Diplomarbeit, 2000
129 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG: EUROPAS UNSELBSTVERSTÄNDLICHE DEMOKRATIE
2 POLITIK, EUROPÄISIERUNG UND DEMOKRATIE
3 DIE DEMOKRATIEDEFIZITE DER EUROPÄISCHEN UNION - EIN MEHREBENENSYSTEM MIT VIELEN DEFIZITEN
3.1 UNGENÜGENDE DEMOKRATISCHE LEGITIMATION DURCH MITGLIEDSSTAATEN (INTERNATIONALE DIMENSION)
3.2 DIREKTE LEGITIMATION DER EU-ORGANE (SUPRANATIONALE DIMENSION)
3.3 UNDURCHSICHTIGE KOMITOLOGIE UND EUROPÄISCHE TECHNOKRATIE (INFRANATIONALE DIMENSION)
3.4 DIE STRUKTURELLEN DEFIZITE EUROPÄISCHER DEMOKRATIE
3.5 ENTWERTUNG DER NATIONALSTAATLICHEN DEMOKRATIE
4 DIE NEUARTIGE HERAUSFORDERUNG DER EUROPÄISCHEN DEMOKRATIEDEFIZITE
4.1 EU ALS INTERNATIONALE ORGANISATION?
4.2 EU ALS REGIMEBÜNDEL?
4.3 EU ALS KONFÖDERATION?
4.4 EU ALS FÖDERATIVER STAAT?
4.5 DIE EU ALS MEHREBENEN-POLITIKSYSTEM SUI GENERIS
4.5.1 Ablehnung eines europäischen Mehrheits-Parlamentarismus
4.5.2 Ablehnung des Rückzugs auf nationale Autonomie
5 AKTUELLE REFORMANSÄTZE DER POLITIKWISSENSCHAFT
5.1 REFORMBEITRÄGE IM RAHMEN REPRÄSENTATIVER DEMOKRATIE
5.1.1 Ansatzpunkt gouvernementale Repräsentation
5.1.2 Ansatzpunkt parlamentarische Repräsentation
5.1.3 Ansatzpunkt assoziative Repräsentation
5.2 REFORMANSÄTZE IM RAHMEN DIREKTER DEMOKRATIE
5.2.1 Europaweite Volksentscheide
5.2.2 Indirekte europäische Volksinitiative
5.2.3 Freiwillige Referenden
5.2.4 Zwingendes Referendum
5.2.5 Direktdemokratische Vetos
5.2.6 Direktwahl der Kommission
5.2.7 Abwahlpetition
5.3 REFORMANSÄTZE IM BEREICH BÜRGERLICHER RECHTE
5.4 KONSTITUTIONALISIERUNG ZUR DEMOKRATISIERUNG
6 REALISIERUNGSCHANCEN DEMOKRATISCHER REFORMANSÄTZE
7 FAZIT UND AUSBLICK: NACH NIZZA BLEIBT DIE SKEPSIS
Die vorliegende Arbeit untersucht das Demokratiedefizit der Europäischen Union in ihrer Funktion als komplexes Mehrebenensystem und analysiert politikwissenschaftliche Reformansätze auf ihre Umsetzbarkeit hin. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Demokratisierung der europäischen Integration zu identifizieren, die trotz der bestehenden intergouvernementalen Strukturen praktikabel sind.
Die neuartige Herausforderung der europäischen Demokratiedefizite
Im vorangehenden Kapitel sind sehr verschiedenartige Mängel aufgezeigt worden, die an der Demokratie im politischen System der EU und ihrer Mitgliedsstaaten zu erkennen sind. Gleichzeitig soll betont werden, dass es zum Grundsatz demokratischen Regierens keinen entsprechenden, Legitimation schaffenden Ersatz gibt. Aus diesen beiden Vorgaben leitet sich die Frage her, wie denn Demokratie in Europa gestärkt und verwirklicht werden kann.
Wenn eine solche Frage gestellt wird, dann wird eine Beschäftigung mit dem Wesen der EU notwendig. Was für ein Wesen ist die EU? Wie ist das politische Gebilde der Union verfasst? Welche Form des Regierens ist ihm angemessen?
1 EINLEITUNG: EUROPAS UNSELBSTVERSTÄNDLICHE DEMOKRATIE: Diese Einleitung führt in die Problematik des Demokratiedefizits der EU ein, die sich aus der zunehmenden Europäisierung von Politikbereichen ergibt.
2 POLITIK, EUROPÄISIERUNG UND DEMOKRATIE: Dieses Kapitel erörtert, wie die wachsende Kompetenzübertragung auf die EU-Ebene die demokratische Kontrolle und Legitimation innerhalb der Mitgliedsstaaten tangiert.
3 DIE DEMOKRATIEDEFIZITE DER EUROPÄISCHEN UNION - EIN MEHREBENENSYSTEM MIT VIELEN DEFIZITEN: Hier erfolgt eine systematische Einteilung der Defizite in fünf Bezugsrahmen, um die Vielfältigkeit der Mängel abzubilden.
4 DIE NEUARTIGE HERAUSFORDERUNG DER EUROPÄISCHEN DEMOKRATIEDEFIZITE: Das Kapitel analysiert das Wesen der EU als Mehrebenensystem sui generis und warum klassische staatliche Demokratisierungskonzepte hier nur begrenzt greifen.
5 AKTUELLE REFORMANSÄTZE DER POLITIKWISSENSCHAFT: Dieser Hauptteil kategorisiert und diskutiert Reformvorschläge, unterteilt in repräsentative, direkte, bürgerrechtliche Ansätze und Konstitutionalisierung.
6 REALISIERUNGSCHANCEN DEMOKRATISCHER REFORMANSÄTZE: Hier wird kritisch hinterfragt, ob die wissenschaftlich entwickelten Reformen angesichts der bestehenden Akteurskonstellationen und der Vertragslogik tatsächlich politisch umsetzbar sind.
7 FAZIT UND AUSBLICK: NACH NIZZA BLEIBT DIE SKEPSIS: Das Fazit zieht eine ernüchternde Bilanz der Reformbemühungen und betont, dass die Regierungen weiterhin nationale Interessen über eine substantielle Demokratisierung stellen.
Demokratiedefizit, Europäische Union, Mehrebenensystem, Europäisierung, Supranationalität, Intergouvernementalismus, politische Legitimation, Volkssouveränität, direkte Demokratie, Repräsentationsformen, politische Integration, Vertragsreform, Regierungskonferenz, Kompetenzverteilung.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Macht der Europäischen Union und ihrem mangelnden demokratischen Legitimationsgehalt.
Zentrale Themen sind die verschiedenen Ebenen des Demokratiedefizits, der Charakter der EU als Mehrebenensystem sowie verschiedene Reformmodelle zur Stärkung der Bürgerbeteiligung.
Das Ziel ist es, zu eruieren, wie Demokratie in Europa unter den spezifischen Bedingungen der EU real gestärkt werden kann, ohne dabei die Realitäten politischer Machtverhältnisse zu ignorieren.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Diskursanalyse, um theoretische Demokratisierungskonzepte vor dem Hintergrund der empirischen Realität der EU zu evaluieren.
Im Hauptteil werden Reformvorschläge diskutiert, die von parlamentarischen Ansätzen und direkter Demokratie bis hin zu einer möglichen Verfassung für die EU und sozialen Bürgerrechten reichen.
Begriffe wie Mehrebenensystem, Demokratiedefizit, Legitimation und politische Integration sind essentiell für das Verständnis der Argumentation.
Weil die EU kein klassischer Staat ist, schlagen viele traditionelle demokratische Rezepte fehl; das Verständnis ihrer einzigartigen Struktur ist Voraussetzung für sinnvolle Reformansätze.
Der Autor äußert sich skeptisch: Da die Entscheidungsträger (Regierungen) von der aktuellen Struktur profitieren, besteht kaum ein Anreiz zur Selbstbeschränkung zugunsten demokratischer Reformen.
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