Forschungsarbeit, 2014
24 Seiten, Note: none
1. Einleitung
2. Gründe für die Mitgliedschaft in Diasporagemeinden
2.1 Sprachliche Gründe
2.2 Kulturelle Gründe
2.3 Gesellschaftliche Gründe
2.4 Theologische Gründe
2.5 Missiologische Gründe
3. Herausforderungen für Diasporagemeinden
3.1 Missiologische Herausforderungen
3.2 Gesellschaftliche Herausforderungen
3.3 Geografische Herausforderungen
3.4 Rekrutierung von Mitarbeitern als Herausforderung
4. Diasporagemeinden aus biblisch-historischer Sicht
5. Lösungsansätze
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe von Christen für die Gründung von oder den Beitritt zu Migrations- und Minderheitengemeinden (Diasporagemeinden) sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen. Dabei wird analysiert, wie diese spezifischen Gemeindeformen aus einer biblisch-historischen Perspektive zu bewerten sind und welche Lösungsmodelle für die praktischen Hürden bestehen.
Diasporagemeinden aus biblisch-historischer Sicht
Während die Mitglieder von Diasporagemeinden in der Regel den gleichen sprachlichen und/oder kulturellen Hintergrund haben, ist das Bild, das der Evangelist Lukas in der Apostelgeschichte von den ersten christlichen Gemeinden und der Missionsarbeit des Apostel Paulus zeichnet ein ganz anderes. Nach Lukas waren die ersten christlichen Gemeinden multikulturelle Gemeinschaften. Dies trifft sowohl auf die Urgemeinde in Jerusalem als auch auf die Gemeinde in Antiochia und die paulinischen Gemeindegründungen zu.
Jerusalem, im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt, war ohne Zweifel eine mehrsprachige und multi-kulturelle Stadt. Die Haupverkehrssprachen waren Aramäisch und Griechisch. Es wird geschätzt, dass zwischen zehn und zwanzig Prozent der Bevölkerung im Alltag Griechisch und der Rest Aramäisch und Hebräisch sprachen. Hinzu kam Latein, das von den Angehörigen der römischen Besatzungsmacht gesprochen wurde. Der griechische Einfluss in Jerusalem war groß. In der Stadt gab es griechische Schulen, Sportstätten und sogar eine Pferderennbahn. Der Großteil der jüdischen Bevölkerung Jerusalems waren Migranten aus anderen Gegenden des römischen Reiches.
Als die erste christliche Gemeinde zu Pfingsten Gestalt annahm bestand sie fast ausnahmslos aus Gläubigen jüdischer Abstammung. So schreibt Lukas im zweiten Kapitel: ‘Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel’ (2,5). Abgesehen von einigen ‘Judengenossen’ (2,11) erwähnt er keine Heiden, die vom Heiligen Geist erfüllt wurden und anfingen in anderen Sprachen zu predigen (2,4). Obwohl Lukas also keinen Zweifel daran lässt, dass es sich bei der Jerusalemer Urgemeinde um eine ‘christlich-jüdische’ Gemeinde handelte, stellt er sie nicht als eine homogene Gemeinschaft dar.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg globaler Migrationsströme und deren Auswirkungen auf die weltweite Kirche, wobei zwischen klassischen Migrationskirchen und Minderheitengemeinden unterschieden wird.
2. Gründe für die Mitgliedschaft in Diasporagemeinden: Das Kapitel kategorisiert die vielschichtigen Motive für den Anschluss an Diasporagemeinden in sprachliche, kulturelle, gesellschaftliche, theologische und missiologische Beweggründe.
3. Herausforderungen für Diasporagemeinden: Hier werden die spezifischen Hürden wie der Verlust des missionarischen Blicks, Integrationsfragen bei Migranten auf der Durchreise, das Problem der zweiten Generation und geografische Distanzen erörtert.
4. Diasporagemeinden aus biblisch-historischer Sicht: Dieses Kapitel prüft anhand der Apostelgeschichte, ob das Modell der Diasporagemeinde mit dem neutestamentlichen Bild multikultureller christlicher Gemeinschaften korrespondiert.
5. Lösungsansätze: Der Autor stellt vier verschiedene Modelle vor, wie deutschsprachige Diasporagemeinden mit den Herausforderungen umgehen, von strikter Beibehaltung der Muttersprache bis hin zur Öffnung für die Nationalsprache.
Diasporagemeinden, Migration, Minderheitengemeinden, Gemeindegründung, Evangelisation, Interkulturalität, Muttersprache, Homogenitätsprinzip, Gemeindearbeit, multikulturelle Kirche, Integration, Auslandsgemeinden, Missionswissenschaft, Gemeindebau, Identität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Phänomenen von Migrations- und Minderheitengemeinden, die als Diasporagemeinden bezeichnet werden, und analysiert deren Funktion sowie Problemlage im globalen Kontext.
Die Schwerpunkte liegen auf den Gründen für die Entstehung solcher Gemeinden, den missiologischen und sozialen Herausforderungen sowie der biblisch-historischen Einordnung ihrer Strukturen.
Ziel ist es, die Beweggründe für die Existenz dieser Gemeinden zu verstehen, die bestehenden Herausforderungen (wie Rekrutierung oder Assimilation) zu identifizieren und Lösungsmodelle für eine nachhaltige Gemeindearbeit aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine missiologische und praktisch-theologische Analyse, die durch biblische Exegese (insbesondere der Apostelgeschichte) und empirische Fallbeispiele untermauert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Motiven (sprachlich, kulturell etc.), die kritische Reflexion von Herausforderungen (geografisch, personell) und eine Typologie praktischer Lösungsansätze.
Die zentralen Charakteristika sind Diaspora, Migration, kulturelle Identität, missionarischer Auftrag, Homogenitätsprinzip und die Integration in die weltweite Kirche.
Er beschreibt es als ein wichtiges, aber zugleich sehr umstrittenes Element, da es zwar kurzfristig das Wachstum fördern kann, aber der biblischen Vision von einer multikulturellen Kirche potenziell entgegensteht.
Dies wird als eine der größten Herausforderungen identifiziert, da die Gefahr besteht, dass diese Generation aufgrund kultureller Assimilation den Bezug zur Migrationsgemeinde verliert.
Durch die oft extreme geografische Ausdehnung der Gemeindebezirke entstehen hohe Anforderungen an die Mobilität, finanzielle Belastungen und Erschwernisse bei der Pflege einer intensiven christlichen Gemeinschaft.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das neutestamentliche Modell bei Lukas eher multikulturell geprägt war, was eine kritische Reflexion der heute oft homogenen Struktur von Diasporagemeinden nahelegt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

