Masterarbeit, 2014
157 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Ausgangssituation und politische Positionen in der Ukraine-Krise
2.1 Länder mit Hauptsitz der Untersuchungsmedien ohne direkte Beteiligung am Konflikt: Großbritannien, USA, Katar
2.2 Konfliktparteien: Russland und die Ukraine
3. Nachrichtenunternehmen
3.1 Nachrichten und der Kampf ums Weltbild
3.2 Gründe für die Auswahl der Medien
3.3 Profile der Untersuchungsmedien
3.3.1 Der panarabische Nachrichtensender Al Jazeera
3.3.2 Die British Broadcasting Corporation
3.3.3 Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN
3.3.4 Der russische Nachrichtensender Russia Today
4. Theoretische Grundlagen
4.1 Begriffsdefinitionen
4.1.1 Diskurs
4.1.2 Ideologie
4.1.3 Weitere Begriffe in der Diskursforschung
4.2 Wandel im Verständnis von Sprache im Zuge der linguistischen Wende
4.3 Kritische Diskursanalyse
4.4 Der Zusammenhang von Sprachmerkmalen und Ideologie
4.4.1 Lexik
4.4.2 Transitivität
4.4.3 Repräsentation sozialer Akteure
4.4.4 Modalität
4.4.5 Adjektive und Adverben
4.4.6 Zitierstrukturen
4.4.7 Agenda-Setting und Framing
4.4.8 Zeitform
4.5 Kritik an der Kritischen Diskursanalyse
4.6 Reaktion auf die Kritik – Elektronische Korpuslinguistik
4.6.1 Kollokationen
4.6.2 Referenzkorpora
4.6.3 Concordance Plot
4.6.4 Schlagwort- und Frequenz-Analysen
4.6.5 Konkordanz
5. Methodische Umsetzung
5.1 Auswahl der Nachrichtenartikel und Zusammenstellung der Textkorpora
5.2 Textanalyse
5.2.1 Betrachtung von Überschriften
5.2.2 Feinanalyse des Fließtextes
5.2.2.1 Lexik
5.2.2.2 Konstruktion von Eigen- und Fremdgruppen
5.2.2.3 Adjektive und Adverbien
5.2.2.4 Kontextualisierung von Zitaten
5.2.2.5 Unbestimmtheit von Bewohnern der Krim und Ukraine
5.2.2.6 Transitivität
5.2.2.7 Zitate
5.2.2.8 Themensetzung
6. Ergebnisse und Interpretation
6.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Al Jazeera, BBC und CNN
6.2 Russia Today
6.3 Probleme und Grenzen der Untersuchung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die mediale Berichterstattung über die Ukraine-Krise im Frühjahr 2014, um aufzuzeigen, wie durch sprachliche Konstruktionen auf den Nachrichtenseiten von Al Jazeera, BBC, CNN und Russia Today Ideologien vermittelt werden und welche unterschiedlichen Perspektiven dabei auf den Konflikt entstehen.
3.1 Nachrichten und der Kampf ums Weltbild
Nachrichten haben weitreichenden Einfluss auf die Meinungsbildung in der Gesellschaft. Da große Nachrichtenunternehmen wirtschaftlichen oder politischen Eliten unterstehen, werden deren dominierende Ansichten über die Berichterstattung weitergetragen und dadurch vervielfältigt. Die jeweiligen sprachlichen Eigenschaften in den Nachrichten erzählen dabei auch etwas über eine nationale Identität, die „unsere Beziehung mit der gegenwärtigen Welt aus einem nationalen Standpunkt“ formt (CONBOY 2007: 24f.).
Nachrichtenberichterstattung kann nach Untersuchungen einer Vielzahl verschiedener Autoren generell nicht objektiv sein. Dem Mantra ernsthafter Journalisten der wahrhaft objektiven Erzählung ohne jeglicher Beeinflussung durch menschliche Beobachtung, das unter dem Leitsatz „Tell it as it is!“ zusammengefasst werden kann, entgegnen Kritiker mit der Umformulierung „It is as you tell it“. Sprache beschreibt demzufolge nicht die Welt, sondern erschafft sie erst (BARKHO 2010: 15f.). Wie auch in der Mediengeographie heute allgemein übereinstimmt, ist Realität in den Medien lediglich eine konstruierte Repräsentation. Die Berichterstattung zu einem Ereignis ist in ihrer Produktion je nach Nachrichtenmedium ideologisch beeinflusst, um ein bestimmtes Zielpublikum anzusprechen. Politische Ideologien sind in der Sprache der Nachrichtenberichterstattung als feste Bestandteile eingeflochten (KUO 2007: 281ff.).
Eine Analyse der Darstellung des Ukraine-Konflikts auf den ausgewählten Nachrichtenportalen ist daher angebracht, da sie vielen Menschen als tägliches Informationsangebot dienen und durch diese Kontinuität davon auszugehen ist, dass sie die Interpretation des Konflikts prägen (Bundeszentrale für politische Bildung 2002: 19). So verwundert es auch kaum, dass in immer mehr Ländern und häufig unter dem Einfluss von Regierungen Nachrichtenender gegründet und per Satellit und Kabelbetreiber global verbreitet werden, um bewusst eigene Perspektiven zu präsentieren (MECKEL 2006). Die Sender werben in vielen Fällen offen damit, andere Standpunkte als westliche Vertreter einzunehmen. Al Jazeera wurde bewusst als Gegenstück zu CNN gegründet (PAINTER 2008: 1ff.; SAKR 2007: 106; USTAD FIGENSCHOU 2014: 98ff.) und Russia Today gibt an, eine „alternative Perspektive auf große, globale Events“ anzubieten und ein „internationales Publikum mit der russischen Sichtweise“ versorgen zu wollen (Russia Today 2014c: o.S.). Einem internationalen Publikum das nationale Verständnis näher zu bringen, dürfte ebenso auf die Sender France 24 aus Frankreich, Al-Alam News Network aus dem Iran, China’s CCTV News, oder Israels 2013 gegründetem i24 News zutreffen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz globaler Medienunternehmen in Zeiten technologischer Globalisierung ein und stellt die Forschungsfrage nach den Ideologien auf den untersuchten Nachrichtenportalen.
2. Ausgangssituation und politische Positionen in der Ukraine-Krise: Das Kapitel beschreibt den historischen Hintergrund und die politischen Standpunkte der am Konflikt beteiligten Parteien sowie die Haltung der Länder, in denen die Medien ihren Sitz haben.
3. Nachrichtenunternehmen: Hier werden die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Weltbildern diskutiert, die Auswahlkriterien für die Medien begründet und die vier untersuchten Nachrichtenplattformen im Detail porträtiert.
4. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis, indem es Konzepte wie Diskurs und Ideologie definiert und den Ansatz der Kritischen Diskursanalyse sowie Methoden der Korpuslinguistik vorstellt.
5. Methodische Umsetzung: Dieser Abschnitt erläutert die Zusammenstellung der Textkorpora und die konkreten Kategorien der Textanalyse, die von der lexikalischen bis zur Makro-Ebene reichen.
6. Ergebnisse und Interpretation: Hier werden die Analyseergebnisse zusammengeführt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Sendern aufzuzeigen und die Forschungsfragen basierend auf den Daten zu beantworten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die ideologische Prägung der Berichterstattung sowie die Notwendigkeit für das Publikum, verschiedene Perspektiven zu konsumieren.
Ukraine-Krise, Kritische Diskursanalyse, Nachrichtenberichterstattung, Ideologie, Al Jazeera, BBC, CNN, Russia Today, Korpuslinguistik, Framing, Agenda-Setting, Medienkonstruktion, Diskurse, Sprachanalyse, Ukraine-Konflikt
Die Arbeit untersucht, wie vier international führende Nachrichtensender – Al Jazeera, BBC, CNN und Russia Today – sprachlich über die Ukraine-Krise im Frühjahr 2014 berichteten.
Im Zentrum stehen die diskursive Konstruktion von Realität, die sprachliche Repräsentation von Konfliktparteien sowie die Frage, wie Ideologien durch gezielte Wortwahl und Grammatik in den Nachrichten vermittelt werden.
Das Ziel ist herauszufinden, welche Ideologien sich auf den englischsprachigen Nachrichtenportalen der untersuchten Sender widerspiegeln und ob und wie diese ihre Berichterstattung im Ukraine-Konflikt beeinflussen.
Die Autorin kombiniert die Kritische Diskursanalyse (KDA) mit computergestützten Methoden der elektronischen Korpuslinguistik, um sowohl qualitative Textanalysen als auch quantitative Frequenzanalysen durchzuführen.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur KDA, die Vorstellung der Medienunternehmen, die methodische Herangehensweise zur Erstellung von Textkorpora sowie eine detaillierte Analyse sprachlicher Merkmale wie Lexik, Adjektive, Zitate und Frames.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Ukraine-Krise, Kritische Diskursanalyse, Ideologie, Framing und Korpuslinguistik sowie die Namen der untersuchten Nachrichtenplattformen charakterisieren.
Im Gegensatz zu den westlichen Sendern zeigt Russia Today explizit pro-russische Tendenzen, nutzt terminologische Übernahmen aus dem offiziellen russischen Diskurs (z. B. "self-defense squads") und stellt das Krim-Referendum überwiegend positiv dar.
Zitate werden nicht neutral eingesetzt, sondern dienen als diskursives Werkzeug, um durch die Auswahl der Sprecher und die Art der Einbettung (direkt vs. indirekt, Anführungszeichen) Distanzierung zu erzeugen oder Positionen zu legitimieren.
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