Bachelorarbeit, 2014
57 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Währungspolitik (made) in China
2.1 Das Trilemma des Wechselkursregimes
2.2 Phasen und Ziele der chinesischen Währungspolitik seit 1978
2.3 Analyse des chinesischen Devisenbestands
2.4 Ist der Renminbi fair bewertet?
2.4.1 Der reale effektive Wechselkurs des Renminbi
2.4.2 Das Konzept der absoluten Kaufkraftparität
2.4.3 Studien zur Untersuchung einer Unterbewertung des Renminbi
3 Ziele und Instrumente der chinesischen Währungspolitik
3.1 Der Zusammenhang zwischen Devisengeschäften und Geldpolitik
3.2 Die Rolle der Sterilisation in Chinas Währungspolitik
3.2.1 Sterilisationsinstrumente der PBC
3.2.2 Die zunehmende Bedeutung des Mindestreservesatzes
3.2.3 Wo liegen die Grenzen der Sterilisationspolitik?
3.3 Die Rolle der Zinsen in Chinas Währungspolitik
3.3.1 Die Steuerung des Kredit- und Einlagenzinses
3.3.2 Gewinner und Verlierer der bisherigen Zinspolitik
3.3.3 Die Liberalisierung der Zinsen in China
3.4 Die Rolle der Kapitalkontrollen in Chinas Währungspolitik
3.4.1 Risiken unkontrollierter Kapitalflüsse
3.4.2 Funktionsweise der Kapitalkontrollen in China
3.4.3 Die Liberalisierung der chinesischen Kapitalbilanz
4 Herausforderungen für die chinesische Währungspolitik
4.1 Das Spannungsverhältnis mit dem Ausland
4.2 Das Spannungsverhältnis im Inland
4.4 Herausforderungen für Chinas neue politische Spitze
4.3 Der Übergang zum freien Wechselkurs – was kann China von Japan lernen?
5 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über die chinesische Währungspolitik zu geben und die komplexen Ziele sowie Instrumente der People's Bank of China (PBC) zu erläutern. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welche Faktoren den währungspolitischen Paradigmenwechsel seit 2005 vorantreiben, welche Risiken die Fortführung der aktuellen Politik birgt und welche Lehren für zukünftige Herausforderungen gezogen werden können.
2.1 Das Trilemma des Wechselkursregimes
Das Trilemma des Wechselkursregimes ist eine grundlegende Erkenntnis aus dem Mundell-Fleming-Modell, welches Marcus Fleming und Alexander Mundell in den Jahren 1962 / 1963 jeweils unabhängig voneinander entwickelt haben. Es beschreibt einen Interessenkonflikt, dem jede offene Volkswirtschaft bei der Wahl des jeweiligen Wechselkursregimes ausgesetzt ist. Aufgrund der entscheidenden Abhängigkeit der Wirkungsweise wirtschaftspolitischer Maßnahmen vom Wechselkursregime ist dessen Wahl eine zentrale Problematik, der sich die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger eines Landes stellen müssen. Vereinfacht wird das Trilemma in der Fachliteratur häufig als Dreieck dargestellt. Wie in Abbildung 1 illustriert, muss sich eine Volkswirtschaft immer für eine Seite des Dreiecks entscheiden. Basierend auf der Wahl ist es möglich, über zwei von drei institutionellen Eigenschaften zu verfügen. Folglich muss die Eigenschaft auf der gegenüberliegenden Seite aufgegeben werden.
Durch die Wahl von Option eins (vgl. Abb. 1) entscheidet sich ein Land für freie Kapitalströme und eine unabhängige Geldpolitik. Beispiele für diese Form eines Wechselkursregimes sind die Vereinigten Staaten und die Europäische Währungsunion. Der Vorteil dieser Option liegt hauptsächlich im Erhalt der eigenständigen Geldpolitik. Hierdurch obliegt es den Zentralbanken, die volle Kontrolle über die Geldmengenentwicklung im Inland auszuüben und flexibel auf Schocks zu reagieren. [Schnabl 2009, S. 11 ff.] Länder, die sich für diese Option entscheiden, haben zwangsweise einen flexiblen Wechselkurs und müssen einen gewissen Grad an Wechselkursvolatilität hinnehmen. Dies ist notwendig, um ein Gleichgewicht auf dem Devisenmarkt herzustellen. [Mishkin 2013, S. 510 ff.] Entscheidender Faktor für die Intensität der Wechselkursvolatilität ist die Offenheit einer Volkswirtschaft. Offene Volkswirtschaften, die sich durch eine hohe Außenhandelsquote auszeichnen, sind konjunkturell besonders anfällig für Wechselkursschwankungen. Aus diesem Grund werden sie sich tendenziell gegen ein Regime völlig freier Wechselkurse entscheiden.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in den wirtschaftlichen Aufholprozess Chinas ein und beleuchtet die Spannungsfelder, die aus der exportorientierten Währungspolitik und der Stabilisierung des Renminbi entstehen.
2 Währungspolitik (made) in China: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen des Trilemmas und analysiert die historische Entwicklung der chinesischen Währungspolitik sowie die Frage nach einer möglichen Unterbewertung des Renminbi.
3 Ziele und Instrumente der chinesischen Währungspolitik: Hier werden die geldpolitischen Werkzeuge der PBC, insbesondere Sterilisationsmechanismen, Zinspolitik und Kapitalkontrollen, detailliert vorgestellt und ihre Wirkungsweise erklärt.
4 Herausforderungen für die chinesische Währungspolitik: Das Kernkapitel analysiert das Spannungsverhältnis zum Ausland, die Binnenproblematik der Immobilienblasen sowie die Lehren, die China aus dem historischen Übergang Japans zum freien Wechselkurs ziehen kann.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit und die Herausforderungen einer weiteren Liberalisierung der chinesischen Währungspolitik.
Renminbi, Währungspolitik, Wechselkursregime, People's Bank of China, Sterilisation, Kapitalkontrollen, Kaufkraftparität, Devisenreserven, Immobilienblase, Exportwachstum, Zinspolitik, Finanzmarktreform, BIP, Globalisierung, Kapitalbilanz.
Die Arbeit untersucht den Wandel und die Herausforderungen der chinesischen Währungspolitik, insbesondere das Spannungsfeld zwischen einem festen Wechselkurs, Exportorientierung und der Notwendigkeit für interne Stabilität.
Die zentralen Themen sind das Trilemma des Wechselkursregimes, die Instrumente der chinesischen Zentralbank zur Liquiditätssteuerung, das Problem der Immobilienpreisblasen sowie der Prozess der schrittweisen Liberalisierung.
Das Ziel ist ein besseres Verständnis für die Ziele und Instrumente der chinesischen Währungspolitik zu entwickeln und zu evaluieren, wie China zukünftige Herausforderungen bei der Abkehr vom exportgetriebenen Wachstumsmodell bewältigen kann.
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung, basierend auf ökonomischer Theorie (u.a. Mundell-Fleming) und einer empirischen Untersuchung anhand von Indikatoren wie dem Big-Mac-Index und historischen Wechselkursdaten.
Im Hauptteil werden sowohl die Instrumente der PBC (Sterilisation, Zinspolitik) detailliert analysiert als auch die negativen Auswirkungen auf das In- und Ausland sowie der Vergleich mit den historischen Erfahrungen Japans in den 1970er Jahren erörtert.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Renminbi, Währungspolitik, PBC, Kapitalverkehrskontrollen, Sterilisation und finanzielle Stabilität definieren.
Das Trilemma dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, warum China nicht gleichzeitig einen festen Wechselkurs, freien Kapitalverkehr und eine unabhängige Geldpolitik haben kann, was die strikten Kapitalkontrollen begründet.
Die Arbeit zeigt, dass die künstliche Zinspolitik zur Stabilisierung der Währung zu einer Flucht in Immobilien führte, was Spekulationsblasen begünstigte und nun ein hohes Risiko für die Stabilität des Finanzsystems darstellt.
Japan diente als historisches Beispiel für den Übergang von einem Festkurssystem zu flexiblen Wechselkursen, wobei China von Japans gemachten Fehlern (zu zögerliche Reformen, politischer Widerstand) lernen kann.
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