Bachelorarbeit, 2014
55 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Das Gangsterfilmgenre
3 Das Remake
3. 1 Kurze Geschichte des Remakes
3. 2 Definition und begriffliche Abgrenzung
4 Das Modell der „Asian Values“ vs. „Western Values“
4. 1 Kultur und Filmmedium
4. 2 Problematik der Generalisierung
4. 3 Werte und Motive
5 Analyse: Infernal Affairs und The Departed
5. 1 Inhalt
5. 1. 1 Infernal Affairs
5. 1. 2 The Departed
5. 2 Philosophie/Religion
5. 2. 1 Infernal Affairs: Konfuzianismus, Ying/Yang-Denken
5. 2. 2 The Departed: Der Katholizismus
5. 3 Individualismus vs. Gemeinschaft
5. 3. 1 Infernal Affairs: Die Person des Spitzels
5. 3. 2 The Departed: Die einzelnen Charaktere
5. 4 Moralvorstellung
5. 4. 1 Infernal Affairs: moralische Unsicherheit
5. 4. 2 The Departed: Frank Costello als moralisches Zentrum
6 Zusammenfassung
6. 1 Gemeinsamkeiten
6. 2 Unterschiede
7 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Konstruktion und den Transfer kultureller Werte am Beispiel des Hongkonger Originals „Infernal Affairs“ und seines US-amerikanischen Remakes „The Departed“, um aufzuzeigen, wie kulturelle Identitäten und moralische Systeme in unterschiedlichen Mediensystemen verarbeitet werden.
3. 2 Definition und begriffliche Abgrenzung
Der Begriff „Remake“ lässt sich nicht einwandfrei definieren. Es existiert kein Ideal- oder Urbild womit man unterschiedliche Filme vergleichen oder kategorisieren könnte. Ein Remake gehört zu keinem Genre und zu keiner Klasse. Es gibt keine ikonographischen Merkmale, anhand derer man ein Remake erkennen kann. Auch stilistisch folgt das Remake keinem Muster und keiner Geschehenslogik.
In allen Genres existieren Remakes, also sowohl im Horrorfilm, als auch im Drama. Deswegen sollte vorerst geklärt werden, wer festlegt was ein Remake ist. Zunächst einmal geht viel von der Rezeptionsseite aus. Das bedeutet, Filmkritiker oder auch Zuschauer legen fest, wann ein Film als Remake zu bezeichnen ist. Deswegen kommt es zu zwiespältigen Beschreibungen. Oft ist ein Film bereits dann ein Remake, wenn Handlungsanalogien zu erkennen sind, oft aber ist auch ein Film, der einen anderen zitiert bereits als Remake zu sehen.
Auf der Produzentenseite ist natürlich auch von Remakes die Sprache. Hintergrund dabei ist meistens, dass ein bereits erfolgreicher Film neu gedreht wird und dessen Bekanntheitsgrad genutzt wird, um erneut Gewinn zu erwirtschaften. Dafür werden die Rechte des Ursprungsfilms erworben, um sich rechtlich abzusichern. Häufig genug kommt es dennoch vor, dass das Copyright umgangen wird, um maskierte Remakes auf den Markt zu bringen.
Eine Einstufung eines Films erfolgt über mehrere Faktoren. Unter anderem durch die starre Form der Wiederholung mit Veränderungen und Aktualisierungen unterschiedlichster Art. Es enthält dabei Elemente des früheren Werks mit neuen Aspekten wie aktualisierte Zeitbezüge. Die Verwandtschaft zum Original wird durch eindeutige Referenzen, beispielsweise in Form von Zitaten und Hommagen, gezeigt.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und der Relevanz der Filmanalyse von Original und Remake im Kontext kultureller Übersetzungsarbeit.
2 Das Gangsterfilmgenre: Analyse narrativer und ikonographischer Konventionen des Genres, insbesondere der Topologie und des Charakters des Gangsters.
3 Das Remake: Historischer Abriss und theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen und Definitionen des Remakes und der Neuverfilmung.
4 Das Modell der „Asian Values“ vs. „Western Values“: Etablierung des theoretischen Rahmens zur Unterscheidung von östlichen und westlichen kulturellen Wertesystemen.
5 Analyse: Infernal Affairs und The Departed: Hauptteil der Arbeit, welcher die Filme anhand der Kategorien Inhalt, Philosophie/Religion, Individualismus vs. Gemeinschaft und Moral vergleicht.
6 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Gemeinsamkeiten und kulturell bedingten Unterschiede zwischen den beiden Werken.
7 Resümee und Ausblick: Kritische Reflexion des Transfers kultureller Werte im Medium Film und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Remake, Gangsterfilm, Infernal Affairs, The Departed, Kultureller Transfer, Konfuzianismus, Katholizismus, Identität, Moral, Individualismus, Gemeinschaft, Yin und Yang, Filmgeschichte, Wertesysteme, Narration.
Die Arbeit untersucht, wie kulturelle Werte durch das Medium Film konstruiert und beim Transfer von einem Original zu einem Remake zwischen verschiedenen Kulturräumen modifiziert werden.
Zentrale Themen sind das Gangsterfilmgenre, die theoretische Definition des Remakes, der Vergleich zwischen asiatischen und westlichen Werten sowie die Analyse der religiösen und ethischen Strukturen der gewählten Fallbeispiele.
Ziel ist es, nachzuweisen, wie Scorsese durch das Remake von „Infernal Affairs“ („The Departed“) die zugrundeliegenden buddhistisch-konfuzianischen Werte in einen westlich-katholischen Kontext übersetzt.
Die Arbeit nutzt die Methode der induktiven Wissensmodifikation, um auf Basis der Analyse des kulturellen „Altwissens“ die Darstellungsweise der Werte in den beiden Filmen zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die vier Kategorien: Inhalt, Philosophie/Religion, Individualismus vs. Gemeinschaft sowie Moralvorstellung, anhand derer die Protagonisten und ihr Handeln analysiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Remake, Kultureller Transfer, Identität, Moral, Konfuzianismus und Individualismus geprägt.
Der Begriff referenziert auf das buddhistische Konzept der „immerwährenden Hölle“, die für die Charaktere im Film keinen Ausweg aus ihrem Schicksal und ihren Taten zulässt.
Während „Infernal Affairs“ moralische Ambivalenz innerhalb eines unpersönlichen Systems betont, konstruiert „The Departed“ ein expliziteres moralisches Zentrum um die Figur Frank Costello.
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