Bachelorarbeit, 2012
50 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definition von Aggression
3. Neuroanatomie
3.1 Das limbische System
3.2 Die Amygdala
3.3 Der orbitofrontaler Kortex
4. Neurochemie
4.1 Neurotransmitter
4.2 Serotonin
4.2.1 Serotonin-Transporter
4.2.2 Serotonin-Rezeptoren
4.2.3 5-HIAA-Spiegel
4.3 Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und GABA
4.3.1 Dopamin
4.3.2 Noradrenalin und Adrenalin
4.3.3 GABA
4.3.3.1 GABA-Rezeptoren
4.3.3.2 Störungen des gabaminergen Systems
4.4 Sexualhormone
4.4.1 Testosteron
4.4.2 Östrogen
5. Genetische Prädisposition
5.1 pränatale, perinatale und frühkindliche Phase
5.2 Monoaminoxidase
5.2.1 Polymorphismen von MAO-A
6. Aggression in der Institution Schule
7. Theorien der Gewalt
7.1 psychologische Theorien
7.1.1 Lerntheorie
7.1.2 Frustrationstheorie
7.2 soziologische Theorien
7.2.1 soziale Kontrolltheorie
7.2.2 Etikettierungstheorie
8. Präventions- und Interventionsprogramme
8.1 Faustlos-Gewaltpräventionscurriculum
8.2 Präventions- und Interventionsprogramm nach Olweus (1996)
9. Fragebogenerhebung an der Oberschule
9.1 Einleitung
9.2 Methode
9.3 Ergebnis
9.4 Diskussion
10. Überblick und Fazit
Die Arbeit untersucht die neurobiologischen Ursachen von Aggression und deren Relevanz für den Schulalltag, um durch ein besseres Verständnis präventive und pädagogische Ansätze zur Verringerung von Gewalt an Schulen zu entwickeln.
3.1 Das limbische System:
Eines der wichtigsten Systeme hinsichtlich der Regulation von Emotionen wie Aggression ist das limbische System. Im Folgenden wird ein Exkurs in die Historie unternommen, um die Zuordnungen des limbischen Systems zu verstehen.
Aus historischer Sicht gibt es aufgrund unterschiedlicher Definitionskriterien und Untersuchungsmethoden viele Bedeutungswechsel des limbischen Systems. Dementsprechend unterlief dieses System bis heute mehrere Zuteilungen. Eine Definition des limbischen Systems hängt vor allem von den Untersuchungsmethoden und der Unterteilung in Anatomie und Funktionalität ab. Durch verbesserte Techniken in der Neuroanatomie wurden die Komponenten des limbischen Sytems erweitert (Rensing et al 2006).
Der französische Neurologe Paul Broca sprach 1878 von „le grand lobe limbique“ und bezeichnet damit die Zone der Hirnrinde, die sich wie ein Saum um die subkortikalen Hirngebiete legt. Darunter befinden sich der prägenuale, paraspleniale, cinguläre, perihinale und parahippocampale Gyrus. Jedoch war sich Broca über die spezifische Funktion dieser Zone noch nicht im Klaren. Der Forschung des amerikanischen Neurologen James Papez zufolge ist das System für die Entstehung von Emotionen zuständig. Er erweiterte das limbische System und schloss den Hypothalamus, den Mammillarkörper, die anterioren thalamischen Kerne und den Hippocampus mit ein, da diese Strukturen anatomisch miteinander verbunden sind. Entscheidend waren zudem die Erweiterungen, die der amerikanische Neurologe und Psychiater Paul MacLean 1952 einbrachte: Er fügte die Amygdala und das Septum hinzu.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle mediale Debatte über Gewalt an Schulen und führt in die wissenschaftliche Fragestellung der neurobiologischen Grundlagen von Aggression sowie deren Bedeutung im pädagogischen Kontext ein.
2. Definition von Aggression: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftliche Problematik einer einheitlichen Begriffsbestimmung und klassifiziert verschiedene Erscheinungsformen der Aggression, wie z.B. instrumentelle und reaktive Aggression.
3. Neuroanatomie: Hier werden die anatomischen Kernstrukturen, insbesondere das limbische System, die Amygdala und der orbitofrontale Kortex, in ihrer Funktion bei der Entstehung und Regulation emotionaler Prozesse beschrieben.
4. Neurochemie: Das Kapitel untersucht die Rolle von Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und GABA sowie von Sexualhormonen bei der Modulation des Aggressionsniveaus und der Impulskontrolle.
5. Genetische Prädisposition: Es wird die Bedeutung genetischer Faktoren, speziell am Beispiel der Monoaminoxidase (MAO-A), im Zusammenspiel mit frühen Umwelterfahrungen und deren Einfluss auf aggressives Verhalten analysiert.
6. Aggression in der Institution Schule: Dieses Kapitel überträgt die vorangegangenen neurobiologischen Erkenntnisse auf das spezifische Umfeld der Schule und definiert Begriffe wie Schülergewalt und Mobbing.
7. Theorien der Gewalt: Es werden zentrale psychologische (Lerntheorie, Frustrationstheorie) und soziologische Theorien (soziale Kontrolltheorie, Etikettierungstheorie) zur Entstehung von Gewalt gegenübergestellt.
8. Präventions- und Interventionsprogramme: Hier werden bekannte Programme wie „Faustlos“ und das Programm nach Olweus vorgestellt und hinsichtlich ihrer Ansätze zur Gewaltreduktion in Schulen bewertet.
9. Fragebogenerhebung an der Oberschule: Das Kapitel dokumentiert eine empirische Umfrage zur subjektiven Wahrnehmung von Gewalt durch Schüler und Lehrer sowie die daraus resultierende Diskussion über Sensibilität und Diskrepanzen im Gewaltempfinden.
10. Überblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen präventiver Maßnahmen und betont die Wichtigkeit fachkundiger Aufklärung für Lehrkräfte.
Aggression, Neurobiologie, limbische System, Amygdala, orbitofrontaler Kortex, Neurotransmitter, Serotonin, Genetik, MAO-A, Schule, Mobbing, Gewaltprävention, pädagogische Ansätze, Impulskontrolle, Gewaltempfinden.
Die Arbeit befasst sich mit den neurobiologischen Ursachen von aggressivem Verhalten bei Menschen und untersucht, wie dieses Wissen genutzt werden kann, um Gewalt an Schulen besser zu verstehen und zu reduzieren.
Die Arbeit deckt die Neuroanatomie, Neurochemie, Genetik, psychologische und soziologische Theorien zur Gewaltentstehung sowie praktische Präventionskonzepte für Schulen ab.
Das Ziel ist es, die Ursachen für Aggression aus neurobiologischer und sozialer Sicht zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Lehrkräfte dieses Wissen anwenden können, um präventiv gegen Gewalt im Schulalltag zu wirken.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse der neurobiologischen und psychologischen Forschung führt die Autorin eine eigene empirische Fragebogenerhebung an einer Oberschule durch, um das Gewaltempfinden von Lehrern und Schülern zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der biologischen Grundlagen (Gehirnareale, Hormone, Gene) und einen praktischen Teil, der Theorien der Gewalt sowie Präventionsprogramme diskutiert.
Zentrale Begriffe sind Aggression, Neurobiologie, Amygdala, Mobbing, Gewaltprävention und das Gewaltempfinden im Schulkontext.
Die Umfrage ergab eine signifikante Diskrepanz: Während Lehrkräfte fast alle untersuchten Verhaltensweisen als Gewalt einstuften, nahmen Schüler verbale Formen oder Ausgrenzung häufig nicht als solche wahr.
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte über neurobiologische Grundlagen informiert sein sollten, um problematisches Verhalten besser deuten zu können, und dass sie die Sensibilität der Schüler für verdeckte Gewaltformen schulen müssen.
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