Diplomarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Zwei Fallbeispiele und Moral: Eine erste Annäherung
2.1 Der Begriff Moral: Erste Annäherung und Eingrenzung
2.1.1 Der Begriff Moral: Ein weites Feld
2.1.2 Exkurs: Abgrenzung zur Ethik
2.1.3 Eingrenzung des Moralbegriffes
2.2 Die Fallbeispiele zum Ersten: Allgemeine Darstellungen und enthaltene moralische Kommunikationen
2.1.4 Nokia „connecting people“
2.1.5 Zumwinkel „die gelbe Eminenz“
2.3 Zusammenfassung und Ausblick
3 Die Systemtheorie: Eine Theorie mit Universalitätsanspruch
3.1 Grundlagen der Systemtheorie
3.2 Systemtheorie als Theorie sozialer Systeme
3.2.1 Kommunikation
3.2.2 Exkurs: Wo bleibt der Mensch?
3.2.3 Doppelte Kontingenz und Medien
3.3 Systemtheorie als Theorie funktional–differenzierter Gesellschaften
3.3.1 Interaktions- und Organisationssysteme
3.3.2 Funktional-differenzierte Gesellschaft
3.3.3 Andere soziale Systeme und kommunikative Wirklichkeiten
3.4 Zusammenfassung und Ausblick
4 Die Fallbeispiele und die Systemtheorie: Eine zweite Annäherung
4.1 Das wirtschaftliche System
4.1.1 Allgemeine Grundlagen zum Wirtschaftssystem
4.1.2 Bezug zu den Fallbeispielen (Die Fallbeispiele zum Zweiten)
4.2 Das politische System
4.2.1 Allgemeines zum politischen System
4.2.2 Bezug zu den Fallbeispielen (Die Fallbeispiele zum Dritten)
4.3 Das rechtliche System
4.3.1 Allgemeines zum rechtlichen System
4.3.2 Bezug zu den Fallbeispielen (Die Fallbeispiele zum Vierten)
4.4 Zusammenfassung und Ausblick
5 Systemtheoretische Betrachtungen zur Moral
5.1 Moral als Achtungskommunikation
5.1.1 Exkurs: Luhmanns Verständnis von Ethik
5.2 Das Grundproblem der Moral
5.3 Funktion von Moral auf gesellschaftlicher Ebene
5.4 Zusammenfassung und Ausblick
6 Die Fallbeispiele und die Systemtheorie: Eine dritte Annäherung
6.1 Die „Alarmfunktion“ der Moral (Die Fallbeispiele zum Fünften)
6.1.1 Das Fallbeispiel Nokia
6.1.2 Das Fallbeispiel Zumwinkel
6.2 Das Was und Wie der Beobachtung (Die Fallbeispiele zum Sechsten)
6.3 Moral als „hochinfektiöser Gegenstand“ (Die Fallbeispiele zum Siebten)
6.4 Über die Fallbeispiele hinaus
6.5 Zusammenfassung und Ausblick
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Funktion von Moral und moralischer Kommunikation in der modernen Gesellschaft unter Anwendung der systemtheoretischen Perspektive von Niklas Luhmann. Im Zentrum steht die Frage, wie Moral in ausdifferenzierten Funktionssystemen wie Wirtschaft, Politik und Recht agiert und ob ihr eine steuernde oder lediglich beobachtende Rolle zukommt, wobei zwei konkrete Fallbeispiele (Nokia und Zumwinkel) als empirische Grundlage dienen.
2.1.1 Der Begriff Moral: Ein weites Feld
Wie in der Einleitung bereits angerissen, kann Moral bzw. moralische Kommunikation als ein „inniger Bestandteil unseres Alltagslebens“ (BERGMANN/ LUCKMANN 1999, S. 13) betrachtet werden, die in der Alltagskommunikation allgegenwärtig ist, da „sie über weite Strecken der Stoff [ist], aus dem die Gespräche sind“ (ebd., S. 14). Dieses gilt insbesondere für kommunikative Handlungen wie Beleidigungen, Beschuldigungen, Vorwürfe, Vorhaltungen, Rechtfertigungen, Entrüstungen, Gejammer, die einen gewissen Teil des täglichen Kommunikationsgeschehens ausmachen und intuitiv leicht als moralisch aufgeladene Aktivitäten zu fassen sind. Darüber hinaus genügen bereits Kleinigkeiten, wie eine unscheinbare Kopfbewegung oder das Hochziehen einer Augenbraue, um Interaktionen eine moralische Färbung zu geben. Und gerade weil Moral unseren Alltag bzw. unser alltägliches Sprechen und Tun so durchdringt, wird sie oft nicht wahrgenommen und bleibt unsichtbar. Nur in besonderen Situationen, etwa wenn unterschiedliche moralische Vorstellungen aufeinandertreffen (oder als different und nicht kompatibel interpretiert werden) und es zu Irritationen kommt, wird der moralische Bestandteil vieler Kommunikationen sichtbar und es wird explizit über moralische Vorstellungen und Begründungen kommuniziert (vgl. ebd., S. 13f.).
Geklärt ist hiermit noch nicht, was genau unter Moral zu verstehen ist. In der philosophischen sowie soziologischen Literatur dominieren Bestimmungen von Moral, die diese als die „in einer konkreten Gemeinschaft eingelebten oder von einer Person internationalisierten Verhaltensregeln“ (WERNER 2006, S. 239) bezeichnen. Unter Moral wird folglich das „tatsächlich praktizierte Wertsystem des einzelnen Menschen oder einer Gruppe“ (BILLER 1995, S. 94) verstanden, welches Sitten, Normen und ggf. Gesetze umfasst und „zur Beurteilung von individuellem oder sozialem Verhalten als ‚richtig’ oder ‚falsch’, ‚gut’ oder ‚böse’“ (HILLMANN et al. 2007, S. 589) herangezogen wird. Diese Bewertung geschieht dabei häufig „aufgrund spezifischer religiös-weltanschaulicher Orientierungen und soziokultureller Werte“ (ebd.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Beobachtung der massenmedialen Diskussion über moralisches Handeln von Top-Managern ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Funktion von Moral in der modernen Gesellschaft unter Rückgriff auf die Systemtheorie.
2 Zwei Fallbeispiele und Moral: Eine erste Annäherung: Dieses Kapitel nähert sich dem Moralbegriff aus soziologischer Sicht an und führt die beiden Fallbeispiele Nokia und Zumwinkel ein, um die moralische Kommunikation in der Berichterstattung zu verdeutlichen.
3 Die Systemtheorie: Eine Theorie mit Universalitätsanspruch: Hier werden die theoretischen Grundlagen der systemtheoretischen Perspektive nach Luhmann dargelegt, insbesondere die Differenz von System und Umwelt, Kommunikation als basaler Prozess und der Begriff der Autopoiesis.
4 Die Fallbeispiele und die Systemtheorie: Eine zweite Annäherung: In diesem Kapitel werden die Fallbeispiele unter systemtheoretischer Perspektive neu betrachtet, indem die Logiken des wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Funktionssystems auf die Ereignisse angewendet werden.
5 Systemtheoretische Betrachtungen zur Moral: Dieses Kapitel widmet sich der systemtheoretischen Bestimmung von Moral als Achtungskommunikation und diskutiert das Grundproblem der Moral sowie ihre Funktion auf gesellschaftlicher Ebene.
6 Die Fallbeispiele und die Systemtheorie: Eine dritte Annäherung: Hier werden die Ergebnisse der theoretischen Betrachtungen zur Alarmfunktion der Moral erneut auf die Fallbeispiele Nokia und Zumwinkel angewendet, um die beobachteten moralischen Kommunikationsprozesse kritisch zu reflektieren.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Moral in funktional differenzierten Gesellschaften zwar weiterhin existiert, ihre steuernde Rolle jedoch weitgehend durch andere Funktionsmedien ersetzt wurde.
8 Literaturverzeichnis: Dies ist das vollständige Verzeichnis aller verwendeten Quellen, Sekundärliteratur und analysierten Medienartikel.
Systemtheorie, Moral, Kommunikation, Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Fallbeispiel Nokia, Fallbeispiel Zumwinkel, Achtungskommunikation, Funktionssysteme, Strukturkopplung, Moralische Kommunikation, Gesellschaftstheorie, Steuerhinterziehung, Unternehmensethik, Soziale Marktwirtschaft.
Die Arbeit untersucht die Rolle und Funktion von moralischer Kommunikation in der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft basierend auf der Systemtheorie von Niklas Luhmann.
Die zentralen Felder sind die soziologische Systemtheorie, die Analyse moralischer Kommunikation sowie deren Anwendung auf ökonomische und politische Skandale in den Massenmedien.
Das primäre Ziel ist es, die Funktion von Moral zu bestimmen und zu klären, ob Moral in modernen Gesellschaften noch steuernde Wirkung entfaltet oder eher als Beobachtungsinstrument fungiert.
Es wird eine systemtheoretische Analyse angewandt, die durch die qualitative Betrachtung von massenmedialen Berichten und Fallstudien (Nokia und Zumwinkel) ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Systemtheorie, die Anwendung dieser auf Funktionssysteme (Wirtschaft, Politik, Recht) sowie die spezifische Untersuchung der "Alarmfunktion" von Moral.
Die wichtigsten Begriffe sind Systemtheorie, Moral, Achtungskommunikation, Funktionssysteme, Autopoiesis, strukturelle Kopplung und gesellschaftliche Kommunikation.
Diese beiden Fälle dienen als heuristisches Mittel, um zu zeigen, wie moralische Kommunikation in massenmedialen Diskursen über wirtschaftliches und politisches Handeln konstruiert und instrumentalisiert wird.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die systemtheoretische "Alarmfunktion" der Moral in der modernen Gesellschaft nur eingeschränkt nachweisbar ist, da die funktionalen Teilsysteme ihre Konflikte primär über ihre eigenen Erfolgsmedien lösen.
Nein, Moral bleibt als Medium für Achtungskommunikation und als Lieferant für gesellschaftlich relevante Themen wichtig, auch wenn ihre Steuerungsleistung durch andere Medientypen ergänzt oder abgelöst wurde.
Die Massenmedien fungieren als Resonanzboden, auf dem moralische Diskurse stattfinden, und sie haben eine "Vorliebe" für moralische Skandale, was die Verbreitung und Infektiosität von moralischer Kommunikation verstärkt.
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