Diplomarbeit, 2011
94 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Benachteiligte Jugendliche
2.1 Bergriffserklärung „Benachteiligung“
2.2 Faktoren von Benachteiligung
2.3 Auswirkungen von Benachteiligung auf die Lebenswelten Jugendlicher
2.4 Benachteiligtenförderung
3 Bildungslandschaft in Deutschland
3.1 Entwicklung der Schulausbildung
3.2 Ausbildung im „Dualen System“
3.2.1 Problematiken des Ausbildungsstellenmarktes
3.2.1.1 Marktbenachteiligung
3.2.1.2 Altbewerber und Altersstruktur
3.2.1.3 Ausbildungsreife
3.2.2 Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Ausbildungsmarkt
4 Das „Deutsche Übergangssystem“
4.1 Begrifflichkeit und Bedeutung des Übergangssystems
4.2 Institutionen im Übergangssystem
4.3 Fördermaßnahmen des Übergangssystems
4.3.1 Berufsvorbereitungsjahr BVJ
4.3.2 Berufsgrundbildungsjahr BGJ
4.3.3 Einstiegsqualifizierung Jugendlicher EQJ
4.3.4 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme BvB
5 Daten und Fakten zum gegenwärtigen Umbruch des Berufsbildungssystems
5.1 Übersicht der Schulabgängerzahlen der letzten Jahre
5.2 Abbau des Dualen Ausbildungssystems
5.3 Ausdehnung des beruflichen Übergangssystems
5.4 Quoten und Gründe für die Abbrecherproblematik in Maßnahmen des Übergangssystems
6 Effektivität und Effizienz von Integrationsmaßnahmen des Übergangssystems
6.1 Abbrüche als formales Maßnahmequalitätskriterium?
6.1.1 Sichtweisen von Fachpersonal auf vorzeitige Maßnahmeabbrüche
6.1.2 Qualitätskriterien der Integrationsförderung im Übergangssystem
6.1.3 Fazit und Konsequenzen für die pädagogische Arbeit in den Übergangsmaßnahmen
6.2 Wirkungsanalyse von Integrationsmaßnahmen des Übergangssystems
6.2.1 Wirkungsanalyse schulischer Berufsvorbereitungsmaßnahmen
6.2.2 Wirkungsanalyse der EQJ
6.2.3 Wirkungsanalyse der BvB
6.2.4 Anzahl der erreichten höherwertigen Abschlüsse während und nach Beendigung einer Übergangsmaßnahme
6.2.5 Dauer des Übergangs in eine vollqualifizierte Berufsausbildung
6.2.6 Determinanten für einen raschen Übergang in eine vollqualifizierte Ausbildung
6.3 Evaluation von Maßnahmen des Übergangssystems
6.3.1 Kritikpunkte an den Maßnahmen des Übergangssystems
6.3.2 Verbesserungspotentiale zur vorberuflichen Chancenverbesserung für benachteiligte Jugendliche
7 Fazit
Die Arbeit analysiert die Strukturen und Problematiken des deutschen Übergangssystems für benachteiligte Jugendliche und untersucht, inwiefern dieses System tatsächlich als Brücke in den Beruf fungieren kann oder kritisch als Warteschleife zu betrachten ist.
3.2.1 Problematiken des Ausbildungsstellenmarktes
Werden die Bildungsverläufe beim Übergang an der Ersten Schwelle betrachtet, werden gravierende Probleme sichtbar. Wohingegen 1970 noch circa 80 % der Auszubildenden im Dualen System Hauptschulabsolventen waren, konnten 2005 nur 37,5 % der Auszubildenden als Hauptschüler verzeichnet werden (vgl. Bosch u.a. 2010, S. 9). Dies bedeutet, dass fast zwei Drittel der aufgenommen auszubildenden Jugendlichen über einen mittleren Bildungsabschluss oder die Allgemeine Hochschulreife verfügten. Was aber sind die Ursachen für eine derartige Entwicklung? Die Ursachen sind vielseitig: Die Struktur des deutschen Schulsystems ist vorerst zu nennen, da eine Teilung zwischen den einzelnen Schultypen besteht.
Die Schulabgänger der verschiedenen Schulformen stehen jedoch auf dem Ausbildungsmarkt in Konkurrenz zueinander, da es sowohl Hauptschüler, als auch Schulabgänger mittleren Bildungsabschlusses, sowie Abiturienten gibt, die sich um die gleichen Lehrstellen bewerben. In diesem Wettbewerb sind die Hauptschüler, die als geringqualifiziert und leistungsschwach gelten, die eindeutigen Bildungsverlierer (vgl. ebd.).
Jugendliche, die nur einen weniger qualifizierten Schulabschluss nachweisen, signalisieren in den Augen der Betriebe eine geringe Produktivität. Sie verursachen allerdings durch die gesetzlichen und tarifvertraglichen Vorgaben identische Vergütungskosten wie Schulabgänger mit höheren Abschlüssen (vgl. Neumann 2010, S. 20). Aus dieser Motivation heraus bevorzugen es Unternehmen Schulabgänger mit höheren Bildungsabschlüssen in Form eines Ausbildungsverhältnisses zu beschäftigten. Aufgrund der großen Kohortenstärke, die in den letzten Jahren auf den Ausbildungsmarkt drängte und für eine erhöhte Nachfrage an Ausbildungsplätzen sorgte, entstehen gerade für leistungsschwache Ausbildungsbewerber Schwierigkeiten (vgl. ebd.).
1 Einleitung: Einführung in die Problematik benachteiligter Jugendlicher am Ausbildungsmarkt und Herleitung der zentralen Fragestellung.
2 Benachteiligte Jugendliche: Definition des Benachteiligtenbegriffs sowie Analyse der Faktoren und Auswirkungen auf die Lebenswelt der Betroffenen.
3 Bildungslandschaft in Deutschland: Darstellung des deutschen Berufsbildungssystems und der Herausforderungen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
4 Das „Deutsche Übergangssystem“: Detaillierte Beschreibung der Institutionen und der spezifischen Fördermaßnahmen zur Unterstützung benachteiligter Jugendlicher.
5 Daten und Fakten zum gegenwärtigen Umbruch des Berufsbildungssystems: Empirische Analyse der Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt und der Expansion des Übergangssystems.
6 Effektivität und Effizienz von Integrationsmaßnahmen des Übergangssystems: Evaluation der Wirksamkeit der Maßnahmen und Analyse der Abbrecherproblematik aus verschiedenen Perspektiven.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Übergangssystems und Ausblick auf notwendige strukturelle Anpassungen.
Übergangssystem, Benachteiligte Jugendliche, Duales System, Ausbildungsreife, Berufsberatung, Arbeitsmarkt, Integrationsmaßnahmen, Bildungsbenachteiligung, Schulabgänger, Berufsvorbereitung, Ausbildungsstellenmarkt, Chancengleichheit, Fachkräftemangel, Evaluation, Bildungswege
Die Arbeit befasst sich mit der Situation benachteiligter Jugendlicher am deutschen Ausbildungsmarkt und der Rolle des sogenannten Übergangssystems, das diese bei der Eingliederung in Ausbildung und Beruf unterstützen soll.
Neben den Definitionen von Benachteiligung und den strukturellen Problemen der deutschen Bildungslandschaft liegt ein Fokus auf der Analyse verschiedener Fördermaßnahmen wie BVJ, BGJ, EQJ und BvB.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern das deutsche Übergangssystem tatsächlich eine effektive Brücke in den Beruf für benachteiligte Jugendliche darstellt oder ob es eher eine problembehaftete Warteschleife bildet.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung vorhandener wissenschaftlicher Literatur, Daten und Statistiken, um die Effektivität und Effizienz der aktuellen Maßnahmen zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Benachteiligung, eine detaillierte Erläuterung des Übergangssystems sowie eine empirische Analyse der Wirkungsweisen dieser Maßnahmen anhand aktueller Statistiken.
Wichtige Begriffe sind Übergangssystem, Ausbildungsreife, berufliche Integration, Benachteiligung, Schulabgänger und Bildungsberichterstattung.
Die Autorin benennt unter anderem die steigenden Anforderungen der Wirtschaft, das wachsende Bildungsgefälle, die mangelnde Ausbildungsreife vieler Neuzugänge sowie strukturelle Schwächen des Schulsystems als wesentliche Treiber.
Während das System prinzipiell als notwendige Chance gesehen wird, kritisiert die Autorin die mangelnde Transparenz, die unzureichende individuelle Förderung und die Gefahr von Maßnahmekarrieren, die das eigentliche Ziel der Vermittlung in Arbeit gefährden.
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