Bachelorarbeit, 2012
60 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
1.1. Ausbau der Windenergie in Deutschland
1.2. Entwicklung der Windenergienutzung im Wald
1.3. Zielsetzung der Entwicklung des Leitfadens:
2. Grundlagen der Windenergienutzung in Waldgebieten
2.1. Physikalische Grundlagen
2.1.1. Turbulenzeinfluss
2.1.2. Rauhigkeitslänge
2.1.3. Interne Grenzschicht
2.2. Technische Rahmenbedingungen
2.2.1. Bevorzugte WEA für Schwachwindstandorte
2.2.2. Turmauslegung
2.2.3. Fundamentauslegung
3. Standorteignung für Windparks in geschlossenen Waldgebieten
3.1. Wald ist nicht gleich Wald
3.2. Windressourcenprognose
3.3. Ausgleichs- & Ersatzmaßnahmen
3.4. Infrastrukturelle Besonderheiten
4. Naturschutzfachliche Betrachtungen
4.1. Aktionsbereich der Fauna
4.2. Waldfunktionskartierung
4.3. Waldumwandlung nach den Landeswaldgesetzen
4.4. Multifunktionale Nutzung der Rodungsfläche
4.5. weitere Umwelteinflüsse
4.5.1. Brandgefahr
4.5.2. Eisansatz an WEA im Wald
4.5.3. Schallemissionen und Sichtbehinderung
5. Projektplan für die Errichtung eines Windparks im Wald
6. Zusammenfassung: Argumente für die Auslegung von WEA im Wald
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Leitfadens für die Auslegung von Windenergieanlagen (WEA) in geschlossenen Waldgebieten, um prozessorientierte Handlungsvorschriften für die Projektierung in ökologischer, ökonomischer und logistischer Hinsicht aufzuzeigen.
1.1. Ausbau der Windenergie in Deutschland
Nach den Kernreaktorereignissen im Frühjahr 2011 in Fukushima traf die aktuelle Bundesregierung die Entscheidung über die Rücknahme der intendierten Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Seitdem kommt es immer wieder zu kontroversen Debatten, in denen die generelle Energiewende diskutiert wird. Energieeffizienz und Energieeinsparmaßnahmen nehmen dabei eine wesentliche Rolle bei der Neuorientierung der Energiepolitik ein. Zudem ist die Umstrukturierung in eine dezentrale und nachhaltige Energieversorgung, die in Zukunft vor allem aus regenerativen Energien bestehen soll, maßgebend. Dazu müssen die konventionellen endlichen Energieträger sukzessiv von erneuerbaren Energieträgern ersetzt werden. Seitens der Regierung wurden dazu Beschlüsse zur Beschleunigung der Energiewende formuliert, in denen die Stromerzeugung aus regenerativen Energien einen Anteil von 35% bis zum Jahr 2020, 50% bis zum Jahr 2030 und sogar 80% bis zum Jahr 2050 erreichen soll. Um diese Ziele verfolgen zu können, sind Auflockerungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und Forcierungen von Genehmigungsverfahren unerlässlich. Die Windenergienutzung soll dabei die Hauptkomponente der Energiegewinnung bilden und wird deshalb auch durch politische Entschlüsse wie dem aktuellen Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) gestärkt.
Diese völlige Veränderung im Bewusstsein der Bevölkerung sowie in der Regierungspolitik machen es notwendig und unerlässlich, die notwendigen Rahmenbedingungen und Genehmigungsverfahren vor allem bei der favorisierten Windenergienutzung transparent und übertragbar auf die Praxis zu gestalten.
1. Einleitung: Beschreibt den politischen Kontext des Energiewende-Prozesses in Deutschland sowie die Motivation und Zielsetzung zur Entwicklung eines Leitfadens für Waldstandorte.
2. Grundlagen der Windenergienutzung in Waldgebieten: Erläutert die meteorologischen Besonderheiten wie Turbulenzen und Rauhigkeitslängen über Wäldern sowie die spezifischen technischen Anforderungen an Türme und Fundamente.
3. Standorteignung für Windparks in geschlossenen Waldgebieten: Analysiert, welche Waldtypen und Flächen für eine Windenergienutzung infrage kommen und wie Windressourcen prognostiziert werden können.
4. Naturschutzfachliche Betrachtungen: Beleuchtet die Auswirkungen auf die Fauna, die Rolle der Waldfunktionskartierung und die notwendigen Kompensationsmaßnahmen bei Rodungen.
5. Projektplan für die Errichtung eines Windparks im Wald: Skizziert den gesamten Prozess von der standortanalytischen Vorbereitung über die Genehmigungsphase bis hin zum Betrieb der Anlage.
6. Zusammenfassung: Argumente für die Auslegung von WEA im Wald: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bekräftigt das Potenzial von Waldstandorten für den Ausbau erneuerbarer Energien.
Windenergie, Waldgebiete, Windenergieanlagen, WEA, Energiewende, Standorteignung, Naturschutzrecht, Waldumwandlung, Windpotenzial, Projektmanagement, Erneuerbare Energien, Aufforstung, ökologische Auswirkungen, Windressourcenprognose, Infrastruktur.
Die Arbeit befasst sich mit der Planung, Genehmigung und Errichtung von Windenergieanlagen in geschlossenen Waldgebieten und entwickelt einen Leitfaden für die verschiedenen Projektphasen.
Die Arbeit behandelt die drei Hauptpfeiler Ökologie, Ökonomie und Logistik, eingebettet in den rechtlichen und technischen Rahmen einer Windparkprojektierung im Wald.
Ziel ist es, einen vielseitigen Leitfaden zu erstellen, der Handlungsvorschriften für eine prozessorientierte Projektentwicklung im Wald bietet und kritische Punkte wie Flächenauswahl und Konfliktpotenziale beleuchtet.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse des aktuellen Wissensstandes, technische Grundlagen, sowie eine rechtswissenschaftliche Betrachtung und eine Zusammenstellung von bundeslandspezifischen Windenergie-Kriterien.
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, die Bestimmung der Standorteignung, naturschutzfachliche Betrachtungen (inklusive Avifauna und Waldgesetze) sowie den praktischen Projektplan.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Windenergienutzung, Waldgebiete, Waldumwandlung, Naturschutzrecht und Projektplanung charakterisiert.
Die Komplexität ergibt sich aus der heterogenen Oberflächenstruktur des Waldes, forstrechtlichen Vorgaben, der notwendigen Waldumwandlungsgenehmigung und der Berücksichtigung von Schutzgebieten oder artenschutzrechtlichen Aspekten.
Die Arbeit diskutiert die Problematik und betont, dass Kollisionsszenarien zwar nicht ausgeschlossen, aber oft lokal begrenzt sind und durch Standortwahl sowie Monitoring- und Vermeidungsmaßnahmen minimiert werden können.
Damit ist gemeint, dass gerodete Flächen, die für den Bau der WEA notwendig sind, langfristig auch ökologisch oder ökonomisch aufgewertet werden können, beispielsweise als Äsungsflächen für Wild oder Holzlagerplätze.
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