Diplomarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute als Teil des deutschen Bankensystems
2.1. Abgrenzung und Aufbau des deutschen Bankensystems
2.2. Sparkassensektor als Teil der Sparkassen-Finanzgruppe
2.3. Sparkassen als lokale Ebene des Sparkassensektors
2.3.1. Merkmale
2.3.2. Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3.3. Organisatorischer Aufbau
2.3.4. Eigentumsverhältnisse
2.4. Effizienz (und Effektivität) von Sparkassen
3. Bedeutung der Corporate Governance für Sparkassen
3.1. Begriff und Gegenstand
3.2. Ökonomische Erklärungsansätze als Grundlage der Soll-Konzeption für effiziente Governance-Strukturen von Sparkassen
3.2.1. Analyseobjekt Sparkasse im ökonomischen Kontext
3.2.1.1. Mehrstufige Prinzipal-Agenten-Beziehung
3.2.1.2. Zusammenwirken der ökonomischen Erklärungsansätze
3.2.2. Prinzipal-Agenten-Beziehungen als Ausgangspunkt der Soll-Konzeption
3.2.2.1. Informationen
3.2.2.2. Kontrollen
3.2.3. Verhaltenssteuerung durch Verfügungsrechte
3.2.4. Einflussfaktor Transaktionskosten
3.2.5. Zusammenfassung der Analyse-Aspekte
4. Erarbeitung von Empfehlungen für effiziente Governance-Strukturen von Sparkassen
4.1. Einfluss der Bürger als originäre Prinzipale
4.1.1. Möglichkeiten und Anreize zur Kontrolle ihrer Vertreter
4.1.2. Verbesserung des Informationsangebots
4.2. Gewährträger (Politiker) als Vertreter der Bürger
4.2.1. Zielsetzung der Sparkasse
4.2.2. Verfügungsrechte der Gewährträgerkörperschaft
4.2.3. Ziele der Politiker
4.3. Externe Kontrollmechanismen zur Disziplinierung der Geschäftsführung
4.3.1. Märkte
4.3.1.1. Kontrollpotenzial
4.3.1.2. Diskussion der Privatisierung
4.3.2. Institutionalisierte Kontrollen
4.3.2.1. Möglichkeiten der Staatsaufsicht
4.3.2.2. Jahresabschlusses als Rechenschaft der Geschäftstätigkeit
4.4. Kontrollorgan der Sparkasse
4.4.1. Zusammensetzung und Aufgaben
4.4.2. VWR im Spannungsverhältnis
4.4.3. Empfehlungen zur Verbesserung der Kontrolltätigkeit
4.5. Beziehung des Geschäftsführungs- und Überwachungsorgans
4.5.1. Enge Verzahnung der Aufgaben
4.5.2. Problem des politischen Einflusses
4.6. Geschäftsführungsorgan der Sparkasse
4.6.1. Aufbau und Kompetenzen
4.6.2. Interessen des Vorstands
4.6.3. Empfehlungen für eine optimale Geschäftsführung
4.7. Zusammenfassung der Empfehlungen
5. Kodifizierung der Empfehlungen
6. Abschlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Corporate Governance (CG) bei öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten mit Fokus auf die Sparkassen. Ziel ist es, Defizite in der Leitung, Organisation und Kontrolle der Sparkassen zu identifizieren und auf Basis ökonomischer Theorien (insbesondere der Neuen Institutionenökonomik) Empfehlungen für effizientere Governance-Strukturen zu entwickeln, die den öffentlichen Auftrag unter Effizienzgesichtspunkten wahren.
3.2.1.1. Mehrstufige Prinzipal-Agenten-Beziehung
Ein Agent ist eine Person, die im Auftrag von jemand anderem (Prinzipal), d.h. stellvertretend für ihn, bestimmte Aufgaben übernehmen soll. Dabei sollen u.a. Vorteile der Arbeitsteilung und Spezialisierung erzielt werden. Dafür werden Verfügungs- oder Handlungsrechte übertragen. Diese definieren die rechtlichen oder institutionellen Handlungsmöglichkeiten und die Verhaltensbeziehung zwischen dem Prinzipal und Agenten. Da nicht alles geregelt werden kann, muss kontrolliert werden, ob die Geschäftsführung ihre Aufgaben erfüllt. In der Sparkasse nimmt der vom Gewährträger besetzte VWR diese Aufgabe wahr. Der eigentliche Anteilseigner bzw. die eigentliche Anspruchsgruppe ist der Steuerzahler. Von dem Steuerzahler des Gewährträgergebietes bis zur Geschäftsführung der Sparkasse gibt es mehrere PA-Beziehungen.
Im Modell sieht das wie folgt aus: In einer Demokratie liegen die originären Verfügungsrechte über öffentliche Unternehmen bei den Bürgern bzw. Steuerzahlern. Daher werden sie als die „originären Prinzipale“ bezeichnet. Durch Wahlen bestimmen sie die Zusammensetzung des Gewährträgerorgans und somit die Politiker der Gewährträgerkörperschaft, als ihre Agents (1). Das Gewährträgerorgan wird des Weiteren der Einfachheit halber mit Gewährträger bzw. Politiker bezeichnet. Auf der zweiten Stufe ist der Gewährträger nun der Prinzipal der Sparkasse. Zur Kontrolle der Geschäftsführung setzt er den VWR ein. Demzufolge nimmt er die Kontrolle gegenüber dem Vorstand indirekt wahr (2). Der VWR beauftragt den Vorstand mit der Geschäftsführung (3).
1. Einleitung: Hinführung zum Thema Corporate Governance bei Sparkassen und Darstellung des Untersuchungsgegenstandes sowie des Aufbaus der Arbeit.
2. Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute als Teil des deutschen Bankensystems: Einordnung der Sparkassen in das Drei-Säulen-Modell und Erläuterung der rechtlichen sowie organisatorischen Rahmenbedingungen.
3. Bedeutung der Corporate Governance für Sparkassen: Definition von Corporate Governance im Kontext von Sparkassen und theoretische Fundierung mittels Prinzipal-Agenten-Theorie und weiteren ökonomischen Ansätzen.
4. Erarbeitung von Empfehlungen für effiziente Governance-Strukturen von Sparkassen: Analyse der Delegationskette von den Bürgern bis zum Vorstand und Ableitung konkreter Verbesserungsvorschläge für Leitung und Kontrolle.
5. Kodifizierung der Empfehlungen: Diskussion der Vor- und Nachteile einer gesetzlichen Regelung gegenüber unverbindlichen Kodizes für Sparkassen.
6. Abschlussbemerkungen: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit, Governance-Instrumente für Sparkassen weiterzuentwickeln.
Corporate Governance, Sparkassen, Öffentlicher Auftrag, Prinzipal-Agenten-Theorie, Verfügungsrechte, Transaktionskosten, Gewährträger, Verwaltungsrat, Effizienz, Effektivität, Kontrolle, Delegationskette, Politische Einflussnahme, Gemeinnützigkeit, Neue Institutionenökonomik.
Die Arbeit analysiert die Strukturen der Unternehmensführung und -kontrolle (Corporate Governance) bei öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten, insbesondere Sparkassen, um deren Effizienz zu steigern.
Zentrale Themen sind die Trennung von Eigentum und Unternehmensführung bei Sparkassen, die Rolle der Politik im Gewährträgerorgan und die Anwendung ökonomischer Theorien zur Optimierung der Kontrollstrukturen.
Das Ziel ist die Ermittlung einer optimalen Ausgestaltung der Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten der Organe einer Sparkasse, um den öffentlichen Auftrag unter Effizienzgesichtspunkten zu erfüllen.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Verfügungsrechtstheorie, um die bestehenden Strukturen zu bewerten und Lösungsvorschläge abzuleiten.
Der Hauptteil analysiert die gesamte Delegationskette vom Bürger als „originären Prinzipal“ über den Gewährträger bis hin zum VWR und Vorstand und entwickelt daraus Empfehlungen für eine bessere Governance.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Sparkassen, Öffentlicher Auftrag, Prinzipal-Agenten-Theorie, Verfügungsrechte, Transaktionskosten, Verwaltungsrat und Effizienz.
Der Einfluss wird als problematisch angesehen, da Politiker oft individuelle Ziele (wie Wiederwahl oder Prestigegewinn) unter dem Deckmantel des öffentlichen Auftrags verfolgen, was zu ineffizienten Entscheidungen führen kann.
Das Controlling soll als Unterstützungsinstrument für den Vorstand fungieren, indem es ergebnisrelevante Informationen bereitstellt und somit bei der Umsetzung der Strategien hilft, anstatt rein kontrollierend einzugreifen.
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