Magisterarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 3
1.Einleitung
2.Inhaltsangabe
3.Fremdbeschreibung des Herausgebers
4.Das Tractat vom Steppenwolf
5.Harry Hallers persönliche Aufzeichnungen
6.Das magische Theater
6.1. Auf zum fröhlichen Jagen! Hochjagd auf Automobile
6.2. Anleitung zum Aufbau der Persönlichkeit
6.3. Wunder der Steppenwolfdressur
6.4. Alle Mädchen sind dein
6.5. Wie man durch Liebe tötet
6.6. Harrys Hinrichtung
7.Der rettende Humor
8.Das Spiegelmotiv
9.Die Theorie der Identität
9.1. Erik H. Erikson
9.2. Theodor W. Adorno
9.3. Erving Goffman
9.4. George Herbert Mead
9.5. Jürgen Habermas
9.6. Lothar Krappmann
9.7. Fazit
10.Ein positives Identitätsverständnis
11.Biografische Parallelen
12.Hesse, Haller und die Melancholie
13.Resümee
14.Endnoten
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätskrise des Protagonisten Harry Haller in Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“. Ziel ist es, Hallers Identitätswidersprüche zwischen seinem bürgerlichen Hintergrund und seiner antibürgerlichen, intellektuellen Suche nach einer höheren Selbstverwirklichung zu analysieren und theoretisch einzuordnen.
Die Frage der Identität in Hermann Hesses „Der Steppenwolf”
Die meisten Menschen stellen sich irgendwann in ihrem Leben die Frage: Wer bin ich? Die Anlässe sind vielfältig: Manch einer ist überrascht vom eigenen Handeln, weil er sich etwas nicht zugetraut hat. Manch einer zweifelt an seinen Zielen und manch einer an seinem Glauben, manch einer fühlt sich durch Andere in Frage gestellt. Die Vorstellung von sich selbst unterliegt einem steten Wandel, das Leben ist ein Prozess. Die Frage danach wer man ist, stellt sich deshalb immer wieder neu.
Immer wieder ist man gezwungen sich neu zu verorten, sich neu zu orientieren. Stimmen meine Handlungen mit meinem Willen, meiner Meinung, meiner Einstellung überein? Und wer sind meine Vorbilder? Womit identifiziere ich mich? Erkenne dich selbst und bestimme dein Schicksal heißt deshalb die Devise. Finde dich selbst und erfinde dich selbst. Sich selbst erkennen hilft dabei sich selbst zu verwirklichen, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen; aber auch die eigene Moral kennenzulernen, die eigenen Wünsche zu entdecken. über den eigenen Schatten zu springen. Man kann auf etwas beharren oder sich ändern.
Diese Frage nach der eigenen Identität stellt sich auch Harry Haller, der Protagonist in Hermann Hesses „Der Steppenwolf”. In der vorliegenden Arbeit wollen wir ihn auf seiner Suche nach Identität begleiten. Klar ist: Auf die Frage, was Identität ist, gibt es zu viele Antworten, um sich abschließend festzulegen. So ist diese Arbeit auch als offene Diskussion zu verstehen.
1.Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Identität ein, wie sie Harry Haller im Roman durchlebt, und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2.Inhaltsangabe: Dieses Kapitel fasst die Handlung des Romans zusammen und stellt Harry Hallers Identitätskonflikt als Steppenwolf zwischen bürgerlicher Ordnung und geistiger Revolte dar.
3.Fremdbeschreibung des Herausgebers: Der Herausgeber schildert seine ambivalente Wahrnehmung von Harry Haller als rätselhaften Sonderling und seine Faszination für Hallers vergeistigtes Wesen.
4.Das Tractat vom Steppenwolf: Das „Tractat“ analysiert wissenschaftlich Hallers gespaltene Natur zwischen Mensch und Wolf sowie sein Leiden an der Identität.
5.Harry Hallers persönliche Aufzeichnungen: Hallers eigene Berichte werden untersucht, um seine Motive und seinen Kampf gegen die eigene Zufriedenheit sowie seine Selbstmordgedanken zu beleuchten.
6.Das magische Theater: Hier wird das Theater als Ort der psychoanalytischen Selbsterkenntnis und Befreiung von festgefahrenen Ich-Strukturen analysiert.
7.Der rettende Humor: Dieses Kapitel behandelt das Scheitern Hallers an der Schule des Humors und die Unfähigkeit, sein altes Ich vollständig zugunsten einer ironischen Lebenseinstellung aufzugeben.
8.Das Spiegelmotiv: Das Spiegelmotiv wird als zentrales Symbol für die Suche nach Identität und die Schwierigkeit einer festen Selbstverortung untersucht.
9.Die Theorie der Identität: Die Arbeit diskutiert Identitätstheorien von Erikson, Adorno, Goffman, Mead, Habermas und Krappmann im Hinblick auf Hallers psychische Verfassung.
10.Ein positives Identitätsverständnis: Dieses Kapitel leitet aus der Identitätsforschung Empfehlungen für eine kreative, kontingente Lebensführung ab, die Haller teilweise für sich entdeckt.
11.Biografische Parallelen: Es werden die deutlichen Gemeinsamkeiten zwischen dem Leben des Autors Hermann Hesse und seinem Protagonisten Harry Haller aufgezeigt.
12.Hesse, Haller und die Melancholie: Der Zusammenhang zwischen Melancholie als Geisteshaltung und der kreativen Produktivität bei Hesse und Haller wird analysiert.
13.Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und beurteilt den Erfolg der Identitätsentwicklung Hallers im Verlauf des Romans.
Identität, Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Identitätskrise, Selbsterkenntnis, Psychoanalyse, Melancholie, Humor, Magisches Theater, Harry Haller, Individuation, Rollenidentität, Spiegelmotiv, Entfremdung, Kontingenz.
Die Arbeit untersucht die Identitätsproblematik von Harry Haller, der Hauptfigur in Hesses Roman „Der Steppenwolf“, und beleuchtet seine Suche nach einer authentischen Identität.
Die zentralen Themen umfassen Identitätskrisen, die Spaltung zwischen geistigen und sinnlichen Bedürfnissen, das Verhältnis zum Bürgertum sowie die Rolle des Humors und der Kunst zur Leidensbewältigung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Haller durch das „Magische Theater“ und theoretische Auseinandersetzungen versucht, seine Identitätswidersprüche zu überwinden und ein positives Selbstverständnis zu erlangen.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse in Kombination mit psychoanalytischen und sozialpsychologischen Theorien, um die Identitätsentwicklung des Protagonisten zu deuten.
Der Hauptteil analysiert das „Tractat vom Steppenwolf“, das „Magische Theater“ und verschiedene identitätstheoretische Ansätze, ergänzt um eine Untersuchung der biografischen Parallelen zwischen Autor und Protagonist.
Wichtige Begriffe sind Identitätsdiffusion, Magisches Theater, Steppenwolf-Identität, Melancholie, Selbstmordgedanken und der Prozess der Individuation.
Das Magische Theater fungiert als eine Art psychoanalytische Therapie, in der Haller seinen unbewussten Persönlichkeitsanteilen begegnet, um sich von einer als Gefängnis wahrgenommenen festen Ich-Struktur zu befreien.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Haller zwar Erkenntnisse gewinnt, jedoch bis zum Schluss kämpft und sein altes, tief verwurzeltes Ego nur schwer zugunsten einer vollkommen humorvollen und befreiten Grundhaltung aufgeben kann.
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