Examensarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definition der Familie
3. Familienformen
3.1. Familienbildungsprozess
3.2. Zahl der Generationen
3.3. Rollenbesetzung
3.4. Wohnsitz
3.5. Erwerbstätigkeit der Eltern
4. Funktionen der Familie
4.1. Die Reproduktionsfunktion
4.2. Die Sozialisationsfunktion
4.3. Die Haushaltsfunktion
4.4. Die Platzierungsfunktion
4.5. Die Freizeitfunktion
4.6. Die Spannungsausgleichfunktion
5. Das 18. Jahrhundert – die vorindustrielle Familie
5.1. Das „Ganze Haus“
5.2. Geschlechterrollen und Familienbeziehungen – Werte und Normen
5.3. Die Kinder
5.4. Die Rollenzuweisung von Mann und Frau
5.5. Familiäre Konstellationen und der Weg ins neue Jahrhundert
5.6. Fazit
6. Das 19. Jahrhundert – ein bürgerliches Zeitalter
6.1. Die Familie in der bürgerlichen Kultur – Der Weg zur modernen Familie
6.2. Kennzeichen der bürgerlichen Familie
6.3. Geschlechterrollen und Ehe
6.4. Funktionen
6.5. Generationsbewusstsein
6.6. Exkurs: Reproduktion in der Familie
6.7. Auf der Suche nach neues Mustern
6.8. Die Geschlechtercharakter
6.8.1. Geschlechtscharakter der Frau
6.8.2. Geschlechtscharakter des Mannes
6.9. Kinder
6.10. Exkurs: Der Sozialcharakter
6.11. Fazit
7. Die Familie der (Post)Moderne – Gegenwart
7.1. Pluralität der Lebensformen
7.2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften
7.3. Allein Erziehende
7.4. Wandel der Werte und Normen
7.5. Wandel der Geschlechterrollen
8. Schlussfolgerung
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den historischen Wandlungsprozess der Institution Familie von der Aufklärung über das bürgerliche 19. Jahrhundert bis hin zur Postmoderne, um die aktuellen strukturellen Veränderungen sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die moderne Gesellschaft und den Bildungsbereich zu analysieren.
5.1 Das „Ganze Haus“
Die Welt im 18. Jahrhundert bestand zum größten Teil aus Marktgenossenschaften, kleinen Dörfern und Gutshöfen. Auf wirtschaftlicher Ebene spielte vor allem die Landwirtschaft und das Handwerk eine große Rolle. Die Familie verkörperte den kleinsten Bestandteil der Gesellschaft. Doch zur damaligen Zeit waren die Bedeutungen für die Familie weit gefächert. Sie bezogen sich auf Begriffe wie Haushalt, Blutsverwandte oder Eltern mit Kindern. Als charakteristisches Bild der Familie wurde somit das Ganze Haus als Idealvorstellung der Gesellschaft betrachtet.
Damit waren nicht nur Eltern mit ihren Kindern oder Verwandte gemeint, zusätzlich lebten auch Dienstmädchen und Dienstboten, Mägde und Knechte sowie Gesellen und Lehrlinge mit in den Häusern der jeweiligen Stände. Das ganze Hause konnte somit als eine Produktionsgemeinschaft angesehen werden, wobei sich das Verhältnis zwischen den einzelnen Mitgliedern fast einzig und allein auf die harte Arbeit beschränkte, emotionale Beziehungen kamen so nicht zustande. Die Wohnstätte war auch gleichzeitig die Arbeitsstätte. Die „Familienform“ des ganzen Hauses war vom späten Mittelalter bis hin zur Französischen Revolution vorherrschend. In diesen drei Jahrhunderten lebte die Mehrzahl der Menschen auf dem Land, so waren es nach Rerrich etwa 80% der Menschen, die in Dörfern mit weniger als 2000 Einwohnern lebten.
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz der Institution Familie für die Erziehungswissenschaft und den Lehrerberuf angesichts ständiger gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.
2. Definition der Familie: Es wird erläutert, dass eine allgemeingültige Definition von „Familie“ historisch und kulturell variabel ist und sich vom ursprünglichen Verständnis der Hausgemeinschaft zum heutigen Familienbild entwickelt hat.
3. Familienformen: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über unterschiedliche Kategorisierungen familiärer Zusammenlebensformen, etwa nach Generationenzahl, Wohnsitz oder Erwerbskonstellation.
4. Funktionen der Familie: Die zentralen gesellschaftlichen Leistungen der Familie, wie Reproduktion, Sozialisation, Haushaltsführung und Spannungsausgleich, werden detailliert dargelegt.
5. Das 18. Jahrhundert – die vorindustrielle Familie: Das Ideal des „Ganzen Hauses“ als Produktionsgemeinschaft, geprägt durch patriarchale Autorität und fehlende emotionale Bindungen, steht hier im Fokus.
6. Das 19. Jahrhundert – ein bürgerliches Zeitalter: Die Herausbildung der bürgerlichen Kleinfamilie infolge der Industrialisierung und Aufklärung wird analysiert, inklusive der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und der neuen Rolle des Kindes.
7. Die Familie der (Post)Moderne – Gegenwart: Die Arbeit beleuchtet die aktuelle Pluralisierung von Lebensformen und die Herausforderungen für Individuen in einer von Unsicherheit und Wertewandel geprägten Zeit.
8. Schlussfolgerung: Das Fazit stellt fest, dass die Familie keinen Funktionsverlust erlitten hat, sondern einen fortwährenden Funktionswandel durchläuft, bei dem sie sich an neue gesellschaftliche Anforderungen anpasst.
Familie, Familienformen, bürgerliche Kleinfamilie, Sozialisation, Geschlechterrollen, vorindustrielle Familie, Postmoderne, Erziehungswissenschaft, Gesellschaftlicher Wandel, Reproduktionsfunktion, Haushaltsfunktion, Sozialcharakter, Pluralität der Lebensformen, Patriarchat, Ganze Haus.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und gesellschaftlichen Entwicklung der Familie von der vorindustriellen Zeit bis zur Gegenwart.
Zu den Kernbereichen gehören die historischen Familienbilder, die Rolle der Geschlechter, der Wandel von Funktionen der Familie sowie die Ausdifferenzierung moderner Lebensformen.
Ziel ist es, die Entwicklung der Institution Familie nachzuvollziehen, um die gegenwärtige Umbruchsituation und deren Bedeutung für pädagogische Institutionen besser zu verstehen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und erziehungswissenschaftlicher Quellen zur Ehe- und Familiensoziologie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der vorindustriellen Familie (Ganzes Haus), der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert und der Familie in der (Post)Moderne.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Familienformen, Sozialisation, Geschlechterrollen, bürgerliche Kleinfamilie und gesellschaftlicher Wandel.
Im 18. Jahrhundert war das „Ganze Haus“ primär eine Produktionsgemeinschaft mit strenger patriarchaler Ordnung, während die moderne Familie auf emotionalen Bindungen und der Trennung von Erwerbs- und Familienleben basiert.
Der Wandel wurde durch Prozesse wie die Aufklärung, die Emanzipationsbewegung der 70er Jahre, den Zugang zu Bildung sowie die veränderten Anforderungen der Industriegesellschaft angetrieben.
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