Diplomarbeit, 2013
79 Seiten, Note: 1,1
Anstelle eines Vorworts
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Methodisches Vorgehen und wissenschaftstheoretische Einordnung
2 Grundzüge des „klassischen“ Target Costing
2.1 Geschichte und Definition
2.2 Methodik
2.2.1 Zielkostenfindung und Zielkostenfestlegung
2.2.2 Zielkostenspaltung
2.2.3 Zielkostenanalyse und Zielkostenerreichung
2.3 Relevante Merkmale und Zielsetzungen des Target Costing
2.3.1 Kostenmanagement
2.3.2 Produktlebenszyklusorientierung und Vollkostenrechnung
2.3.3 Marktorientierung und Segmentierung
2.3.4 Mitarbeiterbezogene Aspekte
2.4 Ergänzung des Target Costing durch die Prozesskostenrechnung
2.4.1 Geschichte der Prozesskostenrechnung
2.4.2 Methodik und zentrale Grundannahmen der Prozesskostenrechnung
2.4.3 Verknüpfung von Target Costing und Prozesskostenrechnung
2.5 Target Costing im Dienstleistungssektor
2.5.1 Spezifische Merkmale von Dienstleistungen
2.5.2 Die Anwendung von Target Costing im Dienstleistungssektor
2.6 Erste Bewertung des „klassischen“ Target Costing
3 Grundzüge der Sozialwirtschaft
3.1 Sozialwirtschaft – eine Klärung des Begriffs und der damit verbundenen Arbeitsfelder
3.2 Der Kundenbegriff in der Sozialwirtschaft – das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis
3.3 Das „Markt“-Verständnis der Sozialwirtschaft
3.4 Sozialunternehmen als Erbringer personenbezogener sozialer Dienstleistungen
3.5 Kostenmanagement in der Sozialwirtschaft
4 Übertragung des Target Costing-Ansatzes in die Sozialwirtschaft
4.1 Target Costing in der Sozialwirtschaft – Aspekte der Übertragung
4.1.1 Die organisationalen Voraussetzungen einer Target Costing Implementierung
4.1.2 Aspekte des strategischen Kostenmanagements
4.1.3 Das Ziel: Nutzenmaximierung für den Kunden
4.1.4 No Frills! – Nicht das Beste, sondern das Notwendige
4.1.5 Die Verbindung von Target Costing und Prozesskostenrechnung in sozialwirtschaflichen Arbeitsfeldern
4.1.6 Mitarbeiterorientierung und -motivation
4.2 Target Costing – Probleme und Lösungspotentiale in der Übertragung
4.2.1 Vollkostenrechnung vs. Teilkostenrechnung – Das Problem der Fixkostenproportionalisierung
4.2.2 Zielkostenspaltung – eine kritische Bewertung
4.2.3 Das un-dynamische Target Costing – Kritik aus investitionsrechnerischer Perspektive
4.2.4 Der unbekannte Dritte – Wie kalkulieren Sozialunternehmen im Dienstleistungs-Target Costing den „externen“ Faktor“ und die Leistungsbereitschaft
4.2.5 Schwierigkeiten und Fehler bei der Zielpreisbildung
4.3 Der MEHR-Wert des Target Costing – eine analoge Übertragung mit erweiterten Ziel-Perspektiven
4.3.1 Outcome statt Output – eine andere sozialwirtschaftliche Zielgröße für das Target Costing
4.3.2 Target Costing als handlungsleitende Idee einer „wert“-orientierten Sozialwirtschaft
4.3.3 Zum Schluss – der Ausstieg
4.4 Handlungsempfehlungen zur Einführung des Target Costing in sozialwirtschaftliche Arbeitsfelder
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des Target Costing-Ansatzes auf sozialwirtschaftliche Organisationen. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie ein proaktives Kostenmanagement unter Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen (wie dem sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis) zur Steuerung und strategischen Ausrichtung beitragen kann, ohne den sozialen Auftrag zu gefährden.
2.1 Geschichte und Definition
Die Idee des Target Costing kommt aus Japan, wo sie als „Genka Kikaku“ eingeführt ist. Der oft verwendete Begriff „Zielkostenrechnung“ wird dabei weder dem japanischen Begriff in der korrekten Übersetzung noch dem damit verbundenen Inhalt eines Kostenmanagementsystems gerecht. Horváth und Seidenschwarz schlagen daher den Begriff „Zielkostenmanagement“ vor, der sich in der wissenschaftlichen Literatur durchgesetzt hat und somit auch dieser Arbeit zugrunde liegt.
Auch wenn Toyota schon in den 1960er Jahren erste Ansätze des Target Costing eingeführt hat, so erfolgte eine umfassende Umsetzung in Japan doch erst mit der Ölkrise 1973. Ausgangspunkt war die Notwendigkeit zur Kontrolle im Bereich Einkauf und Beschaffung sowie der Wunsch, partielle Kostenrechnungsansätze in einem Gesamtkonzept zu bündeln.
Die im japanischen Ursprung noch vorhandene Differenzierung in einen marktorientierten, ingenieursorientierten und produktfunktionsorientierten Target Costing Ansatz wurden in der deutschen Rezeption zu einem gemeinsamen Verständnis integriert. Infolge dessen legt auch diese Arbeit eine Target Costing Definition zugrunde, die diese Integration impliziert und die strategie- und marktorientierten Aspekte in den Vordergrund stellt. Hierbei greifen wir zurück auf die Definition von Niemand: „Das System des Target Costing beschreibt einen teamorientierten Ansatz marktorientierten Kostenmanagements, der unter Beachtung von Unternehmensstrategie und –kontext eine den Marktanforderungen entsprechende Entwicklung und Gestaltung eines Leistungssystems durch den integrierten Einsatz vielfältiger Instrumente des Kostenmanagements von Beginn des Entwicklungsprozesses an sicherstellt.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Zielkostenmanagements ein und erläutert die Relevanz einer wissenschaftstheoretischen Einordnung für die Übertragung auf die Sozialwirtschaft.
2 Grundzüge des „klassischen“ Target Costing: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis über die Entstehung, Definition und Methodik des Target Costing, inklusive der Ergänzung durch Prozesskostenrechnung und Besonderheiten im Dienstleistungssektor.
3 Grundzüge der Sozialwirtschaft: Hier werden die spezifischen Merkmale der Sozialwirtschaft, der Kundenbegriff im sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis und die aktuelle Situation des Kostenmanagements in diesem Sektor dargelegt.
4 Übertragung des Target Costing-Ansatzes in die Sozialwirtschaft: Dieser Hauptteil analysiert die Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung, diskutiert kritische Punkte wie das "No-Frills"-Konzept und erweitert den Ansatz um wirkungsorientierte Perspektiven.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestärkt die grundsätzliche Eignung von Target Costing als "Denkphilosophie" für Sozialunternehmen, warnt jedoch vor einer rein schematischen Übernahme.
Target Costing, Zielkostenmanagement, Sozialwirtschaft, Kostenmanagement, Dienstleistungssektor, Prozesskostenrechnung, Sozialunternehmen, Marktorientierung, Lebenszyklusrechnung, Kundenbegriff, Zielkostenspaltung, Qualitätsmanagement, Outcome, Wirkungskonzepte, SROI.
Es geht um die betriebswirtschaftliche Untersuchung, ob und wie der aus der Industrie stammende Managementansatz "Target Costing" auf Organisationen der Sozialwirtschaft übertragen werden kann.
Die zentralen Felder sind die Methoden des Target Costing, die Besonderheiten der Sozialwirtschaft (insbesondere das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis) und die strategische Kostensteuerung in personenbezogenen sozialen Dienstleistungen.
Ziel ist es, ein theoretisch fundiertes Konzept zu erarbeiten, das Sozialunternehmen dabei unterstützt, mit knappen Mitteln hauszuhalten und ihre Angebote marktgerecht sowie wirkungsorientiert zu steuern.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse und der Übertragung bewährter betriebswirtschaftlicher Instrumente (z.B. Prozesskostenrechnung, Lebenszyklusrechnung) auf den Kontext sozialwirtschaftlicher Arbeitsfelder.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Übertragungsanalyse, diskutiert Probleme wie die Preisbildung im regulierten Markt und entwickelt Lösungsansätze für die Integration von Dienstleistungs- und Wirkungszielen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Target Costing, Sozialwirtschaft, Zielkostenmanagement, Prozesskostenrechnung, Dienstleistungscharakter und Outcome-Orientierung.
In der Industrie erfolgt sie oft über Marktpreise, während in der Sozialwirtschaft politische Rahmenbedingungen, Vergabeverfahren und das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis eine dominante Rolle bei der Preisfindung spielen.
Sie erweitert den Fokus vom reinen Output (der erbrachten Dienstleistung) auf die erzielte gesellschaftliche Wirkung (das Outcome für den Nutzer), was den ideellen Sachzielen sozialwirtschaftlicher Organisationen besser gerecht wird.
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