Masterarbeit, 2014
125 Seiten, Note: 12 Punkte
1 Der Historische Zusammenhang
2 Tagebuch und Literatur - Ein kurzer Entwicklungsbericht
2.1 Die Entwicklung des Tagebuches als Teil von Literatur
2.2 Das Tagebuch der Anne Frank
2.2.1 Sprach- und Erzählanalyse
2.3 Die Niederländischen Ausgaben
2.4 Die Deutschen Ausgaben
2.5 Anne Frank wird zur Legende – Die Wirkung des Tagebuches in Europa und Amerika
2.5.1 Adaptionen des Tagebuches der Anne Frank durch Film und Theater
2.5.2 Die „Anne Frank Industrie“ entsteht
2.6 Das Schreiben als Weg in die „Freiheit“
2.7 Was wusste Anne Frank vom Krieg
2.7.1 Das „Immunsystem“ von Anne Frank
3 Anne Frank
3.1 Der Lebenslauf von Anne Frank
3.2 Anne Frank – Wem gehört sie?
3.3 Die Persönlichkeit von Anne Frank
3.3.1 Schreiben als Weg zur Selbstentwicklung
3.3.2 Die Selbstreflexion und Formung beginnt – Die Entwicklung Annes durch ihr Schreiben
3.3.3 Annes Jüdisch-Sein als zweite Ebene ihrer Identität
3.4 Die letzten Monate von Anne Frank
4 Das Leben im Versteck
4.1 Was ist ein Versteck?
4.1.1 Bedingungen des Überlebens im Versteck
4.2 Die Beziehungen von Anne Frank zu den einzelnen Bewohnern im Versteck
4.3 Die Familie Frank
4.3.1 Edith Frank-Holländer
4.3.2 Otto Heinrich Frank
4.3.3 Margot Betti Frank (Schwester)
4.4 Die Familie van Pels
4.4.1 Auguste van Pels
4.4.2 Hermann van Pels
4.4.3 Peter van Pels
4.5 Fritz Pfeffer
5 Die Beziehungen zu den Helfern
5.1 Johannes (Jo) Kleiman
5.2 Victor Kugler
5.3 Bep Voskuijl
5.4 Johan Voskuijl
5.5 Miep Gies
5.6 Jan Gies
6 Der Verrat
6.1 Wer hat die Untergetauchten verraten?
7 Die Fälschungsdebatte um die Echtheit des Tagebuches
7.1 Die Ergebnisse der Handschriften sowie Textdokumente der Anne Frank
7.1.1 Die urkundliche Untersuchung
7.1.2 Studie über Kinderhandschriften sowie den auftretenden Veränderungen
7.1.3 Kritische Betrachtung der Vergleichsschriften
7.2 Die editorische Gestaltung des Tagebuches
7.2.1 Die Anordnung der editierten Texte
7.2.2 Die Kennzeichnung der Transkription, der Streichungen und Hinzufügungen
8 Schlussbemerkung
Die Master-Thesis analysiert die Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank, um zu untersuchen, wie Jugendliche in extremen Situationen ihre Identität entwickeln und welche psychologischen Strategien sie zur Bewältigung von Isolation und Angst einsetzen. Im Zentrum steht dabei das Schreiben als Instrument der Selbstfindung, Reflexion und Lebensbehauptung unter den Bedingungen der Verfolgung und des Untertauchens.
2.2.1 Sprach- und Erzählanalyse
Annes Sprachstil wie auch die Erzählperspektive verändern sich mit der Zeit. Zu Anfang schreibt sie spontan, naiv wie auch aus persönlicher Sicht. Die Personen beschreibt sie teilweise sehr derb.
Je älter Anne wird umso mehr reflektiert sie und beginnt so auch bewusster und selbstkritischer zu schreiben. Die Tagebucheinträge sind nun pointiert sowie auf das wesentliche fixiert, spannen aber auch des Öfteren thematische Bögen. Dies zeigt sich besonders im Jahr 1944, hier zeigt sich eine hohe literarische Qualität. Sie distanziert sich in diesem Prozess auch von früheren Einträgen, baut ihre Sätze dialektisch auf und analysiert konzentriert ihre Lebenssituation. Sie benutzt häufig auch den Tropus der Ironie, aber auch Metaphern aber auch wortschöpferische Adjektive welche sich in ihren Einträgen immer wieder finden.
Das wesentliche Merkmal ihres Tagebuches ist die fiktive Dialogpartnerin mit dem Namen „Kitty“, an sie werden die Einträge ab dem 20.Juni 1942 adressiert. Ihre Geschichte gestaltet Anne durch diesen Kunstgriff wesentlich lebendiger. Durch diese spannende Dialogform wird der Leser im hohen Maße berührt und der sonst monotone Tagebuchstil bekommt so eine dramatische Note.
1 Der Historische Zusammenhang: Dieses Kapitel beleuchtet die politische Situation in Frankfurt und den Niederlanden, die maßgeblich zur Entscheidung der Familie Frank beitrug, unterzutauchen.
2 Tagebuch und Literatur - Ein kurzer Entwicklungsbericht: Hier wird die literarische Bedeutung von Tagebüchern erläutert sowie Entstehung, Sprachstil und die verschiedenen Ausgaben des Tagebuchs der Anne Frank analysiert.
3 Anne Frank: Dieses Kapitel widmet sich dem Leben, der Persönlichkeit und der Entwicklung von Anne Frank, insbesondere ihrem Prozess der Selbstfindung und ihrer jüdischen Identität.
4 Das Leben im Versteck: Der Abschnitt beschreibt die Bedingungen und den Alltag im Versteck in der Prinsengracht sowie die komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen der dort untergetauchten Personen.
5 Die Beziehungen zu den Helfern: Hier werden die mutigen Personen gewürdigt, die das Überleben der Untergetauchten durch ihre Unterstützung und Versorgung ermöglicht haben.
6 Der Verrat: Dieses Kapitel rekonstruiert die Umstände der Entdeckung und Verhaftung der Untergetauchten im August 1944.
7 Die Fälschungsdebatte um die Echtheit des Tagebuches: Der Autor setzt sich mit den historisch aufgekommenen Zweifeln an der Echtheit des Tagebuchs auseinander und widerlegt diese durch wissenschaftliche Untersuchungen.
8 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung von Anne Franks Aufzeichnungen als zeitgeschichtliches Dokument und Symbol gegen das Vergessen.
Anne Frank, Tagebuch, Holocaust, Untertauchen, Hinterhaus, Identitätsfindung, Jüdische Identität, NS-Zeit, Zweiter Weltkrieg, Selbstreflexion, Schreibprozess, Zeitgeschichte, Bergen-Belsen, Authentizität, Versteck
Die Arbeit analysiert die Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank, um die psychologische Entwicklung einer Jugendlichen unter extremen Bedingungen, wie der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, nachzuvollziehen.
Die Arbeit umfasst neben der Biografie Anne Franks die Analyse ihres Schreibstils, die Bedingungen des Lebens im Versteck, die sozialen Spannungen im Hinterhaus sowie die wissenschaftliche Debatte um die Echtheit der Tagebücher.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Annes Schreiben und ihrer individuellen Reifung sowie ihrer Bewältigungsstrategien im Angesicht der ständigen Lebensgefahr darzustellen.
Die Autorin kombiniert biografische Forschung mit einer sprachanalytischen Auswertung der Tagebucheinträge und zieht zeitgeschichtliche Quellen heran, um die Entwicklung Anne Franks historisch und psychologisch zu kontextualisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-literarische Einordnung des Tagebuchs, eine detaillierte Analyse der Persönlichkeitsentwicklung Annes, eine Darstellung des Lebens im Hinterhaus sowie die Aufarbeitung der Verratsgeschichte und der Echtheitsdebatte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identitätsfindung, Überlebensstrategie, Holocaust, Hinterhaus-Alltag, die Rolle der Helfer und die stetige Entwicklung von Annes Selbstreflexion.
Die Arbeit zeigt auf, dass ihr Stil von einer eher spontanen, jugendlichen Sichtweise zu einer reflektierten, selbstkritischen und literarisch anspruchsvolleren Form reift, wobei sie ihr Tagebuch zunehmend als Ventil für Identitätsfragen nutzt.
Kitty dient als fiktive, stumme Dialogpartnerin, die es Anne ermöglicht, ihre innere Gedankenwelt strukturiert und vertraulich zu ordnen, was wesentlich zu ihrer Selbstformung beiträgt.
Otto Frank wird als ruhender Pol und Lehrer seiner Kinder beschrieben, der die Untergetauchten durch seine besonnenen Entscheidungen zu leiten versuchte und nach dem Krieg maßgeblich für die Veröffentlichung des Tagebuches verantwortlich war.
Die Arbeit betont, dass Anne Frank durch ihr Tagebuch ein Gesicht für die Opfer des Holocaust geworden ist und ihr Werk als ein bleibendes Symbol für Toleranz und Menschlichkeit fungiert.
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