Diplomarbeit, 2004
36 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlegende Darstellung
2.1 Prinzipal-Agenten-Theorie
2.2 Stewardship-Theorie
3 Bezugspunkte für die Analyse von Führungsbeziehungen
3.1 Menschenbild der Führung
3.2 Person
3.2.1 Machtgrundlagen der Führenden
3.2.2 Einflussstrategien der Geführten
3.3 Sozio-kulturelle Situation
3.4 Führungsstil
3.5 Führungsinstrumente
3.5.1 Führungsgrundsätze
3.5.2 Anreizsysteme
3.6 Motivation
4 Ansatzpunkte für die Gestaltung der Führungsbeziehungen
4.1 Vermeidung der Inneren Kündigung
4.2 Allgemeiner Effizienzvergleich
4.3 Gestaltung im Rahmen der Prinzipal-Agenten-Theorie
4.3.1 Anreizsysteme
4.3.2 Kontrollen
4.4 Gestaltung im Rahmen der Stewardship-Theorie
4.4.1 Kooperation
4.4.2 Vertrauen
4.4.3 Identifikation
5 Zusammenfassende Beurteilung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Eignung der Prinzipal-Agenten-Theorie sowie der Stewardship-Theorie zur Analyse und Gestaltung von Führungsbeziehungen im personalwirtschaftlichen Kontext. Ziel ist es, unter Berücksichtigung beider Perspektiven Ansätze für eine gewinnbringende Ausgestaltung der Führung zu identifizieren.
Machtgrundlagen der Führenden
Als Grundlage zur Einordnung der Machtgrundlagen wird hier die klassische Machtbasentypolgie nach Yulk/Falbe verwand (vgl. Weibler 2001, S. 68). Betrachtet man nun die Arten der Beeinflussung des Agenten durch den Prinzipal, so kann dieser nur im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen in seinen Verhaltensweisen beeinflusst werden. Damit steht als Bezugspunkt nach Yulk/Falbe die Positionsmacht mit ihren Bestandteilen Amtsautorität, Belohnungsmacht, Bestrafungsmacht und Informationsmacht fest. Insbesondere die ausgeprägte Einbeziehung der Belohnungs- und Bestrafungsmacht zur Gestaltung der Führungsbeziehung durch den Prinzipal, weißt bei der Analyse der Führungsbeziehung verstärkt auf eine Prinzipal-Agenten-Beziehung hin, da Agenten in Übereinstimmung mit dem Menschenbild aus Abschnitt 3.1 nur durch monetäre Anreize steuerbar sind.
Im Gegensatz dazu stehen dem Prinzipal innerhalb der Stewardship Theorie die Bestandteile der Positionsmacht ebenfalls zur Verfügung (vgl. Davis et al. 1997, S. 25), allerdings verschiebt sich aufgrund des angenommen Menschenbilds vom Steward die Machtbasis in Richtung der Personenmacht. Insbesondere aufgrund der Identifikation des Stewards mit den Organisationszielen werden verstärkt die Bestandteile Experten-, Identifikations- und Vorbildmacht zur Gestaltung der Führungsbeziehung eingesetzt (vgl. Fisch 2003, S. 217).
In der Führungspraxis werden die jeweiligen Machtbasen, wie bereits von Yulk/Falbe postuliert, nicht völlig unabhängig voneinander existieren (vgl. Weibler 2001, S. 68). Die ausgeprägte Einbeziehung von Positionsmacht, insbesondere der Belohnungs- und Bestrafungsmacht, wird jedoch auch bei einem Steward langfristig zu einer Prinzipal-Agenten-Beziehung führen (vgl. Davis et al. 1997, S. 39ff.). Dadurch stellt der entsprechende Nutzungsgrad der Positionsmacht einen Anhaltspunkt für eine Führungsbeziehung im Rahmen der Prinzipal-Agenten-Theorie dar. Einschränkend muss allerdings angemerkt werden, dass der Einsatz von personaler Macht und Positionsmacht im Führungsalltag möglicherweise von mikropolitischen Aspketen geprägt sein kann (vgl. auch Neuberger 1995b) und daher nur mit entsprechender Gewichtung als Bezugspunkt für Prinzipal-Agenten-Beziehung oder Stewardship-Beziehung gewertet werden kann.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz betrieblicher Anreizsysteme dar und begründet die Notwendigkeit, Führungsbeziehungen aus den Perspektiven der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Stewardship-Theorie kritisch zu hinterfragen.
2 Grundlegende Darstellung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Prinzipal-Agenten-Theorie sowie der Stewardship-Theorie als Basis für die weitere Analyse kompakt zusammengefasst.
3 Bezugspunkte für die Analyse von Führungsbeziehungen: Hier werden zentrale Analysekriterien definiert, darunter das Menschenbild, die Machtgrundlagen, soziokulturelle Bedingungen, Führungsstile, Führungsinstrumente und Motivation.
4 Ansatzpunkte für die Gestaltung der Führungsbeziehungen: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung und Gestaltung von Führungsbeziehungen unter den Bedingungen der beiden Theorien, inklusive eines Effizienzvergleichs.
5 Zusammenfassende Beurteilung und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet die Erkenntnisse der komparativen Analyse und benennt den weiteren Forschungsbedarf für die personalwirtschaftliche Anwendung beider Theorien.
Prinzipal-Agenten-Theorie, Stewardship-Theorie, Führungsbeziehung, Personalführung, Anreizsysteme, Menschenbild, Führungsstil, Innere Kündigung, Motivationsverdrängung, Machtgrundlagen, Organisationsziele, Effizienz, Identifikation, Vertrauen, Kooperation.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und Gestaltung von Führungsbeziehungen unter Anwendung der zwei theoretischen Ansätze der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Stewardship-Theorie.
Zentrale Themen sind die Verhaltenssteuerung, das jeweilige Menschenbild der Führung, die Nutzung von Anreizsystemen sowie die Auswirkungen von Kontrollmechanismen auf die Motivation und Arbeitsleistung.
Das primäre Ziel ist die komparative Analyse, um zu beurteilen, inwieweit diese Theorien, die ursprünglich nicht für die Personalführung entwickelt wurden, zur Gestaltung gewinnbringender Führungsbeziehungen beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die durch eine komparative Analyse der theoretischen Annahmen und die Einbeziehung empirischer Untersuchungsergebnisse ergänzt wird.
Der Hauptteil identifiziert Bezugspunkte wie Macht, Führungsstil und Motivation, um Führungssituationen theoretisch einzuordnen und darauf aufbauend Gestaltungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Führungsbeziehung, Prinzipal-Agenten-Theorie, Stewardship-Theorie, Innere Kündigung, Anreizsysteme und Identifikation.
Während die Prinzipal-Agenten-Theorie primär auf Positionsmacht und monetäre Anreize setzt, betont die Stewardship-Theorie die Bedeutung von Experten- und Identifikationsmacht, um die intrinsische Motivation zu fördern.
Die Innere Kündigung dient als Indikator für das Scheitern des psychologischen Arbeitsvertrags, welches eintritt, wenn die Führung die Geführten nicht gemäß ihrem Selbstverständnis als Steward oder Agent behandelt.
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