Masterarbeit, 2014
98 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Umweltzonen
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen des BImSchG
2.2 Umweltzonen in Deutschland
2.3 Finanzielle Belastung für Autobesitzer
3 Luftschadstoff Feinstaub
3.1 Feinstaubpartikel
3.2 Messung der Feinstaubbelastung
3.3 Entwicklung der Feinstaubbelastung in Deutschland
3.4 Wirkung von Feinstaub
4 Durch Feinstaub gefährdete Krankheitsbilder
4.1 Atemwegserkrankungen
4.1.1 Medizinischer Prozess
4.1.2 Bisherige Forschungsergebnisse
4.2 Herz-Kreislauf-Erkrankungen
4.2.1 Medizinischer Prozess
4.2.2 Bisherige Forschungsergebnisse
4.3 Sonstige Erkrankungen
4.3.1 Medizinische Prozesse
4.3.2 Bisherige Forschungsergebnisse
5 Empirische Analyse
5.1 Ökonometrische Schätzmethode
5.1.1 Annahmen der Difference-in-Difference Methode
5.1.2 Chancen und Risiken der Methode
5.2 Untersuchungsgegenstand der Analyse
5.2.1 Auswahl und Einteilung der Studienpopulation
5.2.2 Auswahl und Einteilung der Krankheiten
5.3 Modellierung
5.3.1 Ergebnisse der Analyse
5.3.2 Sensitivitätsanalyse
6 Vergleich und Einordnung der Ergebnisse
7 Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der Einführung von Umweltzonen in Deutschland auf die Entwicklung der Feinstaubbelastung zu untersuchen sowie mögliche kausale Effekte auf die Neuerkrankungsraten bei spezifischen Krankheitsbildern (Atemwege, Herz-Kreislauf, Diabetes) mittels ökonometrischer Verfahren zu identifizieren.
1.1 Problemstellung
Mit Erlassung der 35. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) seitens der Bundesregierung am 10. Oktober 2006 wurde die deutschlandweit einheitliche Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge vorgeschrieben. Die sogenannte „Plakettenverordnung“ trat bereits im März des darauffolgenden Jahres in Kraft. Im Dezember 2007 erfolgte eine Ausweitung auf Fahrzeuge, die zur Reduzierung der Feinstaubemission mit einem Partikelminderungssystem oder Fahrzeugkatalysator ausgestattet wurden. Auf Basis dessen war es den zuständigen Straßenverkehrsbehörden möglich, nach §40 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) den Kraftfahrzeugverkehr durch Einführung von Umweltzonen zu verbieten bzw. zu beschränken.
Begonnen wurde am 01. Januar 2008 in den Städten Berlin, Hannover und Köln mit der Erhebung eines Einfahrverbots für Kraftfahrzeuge, die der Schadstoffgruppe 1 angehörten. Diese Beschränkung wurde über die Jahre kontinuierlich ausgeweitet. Seit Anfang 2010 dürfen in Berlin und Hannover sowie seit Mitte 2014 auch in Köln nur noch Fahrzeuge, die zur 4. Schadstoffgruppe zählen, in den gekennzeichneten Bereich einfahren. Es handelt sich dabei um die sogenannten „grünen Zonen“. In ganz Deutschland wurden bis dato insgesamt 48 Umweltzonen eingeführt, die bereits überwiegend den Status der grünen Zone erreicht haben. Lediglich vier Regionen befinden sich noch in der zweiten Phase der Einführung. Für das Jahr 2015 ist die Implementierung drei weiterer Umweltzonen geplant.
Die Auswirkungen von Feinstaub auf die menschliche Gesundheit sind in der Wissenschaft bereits ausführlich untersucht worden. In Folge dessen rücken folgende Fragestellungen, denen im Verlauf der Arbeit nachgegangen werden soll, in den Fokus: Inwieweit wird eine Reduzierung des Luftschadstoffs durch Einführung der Umweltzonen erreicht? Und wie wirkt sich diese Entwicklung auf die Gesundheit der Bevölkerung aus?
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung der Umweltzonen-Einführung in Deutschland und leitet die Forschungsfrage bezüglich der gesundheitlichen Auswirkungen ab.
2 Umweltzonen: Erläutert die rechtlichen Grundlagen des BImSchG und die Umsetzung der Umweltzonen sowie deren finanzielle Auswirkungen auf Autobesitzer.
3 Luftschadstoff Feinstaub: Beschreibt physikalische Eigenschaften von Feinstaub, Messmethoden, historische Trends in Deutschland und die Wirkung auf den menschlichen Organismus.
4 Durch Feinstaub gefährdete Krankheitsbilder: Detailliert die medizinischen Prozesse und bisherigen Forschungsergebnisse zu Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und sonstigen Erkrankungen.
5 Empirische Analyse: Beschreibt die methodische Vorgehensweise (Difference-in-Difference) sowie die Datenbasis und Modellierung zur Untersuchung der gesundheitlichen Effekte.
6 Vergleich und Einordnung der Ergebnisse: Diskutiert die empirischen Befunde im Kontext der bestehenden wissenschaftlichen Literatur.
7 Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirkung von Umweltzonen auf die Feinstaubbelastung und die Gesundheit der Bevölkerung.
Umweltzonen, Feinstaub, PM10, PM2,5, Luftreinhalteplanung, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Difference-in-Difference, Gesundheitsökonomie, Krankheitsprävalenz, Kohortenstudie, Störfaktoren, medizinische Statistik, Schadstoffreduktion, Kausalität.
Die Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Einführung von Umweltzonen in Deutschland, der damit verbundenen Reduktion von Feinstaubpartikeln und den daraus resultierenden gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung.
Die Untersuchung deckt die Bereiche Umweltpolitik, Luftreinhalteplanung, gesundheitsökonomische Wirkungsanalyse sowie die medizinische Auswirkungen von Feinstaub auf Atemwege und Herz-Kreislauf-Systeme ab.
Ziel ist es zu klären, ob durch die Einführung von Umweltzonen messbare gesundheitliche Effekte bei verschiedenen Krankheitsbildern (insbesondere Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen) in der untersuchten Bevölkerungsgruppe nachweisbar sind.
Die Arbeit nutzt die ökonometrische "Difference-in-Difference" (DiD)-Methode, um Kausaleffekte der politischen Intervention (Einführung Umweltzone) zu isolieren und von zeitlichen Trends zu bereinigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Aufarbeitung der Feinstaubproblematik und der gesundheitlichen Risiken sowie eine umfangreiche empirische Analyse, die mit anonymisierten Daten einer privaten Krankenversicherung durchgeführt wird.
Zentrale Begriffe sind Feinstaubbelastung (PM10/PM2,5), Umweltplaketten, Kohortenanalyse, Inzidenzraten chronischer Erkrankungen und ökonometrische Regressionsmodelle.
Der Datensatz ermöglicht eine präzise, anonymisierte Analyse von Diagnoseschlüsseln über einen langen Zeitraum (2005-2011), was eine robuste statistische Auswertung auf Basis von Millionen von Beobachtungen erlaubt.
Die Analyse zeigt eine messbare Reduktion der Feinstaubbelastung und deutet auf eine Reduktion des Neuerkrankungsrisikos bei Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen hin, wenngleich die Effekte in der kurzen Frist moderat ausfallen.
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