Bachelorarbeit, 2014
77 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Überblick: Politikethnologie, Medien- und Cyberanthropologie
1.1. Politikethnologie
1.2. Cyberethnologie und Medienethnologie
2. Cyberprotest
2.1. Definition
2.2. Positive Aspekte
2.3. Negative Aspekte
2.4. Zwischenfazit Cyberprotest
2.5. Die Entwicklung sozialer Medien
3. Die Gezi-Proteste
3.1. Hintergründe
3.2. Überblick über die Ereignisse
3.3. Menschenrechtsverletzungen während der Proteste
3.4. Traditionelle Medien
3.5. Soziale Medien
4. Eigene Feldforschung
4.1. Forschungsorte und –teilnehmer
4.2. Forschungsfrage
4.3. Methoden zur Datenerhebung
4.4. Forschungsergebnisse
4.5. Reflexion der Methoden und der Datenauswertung
6. Anhang
6.1. Online-Umfrage
6.2. Bilder
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung sozialer Medien für Protestierende während der Gezi-Park-Proteste in der Türkei. Im Zentrum steht die Frage, wie die Akteure digitale Plattformen nutzten, um die durch staatliche Zensur entstandene Lücke in der traditionellen Berichterstattung zu füllen und sich zu organisieren.
2.1. Definition
Der Soziologe und führende Online-Protest-Forscher Dieter Rucht bezeichnet mit dem Begriff Cyberprotest einerseits Protestformen, die sich unter anderem auch auf das Internet stützen oder andererseits ganz innerhalb des Internets ablaufen (Rucht 2005:3). Das Internet kann herkömmliche Offline-Protestformen, die auf öffentlichen Plätzen stattfindenden, wie beispielsweise Demonstrationen und Kundgebungen, begleiten. In diesem Fall wird online über solche Proteste informiert, für sie geworben oder über sie diskutiert. Auf diese Weise kann das Internet bisherige Verteilungswege, wie Telefon, Flugblatt, Plakat, Rundbrief oder Newsletter ersetzen oder unterstützen. Somit wird das Internet für die Vorbereitung, Begleitung oder auch Nachbereitung von Protest genutzt, die eigentliche Protestaktion ist allerdings nicht an das Internet gebunden und findet in der Offline-Welt statt.
Andererseits kann der Protest selbst komplett online stattfinden, sodass die Protestierenden gar nicht mehr physisch zusammenkommen müssen. Dazu gehören beispielsweise Protestbriefe, die per Internet verschickt werden oder Angriffe auf die Webseiten und/oder die Daten eines Gegners, was als hacktivism bezeichnet wird (ebd.: 3). Es gibt Kampagnen globaler Internetaktivisten, beispielsweise die lockeren politischen Zusammenschlüsse, die sich als Anonymous bezeichnen, die Online-Attacken wie das Hacken von unbeliebten Webseiten vornehmen. Diese Zusammenschlüsse sind im Allgemeinen illegal und operieren in einer ethischen Grauzone (Hanrath und Leggewie 2013: 45). Die offiziellen Medien informieren nach Auffassung vieler Online-Protest-Gruppen nicht oder nicht angemessen über deren Aktivitäten, weshalb der Hintergrund von Cyberprotest oft die Unzufriedenheit vieler Protestgruppen mit der Berichterstattung der offiziellen Medien ist (ebd.: 1).
Einleitung: Einführung in die Problematik der Zensur während der Gezi-Proteste und Darlegung der Forschungsfrage.
1. Überblick: Politikethnologie, Medien- und Cyberanthropologie: Theoretische Einordnung der Arbeit in die ethnologischen Teildisziplinen.
2. Cyberprotest: Definition und kritische Diskussion der Vor- und Nachteile von Online-Protesten und deren Entwicklung.
3. Die Gezi-Proteste: Kontextualisierung der Proteste um den Gezi-Park und Darstellung der Rolle von Medien.
4. Eigene Feldforschung: Präsentation der methodischen Herangehensweise und der Ergebnisse aus der Online-Umfrage.
6. Anhang: Dokumentation der Umfrageergebnisse und visuelle Belege der Protestkultur.
Gezi-Proteste, soziale Medien, Cyberprotest, Politikethnologie, Online-Aktivismus, Zensur, Internetgesetz, Facebook, Twitter, Digital Anthropology, Politische Partizipation, Mobilisierung, Türkei, Hacktivismus, Feldforschung
Die Bachelorarbeit beleuchtet die Rolle sozialer Medien während der Gezi-Park-Proteste 2013 in der Türkei und deren Bedeutung für die Protestierenden.
Die zentralen Felder umfassen die Politikethnologie, die Funktion digitaler Medien bei politischen Protesten sowie die Auseinandersetzung mit staatlicher Zensur.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welche Bedeutung soziale Medien für die Protestierenden hatten, insbesondere vor dem Hintergrund des Ausfalls traditioneller Medien.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse und einer eigenen empirischen Feldforschung mittels einer anonymen Online-Umfrage sowie informellen Gesprächen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, definiert Cyberprotest, beschreibt den Verlauf der Gezi-Proteste und wertet die Ergebnisse der Feldforschung aus.
Wichtige Begriffe sind Gezi-Proteste, Online-Aktivismus, soziale Medien, Zensur, digitale Ethnologie und politische Mobilisierung.
Twitter und Facebook waren die zentralen Kommunikations- und Informationskanäle, da sie eine schnellere und ungefilterte Nachrichtenübermittlung ermöglichten als traditionelle Medien.
Die Ergebnisse konnten die These nicht bestätigen, da die Mehrheit der Befragten, die online aktiv waren, auch physisch an Demonstrationen teilnahmen.
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