Magisterarbeit, 1999
79 Seiten, Note: sehr gut (1,3)
1. Einleitung
2. Der Nouveau Roman
2.1. Die wichtigsten Vertreter des Nouveau Roman
2.1.1. Nathalie Sarraute
2.1.2. Claude Simon
2.1.3. Michel Butor
2.2. Alain Robbe-Grillet
2.2.1. Die theoretischen Schriften Robbe-Grillets
3. Dieter Wellershoff und der Neue Realismus
3.1.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Nouveau Roman
3.1.2. Alain Robbe-Grillet und Dieter Wellershoff
4. Vergleichende Stilanalyse/Erzählerische Praxis
4.1. "Die Radiergummis"
4.1.1. Formale Aspekte
4.1.2. Inhaltliche Aspekte
4.1.3. Umsetzung theoretischer Forderungen
4.2. "Die Niederlage von Reichenfels"
4.2.1. Formale Aspekte
4.2.2. Inhaltliche Aspekte
4.2.3. Umsetzung theoretischer Forderungen
4.3. "Ein schöner Tag"
4.3.1. Formale Aspekte
4.3.2. Inhaltliche Aspekte
4.3.3. Umsetzung theoretischer Forderungen
4.4. "Einladung an alle"
4.4.1. Formale Aspekte
4.4.2. Inhaltliche Aspekte
4.4.3. Umsetzung theoretischer Forderungen
5. Zusammenfassung
6. Ausblick/Offene Fragen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des französischen "Nouveau Roman", insbesondere des Werkes von Alain Robbe-Grillet, auf Dieter Wellershoffs Konzept des "Neuen Realismus". Ziel ist es, durch eine vergleichende Stilanalyse der Romane "Die Radiergummis", "Die Niederlage von Reichenfels", "Ein schöner Tag" und "Einladung an alle" zu prüfen, inwieweit theoretische Forderungen in die erzählerische Praxis umgesetzt wurden.
Die theoretischen Schriften Robbe-Grillets
Robbe-Grillet war überzeugt, für ein großes Publikum zu schreiben, so daß ihn die Kritik und Mißbilligung seiner Werke doch verletzt hat. In seiner Essay-Sammlung "Argumente für einen neuen Roman" versucht er denn auch, das scheinbar Widersprüchliche in seinen Werken und seinen theoretischen Äußerungen zu erklären. Bereits mit seinen ersten Artikeln in der Wochenzeitschrift "L'Express" erregte er Aufsehen, allerdings in von ihm so nicht erwarteter, negativer Weise. So hatte er geschrieben, daß sich die Formen des Romans entwickeln müßten, wenn sie lebendig bleiben wollten. Die Kritik warf ihm daraufhin Vereinfachung und Unsinnigkeit vor.
Robbe-Grillet reagierte auf diese Kritik mit einem längeren Essay, welcher in der "Nouvelle Revue francaise" erschien. Verwundert mußte er jedoch feststellen, daß statt der Beseitigung von Mißverständnissen seine Ansichten jetzt als Schule verstanden wurden und er als Begründer einer "Schule des Blicks" galt, der man auch andere Schriftsteller zuordnete. Dabei wollte Robbe-Grillet keinesfalls eine neue Theorie des Romans mit seinen Texten begründen. Auch weist er den Vorwurf zurück, daß er seine Ansichten über neue Formen des Romans den anderen Romanciers aufzwingen wolle. Für ihn war die Bezeichnung Nouveau Roman lediglich geeignet, solche Schriftsteller zusammenzufassen, die ähnlich wie er selbst auf der Suche nach neuen Romanformen waren. Es ging ihm um die Darstellung der neuen Beziehungen zwischen Mensch und Welt, die seiner Ansicht nach auch neue formale Strukturen erforderten.
1. Einleitung: Eingrenzung des Themas und methodisches Vorgehen bei der Untersuchung des Einflusses des Nouveau Roman auf Wellershoffs Neuen Realismus.
2. Der Nouveau Roman: Analyse der literarischen Strömung in Frankreich und deren theoretischer sowie praktischer Ansätze.
3. Dieter Wellershoff und der Neue Realismus: Darstellung des Konzepts des Neuen Realismus und dessen antithetische Entwicklung.
4. Vergleichende Stilanalyse/Erzählerische Praxis: Exemplarische Untersuchung der Umsetzung theoretischer Forderungen in ausgewählten Romanen beider Autoren.
5. Zusammenfassung: Resümee über die Beeinflussung Wellershoffs durch den Nouveau Roman bei gleichzeitiger Wahrung seiner Eigenständigkeit.
6. Ausblick/Offene Fragen: Reflexion über die Impulse der untersuchten Strömungen für die Weiterentwicklung des modernen Romans.
Nouveau Roman, Neuer Realismus, Dieter Wellershoff, Alain Robbe-Grillet, Literaturtheorie, Stilanalyse, Erzähltechnik, Realismus, Subjektivität, Rezeption, Wirklichkeitsdarstellung, Romanform, Moderne Literatur.
Die Hausarbeit analysiert den literarischen Einfluss des französischen Nouveau Roman auf Dieter Wellershoff und sein theoretisches Konzept des Neuen Realismus.
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen beider Literaturkonzepte, die Rolle der literarischen Form, das Verhältnis von Autor, Leser und Wirklichkeit sowie die Frage nach gesellschaftskritischen Aspekten der Literatur.
Das Ziel ist eine kritische Prüfung, inwieweit die theoretischen Postulate der Autoren – etwa die Abkehr vom traditionellen Balzac-Roman – in ihrer konkreten erzählerischen Praxis realisiert wurden.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Stilanalyse, die durch eine fundierte Auseinandersetzung mit der literaturtheoretischen Sekundärliteratur gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Strömungen, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Romane "Die Radiergummis", "Die Niederlage von Reichenfels", "Ein schöner Tag" und "Einladung an alle".
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nouveau Roman, Neuer Realismus, Subjektivität, Erzähltechnik, Wirklichkeitsdarstellung und literarische Innovation.
Die Arbeit zeigt auf, dass insbesondere bei Robbe-Grillet und Wellershoff persönliche Erfahrungen und der Prozess des Schreibens als "Suchen" eine zentrale, den Roman prägende Rolle spielen.
Dieser Roman dient als Beispiel für die "Herausforderung des Sachbuchs", bei der Wellershoff dokumentarische Elemente und Fiktion miteinander verknüpft, um komplexe Realitäten abzubilden.
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