1.3 Beauftragung eines Dienstleisters
6.3.1.4 Beauftragung eines Schadenregulierers im Außendienst
6.3.1.5 Anforderung der beschädigten Sache
6.3.2 Kosten des Versicherungsnehmers
6.4 Betrug
6.5 Zusammenfassung
7 Schadenmanagement von Überspannungsschäden
7.1 Schadenmanagement allgemein
7.2 Ansätze zur Ermittlung des Schadenmanagementbedarfs
7.2.1 Bedarf vor Vertragsabschluß
7.2.2 Bedarf bei Vertragsabschluss
7.2.3 Bedarf im Schadenfall
7.2.4 Bedarf nach dem Schadenfall
7.3 Möglichkeiten des Schadenmanagements bei Überspannungsschäden in der Hausratversicherung
7.3.1 Naturalrestitution
7.3.1.1 Anbietermodell
7.3.1.2 Bindungsmodell
7.3.1.3 Netzwerkmodell
7.3.2 Kooperationspartner
7.3.3 Bedingungsanpassung
7.3.4 Qualifizierung der Mitarbeiter und Verbesserung der EDV
7.3.5 Verwertung des Restwertes
7.4 Empfehlung
8 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Problematik bei der Regulierung von Überspannungsschäden in der Hausratversicherung. Ziel ist es, Lösungsansätze durch ein aktives Schadenmanagement aufzuzeigen, um sowohl die Kosten für Versicherer zu optimieren als auch den Service für Versicherungsnehmer durch moderne Prozesse zu verbessern.
2.2 Überspannung
Überspannungen können in zwei Gruppen aufgeteilt werden: die intern erzeugten, energieschwächeren Überspannungen (z.B. Kurzschluss eines Gerätes) und die externen, energiereichen Überspannungen (z.B. Blitzschlag).
In deutsche Haushalte wird vom Stromversorger 230 Volt Wechselstrom eingespeist. Unter Wechselstrom versteht man elektrischen Strom, dessen Richtung sich nach einer konstanten Periodendauer wiederholt. Dabei verschwindet der Mittelwert, d. h. während einer Periode wird die gleiche Ladungsmenge in beiden Richtungen transportiert. Diese 230 Volt Wechselspannung erreicht über die Steckdose das elektrische Gerät. Dort wird es teilweise durch ein Netzteil auf die benötigte Voltzahl herunter transformiert (z.B. 3,3 Volt für einen PC-Prozessor).
Heutzutage werden in elektronischen Geräten immer kleinere Bausteine verwendet. Bedingt durch die geringe Größe (teilweise dünner als menschliches Haar), arbeiten diese mit einer sehr geringen Spannung. Wenn dann in dem Transformator eine Spannungsspitze entsteht und diese nicht aufgefangen werden kann, werden die Bauteile (z.B. Kondensatoren, Widerstände etc.) überhitzt oder schlagen durch (bei einem Kondensator ist die Isolationsschicht sehr dünn). Eine Überspannung kann bei einer Spannung von 110% über dem Normalwert auftreten.
Überspannung durch Blitz kann auch durch einen Blitzeinschlag in ein benachbartes Haus passieren. Durch den gemeinsamen Anlagen- und Blitzschutzerder ist eine Übertragung der Blitzspannung über den Schutzleiter des Netzbetreibers möglich.
Die Folge ist, dass trotz günstiger geografischer Lage des Hauses (z.B. eine Erdsenke) eine Beschädigung eintritt. Möglichkeiten von Stromübergängen können folgende sein:
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Überspannungsschäden in der Hausratversicherung ein und skizziert das Ziel der Diplomarbeit, Lösungen durch aktives Schadenmanagement aufzuzeigen.
2 Technische und klimatische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Entstehung von Gewittern und Blitzen sowie die physikalischen Hintergründe von Überspannungen und den Einfluss der Klimaveränderung auf das Schadenaufkommen.
3 Grundlagen der Überspannung: Es werden die versicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen der Hausratversicherung sowie die versicherten Gefahren und Sachen gemäß VHB 2000 definiert.
4 Die Entwicklung der Hausratversicherung durch die Deregulierung der Versicherungswirtschaft: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel im Versicherungsmarkt nach der Deregulierung und die daraus resultierende Notwendigkeit, Schadenprozesse zur Kostenoptimierung anzupassen.
5 Marktdaten: Anhand statistischer Daten wird die Entwicklung von Blitz- und Überspannungsschäden sowie deren Einfluss auf Schadenquote und Schadendurchschnitt analysiert.
6 Arbeitsablauf bei der Regulierung von Überspannungsschäden: Das Kapitel detailliert den Prozess der Schadenprüfung, die verschiedenen Kostenstellen bei der Regulierung sowie die Problematik des Versicherungsbetrugs.
7 Schadenmanagement von Überspannungsschäden: Es werden verschiedene Strategien des Schadenmanagements vorgestellt, wie beispielsweise das Drei-Ebenen-Konzept von Prof. Dr. Matthias Haller und Ansätze zur Naturalrestitution.
8 Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die Notwendigkeit eines strukturierten Handelns für Versicherer zusammen und empfiehlt die Kombination verschiedener Schadenmanagement-Methoden zur Effizienzsteigerung.
Hausratversicherung, Überspannungsschaden, Blitzschlag, Schadenmanagement, Versicherungsbetrug, Naturalrestitution, Schadenquote, Schadenaufwand, Deregulierung, Risikomanagement, Schadenregulierung, Kundenzufriedenheit, Schadenprävention.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der stetig wachsenden Anzahl von Überspannungsschäden in der privaten Hausratversicherung und wie Versicherungsunternehmen durch aktives Schadenmanagement diesen Herausforderungen begegnen können.
Zu den Kernbereichen gehören die physikalischen Grundlagen von Überspannungen, die versicherungsrechtlichen Bedingungen, die Analyse von Marktdaten sowie die Optimierung von Schadenbearbeitungsprozessen.
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch ein optimiertes Schadenmanagement die Schadenbearbeitungskosten gesenkt und gleichzeitig der Service für den Kunden verbessert werden kann, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung statistischer Daten des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) und bestehender Versicherungsbedingungen (VHB 2000).
Der Hauptteil analysiert den gesamten Prozess der Schadenregulierung – von der Schadenursache bis zur Kostenübernahme – und bewertet verschiedene Managementansätze wie etwa Kooperationsmodelle mit Dienstleistern oder die Naturalrestitution.
Die wichtigsten Begriffe sind Hausratversicherung, Schadenmanagement, Blitzschlag, Überspannung, Risikosegmentierung und Prozessoptimierung.
Die Arbeit stellt dar, dass der globale Temperaturanstieg zu einer verstärkten Gewitterbildung führt, wodurch das Risiko für Überspannungsschäden zunimmt und die Belastung für Versicherer stetig steigt.
Da die individuellen Schadenhöhen bei elektronischen Geräten oft gering sind, lohnt sich eine tiefgehende Einzelprüfung für den Versicherer häufig nicht, was Betrügern bei einer "augenscheinlichen" Schätzung der Schadenhöhe Spielraum lässt.
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