Masterarbeit, 2014
96 Seiten, Note: 1,7
A. Vorbemerkungen
B. Rahmenbedingungen und Herkunft des Betriebsverfassungsgesetzes und der Wahlordnung
I. Betriebsverfassungsgesetz
II. Betriebsverfassungsgesetz ab 1952
III. Abgrenzung Betriebsrat und Personalrat
IV. Verfassungsrechtliche Vorgaben zur freien und gleichen Wahl
V. Wahlordnung
C. Grundzüge der Betriebsratswahl
I. Zeitraum einer Betriebsratswahl
II. Durchführung und Leitung der Wahl
1. Benennung des Wahlvorstands ohne vorherigen Betriebsrat
2. Benennung des Wahlvorstands durch Betriebsrat
3. Benennung des Wahlvorstands durch das Arbeitsgericht
4. Bestellung des Wahlvorstands im vereinfachten Wahlverfahren
5. Wesentliche Aufgaben des Wahlvorstands
6. Streitfragen im laufenden Wahlverfahren
III. Besondere Kündigungsschutzvorschriften
1. Schutz nach dem Kündigungsschutzgesetz
2. Schutz nach dem Betriebsverfassungsgesetz
3. Nachwirkung des Kündigungsschutzes
4. Sonderfälle und Ausnutzung des Kündigungsschutzgesetzes
IV. Kosten einer Betriebsratswahl
V. Arbeitsweise und Schulung des Betriebsrats
D. Anfechtung der Betriebsratswahl
I. Berechtigte für eine Anfechtung der BR-Wahl
1. Drei wahlberechtigte Arbeitnehmer
2. Jede im Betrieb vertretene Gewerkschaft
3. Der Arbeitgeber
4. Ausnahme bei der Nichtigkeit
II. Frist für die Anfechtung einer Betriebsratswahl
III. Unterschied zwischen Nichtigkeit und Anfechtung der Betriebsratswahl und deren Rechtsfolgen
1. Nichtigkeit der Betriebsratswahl
2. Rechtsfolgen einer nichtigen Betriebsratswahl
3. Rechtsfolgen einer unwirksamen Betriebsratswahl
IV. Nichtigkeit der Betriebsratswahl – Anhand der Rechtsprechung
1. Betriebsratswahl in einem Betrieb, der nicht dem BetrVG unterliegt
2. Nichtige Wahl eines Wahlvorstands
3. Wahl eines Betriebsrats, obwohl schon ein Gesamtbetriebsrat besteht
4. Weitere Nichtigkeitsgründe einer Betriebsratswahl
V. Tatbestandsmerkmale für die Rechtswidrigkeit der Betriebsratswahl
1. „Muss- und Sollvorschriften“
2. Berichtigung durch Wahlvorstand
3. Kausaler Zusammenhang mit dem Wahlergebnis
4. Anfechtungsgründe
a) Anfechtbarkeit aufgrund von Verstößen gegen das Wahlrecht
aa) Leiharbeitnehmer
bb) Leitende Angestellte
cc) Beamte
dd) Auszubildende
1. Volljährigkeit
2. Verselbständigte Einrichtung
b) Anfechtbarkeit aufgrund von Verstößen gegen die Wählbarkeit
aa) Mindestalter
bb) Betriebszugehörigkeit
cc) Wählbarkeit bestimmter Personengruppen
c) Anfechtung aufgrund von Verstößen gegen Wahlvorschriften
aa) Zahl der Betriebsratsmitglieder und Zusammensetzung
bb) Zeitpunkt der Betriebsratswahl
cc) Wahlgrundsätze
dd) Wahlverfahren
ee) Bestellung des Wahlvorstands
ff) Vorbereitung und Durchführung der Wahl
gg) Wahlschutz
1. Behinderung der Wahl
2. Beschränkung des Wahlrechts
3. Verbot unzulässiger Wahlbeeinflussung
VI. Das Verfahren selbst
E. Anfechtung der Betriebsratswahl in der Praxis
I. Möglichkeit der Anfechtung
II. Tatsächliche Anfechtung
III. Vorbeugende Maßnahmen
F. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht die rechtlichen und tatsächlichen Hindernisse für die Wirksamkeit von Betriebsratswahlen in der Praxis. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Tatbestandsmerkmalen einer rechtswidrigen Wahl, die zur Anfechtung oder Nichtigkeit führen können, sowie mit den Fehlerquellen, die bei den Wahlen auftreten.
1. Nichtigkeit der Betriebsratswahl
Die Nichtigkeit einer Betriebsratswahl wird nur in Ausnahmefällen gegeben sein und muss von der reinen Anfechtung abgegrenzt werden. Voraussetzung der Nichtigkeit ist, dass grobe und offensichtliche Verstöße gegen wesentliche Wahlregeln vorliegen und dass selbst der Anschein einer gesetzeskonformen Wahl nicht mehr gegeben ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist eine nichtige Wahl nur in extremen Ausnahmefällen anzunehmen. Auch eine Häufung von Verstößen, die für sich allein nur Anfechtungsgründe wären, führt nicht zur Nichtigkeit der Betriebsratswahl, und zwar weder durch eine Addition der Fehler noch durch eine Gesamtwürdigung. Diese neue Rechtsauslegung des Bundesarbeitsgerichts ab 2003 führt zu mehr Rechtsklarheit und damit zu mehr Rechtssicherheit. Demnach können Betriebsratswahlen nur noch innerhalb der Anfechtungsfrist und nach den weiteren Voraussetzungen des § 19 BetrVG geltend gemacht werden, es sei denn, dass bereits ein Wahlverstoß für sich allein genommen zur Nichtigkeit führt. Dann ist eine Geltendmachung für jedermann, zu jeder Zeit, in jeder Form möglich, wenn der Berechtigte ein Interesse an der Feststellung der nichtigen Betriebsratswahl hat.
Jedermann beruft sich auf jeden, der ein Interesse an der Feststellung hat. Dies sind die Anfechtungsberechtigten aus § 19 Abs. 2 BetrVG und zusätzlich der einzelne Arbeitnehmer.
A. Vorbemerkungen: Einleitung in die Bedeutung der betrieblichen Mitbestimmung und die rechtlichen Herausforderungen bei der Durchführung von Betriebsratswahlen.
B. Rahmenbedingungen und Herkunft des Betriebsverfassungsgesetzes und der Wahlordnung: Erläuterung der historischen Entwicklung des Gesetzes und der verfassungsrechtlichen Einordnung der betrieblichen Mitbestimmung.
C. Grundzüge der Betriebsratswahl: Darstellung des Wahlverfahrens, der Rollen von Wahlvorstand und Betriebsrat sowie der relevanten Kündigungsschutz- und Kostenvorschriften.
D. Anfechtung der Betriebsratswahl: Analyse der Rechtsfolgen von Verstößen gegen Wahlvorschriften sowie detaillierte Erörterung der Anfechtungsberechtigten und der Gründe für Nichtigkeit oder Rechtswidrigkeit.
E. Anfechtung der Betriebsratswahl in der Praxis: Auswertung empirischer Daten zur Anfechtungshäufigkeit basierend auf Interviews mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden im Raum Berlin-Brandenburg.
F. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse, welche die Seltenheit nichtiger Wahlen und die Bedeutung fachgerechter Schulungen zur Fehlerprävention hervorhebt.
Betriebsratswahl, Betriebsverfassungsgesetz, Wahlordnung, Anfechtung, Nichtigkeit, Wahlvorstand, Kündigungsschutz, Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeitnehmer, Wählbarkeit, Wahlrecht, Mitbestimmung, Wahlanfechtung, Rechtswidrigkeit, Schulung.
Die Arbeit analysiert die rechtlichen Voraussetzungen und tatsächlichen Hindernisse bei Betriebsratswahlen in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, wie Rechtsfehler zur Anfechtbarkeit oder Nichtigkeit einer Wahl führen.
Die zentralen Themen sind das Wahlverfahren nach dem Betriebsverfassungsgesetz, die Abgrenzung von Anfechtung und Nichtigkeit, der besondere Kündigungsschutz für Beteiligte sowie die praktische Durchführung von Wahlen.
Das Ziel ist es, die Tatbestandsmerkmale einer rechtswidrigen Betriebsratswahl darzulegen und durch eine empirische Erhebung praxisnah aufzuzeigen, warum und wie häufig es tatsächlich zu Anfechtungen kommt.
Die Arbeit kombiniert eine juristische Analyse der einschlägigen Gesetzgebung und Rechtsprechung mit einer empirischen Erhebung durch Experteninterviews mit Gewerkschaften und Verbänden im Raum Berlin-Brandenburg.
Der Hauptteil behandelt die Grundzüge des Wahlverfahrens, die spezifischen Anforderungen an den Wahlvorstand, die Anfechtungsgründe aufgrund von Verstößen gegen Wahlrecht oder Wahlvorschriften sowie die empirischen Ergebnisse zur Anfechtungspraxis.
Zu den prägenden Begriffen gehören Betriebsratswahl, Anfechtung, Nichtigkeit, Kündigungsschutz, Leiharbeitnehmer, Wahlvorstand und Mitbestimmung.
Während eine anfechtbare Wahl bis zur rechtskräftigen Entscheidung durch das Arbeitsgericht wirksam bleibt, hat eine Nichtigkeitserklärung eine rückwirkende Entfaltungskraft, wodurch die Handlungen des Betriebsrats als rechtlich nie existent behandelt werden.
Der Gesetzgeber gewährt Wahlvorständen und Wahlbewerbern einen besonderen Sonderkündigungsschutz, um ihre Tätigkeit vor Sanktionen durch den Arbeitgeber zu bewahren und eine ungestörte Durchführung der Betriebsratswahl zu gewährleisten.
Nach aktueller Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts müssen Leiharbeitnehmer bei der Ermittlung der Betriebsratsgröße berücksichtigt werden, was direkte Auswirkungen auf die Anzahl der zu wählenden Betriebsratsmitglieder hat und somit bei Nichtbeachtung zu Wahlanfechtungen führen kann.
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