Magisterarbeit, 2013
106 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
I. Sprachkontakt und Spanglish
1.1. Das Aufkommen des Begriffes Spanglish
1.2.Von Sprachkontakt und Bilingualismus zum Spanglish
1.3. Ein Phänomen mit vielen Gesichtern
II. Die Präsenz der Hispanoamerikaner in den USA
2.1. Historisch-politische Hintergründe
2.2. Die Hispanoamerikaner als die größte Minderheit in den USA heute und das Immigrationsproblem
III. Die Sprache der hispanoamerikanischen Minderheit in den USA
3.1. Periodisierung und Merkmale
3.2. Das mexikanische Spanisch in den USA
3.2.1. Phonetische Merkmale
3.2.2. Morphosyntaktische Merkmale
3.2.3. Lexikalische Merkmale
3.3. Das puerto-ricanische Spanisch
3.3.1. Phonetische Merkmale
3.3.2. Morphosyntaktische Merkmale
3.3.3. Lexikalische Merkmale
3.4. Das kubanische Spanisch in den USA
IV. Phänomene des spanisch-englischen Sprachkontakts
4.1.Theoretische Überlegungen
4.1.1. Spracherhalt, Sprachverschiebung und Entstehung neuer Sprachen
4.1.2. Soziale Aspekte des Sprachkontakts
4.1.3. Lexikalische Kontaktphänomene
4.1.4. Codeswitching
4.1.4.1. Begriffsbestimmung und Typen
4.1.4.2. Situationelles und konversationelles Codeswitching
4.1.4.3. Strukturelle Aspekte des Codeswitching
4.2.Die hispanoamerikanische Sprachgemeinschaft in den USA und „the Spanish transitional bilingual“
4.2.1. Definition des „transitional bilingual“ Sprechers des Spanischen
4.2.2. Soziale Aspekte und Einstellungen in den hispanoamerikanischen Sprachgemeinschaften
4.2.2.1.Die mexikanisch-amerikanischen Sprachgemeinschaften
4.2.2.2.Die puerto-ricanischen Sprachgemeinschaften
4.2.2.3.Die kubanischen Sprachgemeinschaften in „el Gran Miami“
4.2.3. Kontaktphänomene in den hispanoamerikanischen Gemeinschaften
4.2.3.1.Lexikalische Entlehnungen
4.2.3.2.Morphosyntaktische Merkmale
4.2.3.3.Codeswitching
V. Die Konroverse um das Phänomen Spanglish
5.1.Ablehnung des Begriffes
5.1.1. Spanglish vs „The concept of a popular variety of Spanish in the USA“
5.1.2. Spanglish – “a signpost on the wrong road”
5.2.Spanglish as „a badge of bicultural identity“
5.2.1. Spanglish – “la fuerza del destino, una señal de originalidad”
5.2.2. Spanglish als “identidad etnolingüística” und “the transitory state of in-between”
VI. Abschließende Diskussion und Fazit
Die Arbeit untersucht den komplexen spanisch-englischen Sprachkontakt in den USA, analysiert die dadurch entstandenen soziolinguistischen Kontaktphänomene und hinterfragt kritisch die Verwendung und Definition des umstrittenen Begriffes „Spanglish“ im wissenschaftlichen sowie gesellschaftlichen Kontext.
1.1. Das Aufkommen des Begriffes Spanglish
In der Literatur wird der Begriff Spanglish für gewöhnlich mit dem puerto-ricanischen Journalisten und Schriftsteller Salvador Tío assoziiert, der im Jahr 1948 den Artikel „Teoría del Espanglish“ in der Zeitschrift El Diario del Puerto Rico publiziert hat. Mit dieser und weiteren Veröffentlichungen über Spanglish wollte er nicht nur auf die möglichen negativen Auswirkungen des Englischen auf die spanische Sprache in Puerto Rico aufmerksam machen, sondern auch auf einen bevorstehenden Sprachverfall des Spanischen verweisen: „Si en ese estado de postración cayó el español de Curazao y Aruba, también podría ocurrir algo similar en Puerto Rico si no se extrema el rigor para evitarlo. Puede tardar más tiempo […] pero si le ha ocurrido a otras lenguas en todos los continentes no hay razón para creer que no somos indemnes al daño.“
Savador Tíos negative Beurteilung des spanisch-englischen Sprachkontakts in Puerto Rico stimmt mit der ablehnenden Haltung vieler US-amerikanischen Autoren dieser Zeit bezüglich Themen wie Sprachkontakt und Bilingualismus überrein, die in zahlreichen Publikationen bis in die 1970er Jahren nachgewiesen werden konnte. Die weitverbreitete Ansicht, die den Zeitgeist dieser Periode reflektierte, war, dass der Multikulturalismus und der Gebrauch einer Fremdsprache in den englischsprechenden USA als „un-American“ empfunden werden sollte, während der Bilingualismus selbst als „language handicap“ denunziert wurde.
Einleitung: Einführung in die Thematik des Sprachkontakts zwischen Spanisch und Englisch in den USA und Präsentation der Forschungsfragen.
I. Sprachkontakt und Spanglish: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Sprachkontakt und Bilingualismus sowie dem Aufkommen des Terminus Spanglish.
II. Die Präsenz der Hispanoamerikaner in den USA: Analyse der historisch-politischen Hintergründe und der heutigen Situation der hispanoamerikanischen Minderheit.
III. Die Sprache der hispanoamerikanischen Minderheit in den USA: Untersuchung der spezifischen phonetischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Merkmale der mexikanischen, puerto-ricanischen und kubanischen Varietäten.
IV. Phänomene des spanisch-englischen Sprachkontakts: Detaillierte theoretische und praktische Analyse von Kontaktphänomenen wie Codeswitching und Lehnprozessen.
V. Die Konroverse um das Phänomen Spanglish: Kritische Diskussion der verschiedenen wissenschaftlichen Ansichten über die Existenz und Definition von Spanglish.
VI. Abschließende Diskussion und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen Debatte und Ausblick auf die Zukunft des Sprachkontakts.
Sprachkontakt, Spanglish, Bilingualismus, Codeswitching, Hispanoamerikaner, Sprachverschiebung, Sprachidentität, US-amerikanisches Spanisch, Mexican-American, Puerto Rican Spanish, Cuban Spanish, soziolinguistische Forschung, Anglizismen, Hybridität, Sprachassimilation
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Phänomen des spanisch-englischen Sprachkontakts in den USA und untersucht, wie dieses Phänomen wissenschaftlich und gesellschaftlich unter dem Begriff „Spanglish“ diskutiert wird.
Zentrale Themen sind der Einfluss von Migration auf die Sprache, die linguistischen Charakteristika verschiedener spanischer Varietäten in den USA sowie soziolinguistische Prozesse wie Spracherhalt, Sprachverschiebung und Identitätsbildung.
Das primäre Ziel ist es, die wissenschaftliche Kontroverse um den Begriff „Spanglish“ aufzuarbeiten und zu prüfen, ob es sich dabei um ein eigenständiges linguistisches Phänomen oder lediglich um bekannte Sprachkontaktprozesse handelt.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer Studien, Forschungsberichte und Fachpublikationen, um die verschiedenen Perspektiven auf das Phänomen Spanglish zu systematisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung historischer Hintergründe, die linguistische Analyse spezifischer spanischer Varietäten (mexikanisch, puerto-ricanisch, kubanisch) und eine theoretische Erörterung von Kontaktphänomenen wie Codeswitching und lexikalischen Entlehnungen.
Wichtige Begriffe sind Sprachkontakt, Bilingualismus, Codeswitching, Spanglish, Identität, Hybridisierung, Sprachverschiebung und die verschiedenen hispanoamerikanischen Sprachgemeinschaften in den USA.
Die Kontroverse resultiert daraus, dass einige Linguisten den Begriff als irreführend ablehnen, da er fälschlicherweise eine neue, hybride Sprache suggeriert, während andere ihn als Ausdruck einer kulturellen Identität und gelebten Zweisprachigkeit positiv bewerten.
Obwohl alle Gruppen im intensiven Kontakt mit dem Englischen stehen, zeigen die mexikanischen, puerto-ricanischen und kubanischen Varietäten unterschiedliche phonetische, morphosyntaktische und lexikalische Eigenheiten, die oft auf ihre spezifischen Ursprungsgebiete und Migrationsgeschichten zurückzuführen sind.
Dieser Begriff beschreibt Sprecher, die in einer Übergangsphase zur Sprachverschiebung stehen, bei denen eine unvollständige aktive Kompetenz im Spanischen beobachtet wird, oft bedingt durch den zunehmenden Dominanzdruck der englischen Sprache bei jüngeren Generationen.
Codeswitching wird als alltägliche und oft strategische Praxis bilingualer Gemeinschaften identifiziert, die nicht als Sprachdefizit, sondern als Ausdruck kultureller Zugehörigkeit und kommunikativer Kompetenz verstanden wird.
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