Magisterarbeit, 2012
139 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 PROBLEMSTELLUNG, FORSCHUNGSSCHWERPUNKT UND BEDEUTUNG DER ARBEIT
1.2 FORSCHUNGSMETHODE, MATERIALGRUNDLAGEN UND AUFBAU DER ARBEIT
2 Theoretische Grundlagen, Hypothesenbildung und empirischer Forschungsstand
2.1 SOZIO-PSYCHOLOGISCHE (IDENTITÄTS-) KONZEPTE UND VERKNÜPFUNGSMODELLE
2.1.1 Definitionen von Identität
2.1.2 Der Identitäts- und Rollenwandel in der modernen Gesellschaft
2.1.3 Partnerschaft, Liebe und Sexualität als Teilbereiche der Identität
2.2 KENNZEICHEN UND MÖGLICHKEITEN ZUR MESSUNG VON ICH-IDENTITÄTEN
2.2.1 Der Prozess der Identitätsbildung und die Identitätszustände nach Marcia
2.2.2 Schreiben als eine Möglichkeit des Identitätsfindungsprozesses
2.3 HERLEITUNG DER ZENTRALEN FORSCHUNGSHYPOTHESE UND DER SUBHYPOTHESEN
2.4 OPERATIONALISIERUNG
2.5 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND
3 Der Wandel weiblicher Identitäten seit den späten 1970er Jahren
3.1 DER WIRTSCHAFTLICHE UND RECHTLICHE WANDEL UND SEINE AUSWIRKUNGEN AUF DIE PERSÖNLICHKEIT UND STELLUNG DER FRAU
3.2 DER CHINESISCHE FEMINISMUS UND DIE CHINESISCHE FRAUENFORSCHUNG SEIT REFORMBEGINN
3.3 WEIBLICHKEIT, SEXUALITÄT UND PARTNERSCHAFT SEIT DER REFORMPERIODE
3.3.1 Das neue Körperbewusstsein und das Zeigen der Weiblichkeit
3.3.2 Der allgemeine Wandel des Sexualitätsverständnisses und das sexuelle Recht der Frau in China
3.3.3 Die Jungfräulichkeit, der voreheliche Geschlechtsverkehr und die Bedeutung der Jugend für den Sexualitätswandel in China
3.3.4 Der Wandel der Ehe und des ehelichen Geschlechtsverkehrs
3.4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
4 Der literarische Wandel und die Frauenliteratur seit der Reformperiode
4.1 DIE VORAUSSETZUNGEN ZUR ENTSTEHUNG EINER ALLGEMEINEN, KRITISCHEN LITERATURSZENE
4.2 DIE ENTWICKLUNG DER FRAUENLITERATUR SEIT BEGINN DER REFORMPERIODE
4.3 „LIEBE“ UND „IDENTITÄT“ IN DEN ERZÄHLUNGEN CHINESISCHER SCHRIFTSTELLERINNEN SEIT BEGINN DER REFORMPERIODE
5 Die Analyse des Romans „Shanghai Baby“ von Wei Hui
5.1 WEI HUI – EINE KURZE EINFÜHRUNG IN DAS LEBEN UND DIE WERKE DER SCHRIFTSTELLERIN
5.2 DAS WERK „SHANGHAI BABY“
5.2.1 Zusammenfassung des Romans
5.2.2 Themen und Schreibweise des Romans
5.2.2.1 Liebe und Ich-Identität
5.2.2.2 (Körper-) Bewusstsein, Innenleben und Ich-Identität
5.2.2.3 Großstadtleben
5.2.2.4 Autobiografische Darstellung
5.2.3 Die Analyse der Ich-Identität der Protagonistin ‚Ni Ke’
5.2.3.1 Eigenständiges Denken und eigene Entscheidungen treffen
5.2.3.2 Das Zulassen von Intimität in zwischenmenschlichen Beziehungen
5.2.3.2.1 Ni Kes Beziehungen
5.2.3.2.2 Die Affäre zwischen Ni Ke und Mark
5.2.3.3 Das Tätigen komplexer moralischer Überlegungen
5.2.3.4 Das Widersetzen von Konformitätsansprüchen
5.2.4 Konklusion
5.2.5 Die Bedeutung des Romans
Diese Arbeit untersucht den Wandel der weiblichen Ich-Identität in China seit Beginn der Reformperiode im Kontext von Partnerschaft, Liebe und Sexualität. Das primäre Ziel ist es, unter Anwendung sozio-psychologischer Identitätstheorien und einer Analyse der chinesischen Frauenliteratur (exemplarisch an Wei Huis "Shanghai Baby") herauszufinden, ob und wie sich selbstbestimmte weibliche Identitäten in einem von Traditionen geprägten Land entwickelt haben.
5.2.3 Die Analyse der Ich-Identität der Protagonistin ‚Ni Ke’
Ni Ke führt oft eigenständige und tiefgründige Gedankengänge. So fragt sie sich häufig, wer sie überhaupt sei. Als sie z.B. in einem Fotoautomaten an der U-Bahn-Station Bilder von sich mit verschiedenen Emotionen macht (Trauer, Ärger, Liebe, Teilnahmslosigkeit) und sich diese anschaut, kann sie kurz nicht sagen, wer diese Frau auf dem Foto ist. Sie fragt sich, wer diese Frau auf dem Foto ist, wo sie lebt und mit welchen Menschen sie Kontakt hat. Ihr Selbstbildnis steckt sie kurze Zeit später in ihre Tasche und versucht weiter herauszufinden, wer sie sei. Sie weiß, dass die Vergangenheit die Gegenwart prägt und erst im Laufe der Zeit die Vergangenheit verarbeitet werden kann. So sagt sie z.B. zu ihrem Freund Tiantian: „Nur im Laufe der Zeit werden die Schatten des Todes verblassen, und dein ganzes Leben lang wird die Gegenwart wie durch eine dünne Glasscheibe von den Scherben der Vergangenheit getrennt sein.“
Als sie an Weihnachten alleine in Shanghai ist, beschließt sie, nach Peking zu einem alten Bekannten zu fliegen, der ein Rock-Konzert gibt. Dort fragt sie sich wieder, wer sie ist und setzt sich mit sich selbst auseinander. Dabei bemerkt sie, dass sie sich durch das Schreiben sich selbst findet und das Schreiben zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Es hebt sie von der Masse ab und charakterisiert ihre eigene Identität. „Für eine Frau wie mich drückt sich allein im Lyrismus der letzte Sinn der Existenz aus“ (Wei Hui 2002: 214). Im Schreiben versucht sie ihre Gedanken und Sorgen aufzuschreiben, mitzuteilen und zu verarbeiten.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel weiblicher Ich-Identität in China im Kontext der Reform- und Öffnungspolitik dar und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der Frauenliteratur.
2 Theoretische Grundlagen, Hypothesenbildung und empirischer Forschungsstand: Das Kapitel definiert sozio-psychologische Konzepte von Identität und erläutert Modelle zur Identitätsmessung sowie den aktuellen Stand der Forschung zur Identitätsentwicklung von Frauen in China.
3 Der Wandel weiblicher Identitäten seit den späten 1970er Jahren: Es werden die wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen untersucht, die den Wandel weiblicher Identität, Sexualität und Partnerschaft seit 1978 in China maßgeblich beeinflusst haben.
4 Der literarische Wandel und die Frauenliteratur seit der Reformperiode: Das Kapitel analysiert die Entwicklung der chinesischen Frauenliteratur als Medium zur Artikulation von weiblicher Selbstwahrnehmung, Identitätssuche und Gesellschaftskritik.
5 Die Analyse des Romans „Shanghai Baby“ von Wei Hui: Anhand des Romans „Shanghai Baby“ wird empirisch untersucht, wie eine moderne chinesische Frau ihre Identität in Bezug auf Liebe, Sexualität und den Konflikt zwischen Tradition und Moderne konstruiert.
6 Zusammenfassung: Die Magisterarbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und bestätigt die Forschungshypothese, dass sich seit der Reformperiode eine selbstbestimmte Ich-Identität bei chinesischen Frauen entwickelt hat.
Chinesische Frauen, Ich-Identität, Reformperiode, Frauenliteratur, Partnerschaft, Sexualität, Weiblichkeit, Emanzipation, Identitätsbildung, Shanghai Baby, Moderne, Geschlechterrollen, Feminismus, Selbstbestimmung, Tradition.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Identität chinesischer Frauen seit der Reform- und Öffnungspolitik im Jahr 1978 verändert hat, insbesondere in den Bereichen Liebe, Sexualität und Partnerschaft.
Die zentralen Themen sind der Einfluss gesellschaftlicher Transformationen auf die individuelle Identitätsentwicklung, das Aufbrechen traditioneller patriarchaler Rollenmuster und die Bedeutung von Intimität und Körperlichkeit.
Ziel ist es zu untersuchen, ob in China, einem stark traditionell geprägten Land, im Rahmen des Modernisierungsprozesses eigenständige, selbstbestimmte Ich-Identitäten bei Frauen entstehen konnten.
Die Autorin nutzt sozio-psychologische Konzepte zur Identitätsanalyse, insbesondere das Modell von Marcia, und wendet diese auf die aktuelle chinesische Frauenliteratur an, um den Identitätsstatus in konkreten Lebenssituationen zu bewerten.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Wandel der rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung der Frau in China sowie der literarische Wandel analysiert. Zudem erfolgt eine detaillierte Fallstudie des Romans „Shanghai Baby“.
Wichtige Begriffe sind unter anderem weibliche Ich-Identität, Reformperiode, Geschlechterdiskriminierung, soziale Emanzipation, sexuelle Selbstbestimmung und das Konzept der „sozialistischen Prägung“ von Identität.
Der Roman dient als empirisches Fallbeispiel, das exemplarisch aufzeigt, wie moderne chinesische Frauen versuchen, ihre Identität zwischen den Anforderungen einer traditionellen Gesellschaft und dem Wunsch nach individueller Freiheit auszuhandeln.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz bestehender Ambivalenzen und Rückschläge ein deutlicher Trend hin zu weiblichem Selbstbewusstsein und einer selbstbestimmten Ich-Identität chinesischer Prägung erkennbar ist.
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