Masterarbeit, 2014
103 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Sprachkontakt
2.1 Was ist Sprachkontakt?
2.2 Wie wirkt sich Sprachkontakt aus?
3. Sprachkontaktphänomene
3.1 Stand der Forschung
3.1.1. Code-Switching: Definitionen und Funktionen
3.1.1.1 Funktionales Code-Switching
3.1.1.2 Nicht-funktionales Code-Switching
3.1.1.3 Grammatische Bestimmung und Beschränkungen von Code-Switching
3.1.2 Code-Mixing: Definitionen und Funktionen
3.1.2.1 Klassifikationskriterien für Code-Mixing
3.1.3 Transfer und Interferenz
3.1.3.1 Morphologische Interferenzen
3.1.3.2 Lexikalische Interferenzen
3.1.3.3 Syntaktische Interferenzen
4. Sprachkontakt vs. Varietätenkontakt
4.1 Was ist Varietätenkontakt?
4.2 Wie wirkt sich Varietätenkontakt aus?
4.3 Sprachkontaktphänomene beim Varietätenkontakt
4.3.1 Gradata und Interferenzen in der italienischen Sprache
4.3.2 Code-Switching innerhalb der Gradata
5. Migration und Sprache
5.1 Zur sprachlichen Situation italienischer Migranten in Deutschland
6. Analyse
6.1 Corpuserstellung: Erhebung soziolinguistischer Daten
6.2 Vorstellung der Probanden
6.3 Corpusanalyse
6.3.1 Beispiele für Code-Switching
6.3.1.1 Funktionales Code-Switching
6.3.1.1.1 Ausblicke für funktionales Code-Switching
6.3.1.2 Beispiele für nicht-funktionales Code-Switching
6.3.2 Beispiele für Code-Mixing
6.3.3 Beispiele für Transfer und Interferenz
6.3.3.1 Morphologische Interferenzen
6.3.3.2 Lexikalische Interferenzen
6.3.3.3 Syntaktische Interferenzen
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene des Sprachkontakts bei italienischen Migranten in Deutschland, insbesondere den Wechsel zwischen dem italienischen Dialekt (Malitano) und der deutschen Sprache. Das Hauptziel ist es, auf Basis einer Korpusanalyse zu erforschen, wie Sprachkontaktphänomene wie Code-Switching, Code-Mixing, Transfer und Interferenzen in der natürlichen Kommunikation dieser Probandengruppe auftreten und welche soziolinguistischen Faktoren diesen Sprachgebrauch beeinflussen.
3.1.1 Funktionales Code-Switching
Aus soziolinguistischer Perspektive wird die Frage behandelt weshalb Code-Switching in einem spezifischen Kontext auftritt, und nicht, ob dabei eine bestimmte grammatische Regel der beiden beteiligten Sprachen verletzt wird, wie es bei späteren Untersuchungen der Fall ist (vgl. Kapitel 3.1.1.3). Hierbei ist das Code-Switching auch abhängig vom linguistischen Kontext und der sozialen Umgebung des Sprechers.44
Wie bereits erwähnt, wurde das Phänomen Code-Switching von Gumperz im Rahmen der Diskursstrategie eingeführt. Laut Gumperz sind beim Code-Switching die Sprachwahl und das Gesprächsthema besondere Faktoren, die bei der Analyse von Mischungen zu untersuchen gilt, denn durch sie verfolgt der Sprecher eine bestimmte Diskursstrategie.45 Der Sprachwechsel ist also beim funktionalen Code-Switching laut Gumperz durch äußere Faktoren oder strategische Gründe motiviert, demzufolge unterscheidet er zwischen situationellem und konversationellem Code-Switching.46
Zur situationellen Form des Code-Switchings gehören äußere Faktoren wie z.B. Gesprächspartner, Ort der Kommunikation und Gesprächsthema.47 Die Anzeige von Adressaten oder das Hervorheben von bestimmten Nachrichtenteilen sind hier beispielhafte Formen von situationellem Code-Switching.
Aus konversationeller Sicht verfolgt der Wechsel einen kommunikativen Effekt, der diskursstrategisch begründet ist.48 Eine der häufigsten Formen von konversationellem Code-Switching ist das Zitieren in einer der beteiligten Sprachen, um einen genauen Wortlaut oder eine Stimmlage wiederzugeben, was mit einer Übersetzung nicht möglich wäre.49 Auch Dialogpausen und Themenwechsel sind Formen des konversationellem Code-Switchings und dienen als sogenannte Kontextualisierungshinweise (contextualisation cue), sie kündigen demnach einen Wechsel des Gesprächskontextes an.50 Ein Beispiel zur Veranschaulichung eines solchen Wechsels ist:
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Mehrsprachigkeit und Sprachkontaktforschung ein und skizziert die Fragestellung und den Aufbau der Arbeit.
2. Sprachkontakt: Hier werden theoretische Grundlagen des Begriffs Sprachkontakt und dessen soziolinguistische Auswirkungen, einschließlich des Konzepts der Diglossie, erläutert.
3. Sprachkontaktphänomene: Dieses Kapitel definiert detailliert die Phänomene Code-Switching, Code-Mixing, Transfer und Interferenz auf Basis des aktuellen Forschungsstands.
4. Sprachkontakt vs. Varietätenkontakt: Die theoretische Abgrenzung zwischen Sprach- und Varietätenkontakt sowie die Auswirkungen auf Dialektsprecher werden hier untersucht.
5. Migration und Sprache: Dieser Abschnitt beleuchtet die sprachliche Situation italienischer Migranten in Deutschland sowie Aspekte der Identität und des Sprachrepertoires.
6. Analyse: Im Hauptteil wird die empirische Korpusanalyse durchgeführt, bei der erhobene Daten zu Code-Switching, Code-Mixing und Interferenzen ausgewertet werden.
7. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bewertet die Bestätigung theoretischer Tendenz in der Praxis.
Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Code-Switching, Code-Mixing, Transfer, Interferenz, Varietätenkontakt, Diglossie, Migration, Italienisch, Dialekt, Malitano, Soziolinguistik, Korpusanalyse, Sprachrepertoire.
Die Arbeit behandelt die soziolinguistischen Phänomene des Sprachkontakts bei italienischen Migranten in Deutschland, insbesondere den Wechsel zwischen italienischen Varietäten und der deutschen Sprache.
Die zentralen Themen sind Sprachkontakt, Code-Switching, Code-Mixing, Transfer und Interferenzen sowie deren soziolinguistische Bedeutung bei Migranten der ersten und zweiten Generation.
Das Ziel ist die Erforschung der Sprachpraxis italienischer Migranten in Deutschland und der Nachweis, inwieweit theoretisch beschriebene Sprachkontaktphänomene in der natürlichen Kommunikation der Probanden auftreten.
Es wird eine soziolinguistische Herangehensweise gewählt, basierend auf teilnehmender Beobachtung und der Analyse eines Korpus transkribierter Gesprächssequenzen.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Korpusanalyse, in der Beispiele für Code-Switching, Code-Mixing und verschiedene Arten von Interferenzen identifiziert und interpretiert werden.
Wichtige Schlüsselwörter sind Sprachkontakt, Code-Switching, Diglossie, Migration, Italienisch, Dialekt, Mehrsprachigkeit und Soziolinguistik.
Der kalabresische Dialekt Malitano dient als Erstsprache bzw. Basisvarietät der untersuchten Probanden und steht im Mittelpunkt der Untersuchung des Varietätenkontakts mit der deutschen Standardsprache.
Funktionales Code-Switching ist diskursstrategisch motiviert, um kommunikative Effekte zu erzielen, während nicht-funktionales Code-Switching unbewusst erfolgt und psycholinguistisch durch interne Prozesse bei der Sprachproduktion erklärt wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

