Masterarbeit, 2014
226 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Aktueller Forschungsstand
2.1 Kinder in alkoholbelasteten Familien
2.2 Geschwisterbeziehungen
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Qualitative Forschung
3.2 Datenerhebung: Anlehnung an das narrativ-biografische Interview nach Schütze
3.3 Datenauswertung: Dokumentarische Methode
3.4 Datenmaterial und individuelles Vorgehen
3.4.1 Beispielhaftes Vorgehen am Fall Jens
4. Falldarstellungen und Ergebnisse
4.1 Der Fall Jens
4.1.1 Familienleben
4.1.2 Beziehung zum Bruder in der (frühen) Kindheit
4.1.3 Beziehung zum Bruder in der Jugend
4.1.4 Aktuelle Geschwisterbeziehung
4.1.5 Individueller Umgang mit der väterlichen Sucht
4.1.6 Umgang mit der väterlichen Sucht innerhalb der Geschwisterbeziehung
4.2 Der Fall Lena
4.2.1 Familienleben
4.2.2 Beziehung zu den Geschwistern in der (frühen) Kindheit
4.2.3 Aktuelle Geschwisterbeziehung
4.2.4 Individueller Umgang mit der väterlichen Sucht und Umgang innerhalb der Familie
4.2.5 Umgang mit der väterlichen Sucht innerhalb der Geschwisterbeziehung
4.3 Der Fall Arthur
4.3.1 Familienleben
4.3.2 Geschwisterbeziehung in der Kindheit
4.3.3 Aktuelle Geschwisterbeziehung
4.3.4 Individueller Umgang mit der väterlichen Sucht
4.3.5 Umgang mit der väterlichen Sucht innerhalb der Geschwisterbeziehung
4.4 Komparative Fallanalyse
4.5 Sinngenetische Typenbildung
4.5.1 Typ 1: Bearbeitung der väterlichen Suchtproblematik in der Geschwisterbeziehung
4.5.1.1 Untertyp 1a: Überwiegend aktives Bearbeiten der väterlichen Suchtproblematik in der Geschwisterbeziehung zum Wohle des Geschwisters
4.5.1.2 Untertyp 1b: Überwiegend passives Bearbeiten der väterlichen Suchtproblematik durch geteilte Bearbeitungsstrategien und Ansichten
4.5.2 Typ 2: Keine Bearbeitung der väterlichen Suchtproblematik in der Geschwisterbeziehung
4.5.2.1 Untertyp 2a: Dethematisierung zum Schutz der Geschwister
4.5.2.2 Untertyp 2b: Dethematisierung aufgrund von Distanz in der Geschwisterbeziehung
5. Bezug zu den bisherigen Forschungserkenntnissen
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die geschwisterlichen Beziehungen in Familien mit alkoholabhängigen Elternteilen, um zu klären, wie Kinder und junge Erwachsene mit der väterlichen Suchterkrankung innerhalb dieser Beziehung umgehen und ob Geschwister als Ressource für die Bewältigung dienen können.
3.4.1 Beispielhaftes Vorgehen am Fall Jens
Auszug aus der formulierenden Interpretation
In der formulierenden Interpretation geht es zuerst darum, den thematischen Gehalt des Gesagten wiederzugeben und für den jeweiligen Abschnitt das Oberthema (OT) und ein Unterthema (UT) zu identifizieren.
Absatz 1
1-24 OT: Kindheit
1-6 UT: Charakter als Kind
Jens stellt sich mit Namen vor. Er sei ursprünglich in der Nähe von S-Stadt geboren und aufgewachsen. Er sei ein schüchternes Kind gewesen, dem es schwer gefallen sei, mit anderen in Kontakt zu treten. Er sei eher ein Einzelgänger gewesen, was sich nicht verändert habe.
6-12 UT: fehlendes Interesse für Bruder
Im Alter von zwei Jahren habe er einen Bruder bekommen. Ihm sei erzählt worden, dass er sich nie für diesen interessiert habe. Entgegen der Normalität sei er nie bei ihm gewesen. Bis „über die Grundschule hinweg“ habe sich das auch nicht verändert.
12-16 UT: Schulwechsel bringt Aufgeschlossenheit
In der sechsten/siebten Klasse sei er aufgeschlossener und aufgeweckter geworden. Er sieht den Grund dafür im Schulwechsel in einen anderen Ort und darin, dass er früher die Leute immer gemieden habe.
16-24 UT: Fußballverein im Nachbarort
Mit fünf Jahren sei er in den Fußballverein des Nachbarorts gegangen. In dem zwei bis dreitausend Einwohnerdorf, in dem er geboren sei, habe er sich mit den Leuten nie zurecht gefunden und immer im Nachbarort Fußballspielen wollen. Warum dies so sei, wisse er nicht.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Relevanz von Kindern in suchtbelasteten Familien und definiert das Forschungsinteresse an Geschwisterbeziehungen als potenzielle Ressource.
2. Aktueller Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Studien zu Kindern aus Suchtfamilien sowie zur Geschwisterforschung und identifiziert Forschungslücken.
3. Methodisches Vorgehen: Hier wird der Einsatz narrativ-biografischer Interviews und der dokumentarischen Methode begründet sowie das individuelle Analysevorgehen erläutert.
4. Falldarstellungen und Ergebnisse: Dieser Hauptteil analysiert detailliert drei Einzelfälle (Jens, Lena, Arthur), führt eine komparative Analyse durch und entwickelt eine erste Typologie zur Suchtbearbeitung.
5. Bezug zu den bisherigen Forschungserkenntnissen: Die empirischen Ergebnisse werden hier mit theoretischen Modellen (z. B. Rollenmodelle nach Wegscheider) in Beziehung gesetzt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungsperspektiven.
Suchterkrankung, Alkoholabhängigkeit, Geschwisterbeziehung, qualitative Sozialforschung, dokumentarische Methode, narrative Interviews, Familienklima, Resilienz, Bewältigungsstrategien, Suchtfamilie, Bindungsverhalten, Rollenmodelle, Typenbildung, Kindeswohl, Familienalltag.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Geschwisterbeziehungen in Familien, in denen ein Elternteil alkoholabhängig ist, und analysiert deren Rolle bei der Bewältigung dieser familiären Krisensituation.
Zentral sind die Auswirkungen der elterlichen Sucht auf das Familiensystem, das Rollenverhalten von Geschwistern sowie die Identifikation von Bewältigungsstrategien innerhalb der Geschwisterbindung.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und wie die elterliche Alkoholerkrankung innerhalb der Geschwisterbeziehung bearbeitet wird und ob diese Beziehung als Ressource oder Schutzfaktor fungieren kann.
Es wird eine qualitative Forschungsstrategie verfolgt, die narrativ-biografische Interviews durchführt und diese mittels der dokumentarischen Methode nach Bohnsack auswertet.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Falldarstellung dreier Personen (Jens, Lena, Arthur), ihre komparative Analyse sowie die Entwicklung einer sinngenetischen Typologie der Suchtbearbeitung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Suchtproblematik, Geschwisterdynamik, Resilienz, qualitative Analyse, Bewältigungsmuster und Familienalltag.
Die Rollenverteilung (z.B. Schutzrolle des Älteren oder das Rollenmodell nach Wegscheider) wird genutzt, um die Dynamik innerhalb der untersuchten Familien und die individuellen Strategien der Geschwister zu verstehen.
Die Ergebnisse zeigen ein Spektrum von aktiver Bearbeitung und wechselseitigem Schutz bis hin zur Dethematisierung (Verleugnung) oder Flucht aus der familiären Situation.
Ja, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Geschwisterbeziehungen eine wesentliche Rolle bei der Bewältigung spielen können, allerdings hängt dies stark von der Qualität der Beziehung und den individuellen Bearbeitungsstrategien ab.
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