Magisterarbeit, 2003
129 Seiten, Note: 1,0
1. Gegenstand und Problemstellung der Arbeit
2. Die Suche nach der Frau in Philosophie und Wissenschaft
2.1. Anatomy is Destiny? Positionen der Frau in Gesellschaft, Familie und Kultur bis ins 19. Jahrhundert
2.2. „Mind Management“ als gesellschaftliches Kontrollmittel
2.3. „The Feminine Mystique“ - Rückschritt statt Fortschritt im 20. Jahrhundert?
3. Der Mythos Frau – eine Frage der Identität?
3.1. „A person’s consistent sense of self“ - Psychoanalyse und Identität
3.2. Sozialpsychologische Ansätze zur Identitätstheorie
3.2.1. Die Verknüpfung persönlicher Identität mit kritischen Lebenssituationen
3.2.2. Selbstkonzept und Selbstwertgefühl als Aspekte der Identität
3.2.3. Soziale Rolle und Identität
3.3. Sex und Gender als kulturdefinierte Rahmen der Geschlechterforschung
3.3.1. Geschlecht als Definitionsraum für Identität
3.3.2. Gender Identity und Genderismus als ideologisiertes System der Relevanz von Geschlecht
3.3.3. Judith Butlers Dekonstruktivismus
4. Lebensentwürfe weiblicher Figuren in Marilyn Frenchs Romanen
4.1. „Mira was an independent baby.“ Geschlechtsrollenspezifische Erziehung und Bildung
4.1.1. „But Mira had a private life.“ Flucht in die Innenwelt
4.1.2. „...the first appearence of my bad character.“ Selbstbewertung im Konflikt zwischen Rollenerwartung und Rollendistanz
4.1.3. „She was being undermined.“ Pubertät als sozialer Scheideweg
4.1.4. „He’s getting a virgin, that I know.“ Defloration als Inbesitznahme
4.2. „And they lived happily ever after.“ Die Institution der Ehe als Manifestierung sozialer Geschlechtsrollen
4.2.1. „Armed by the title of Mrs...“ Gender-Rollen in der Ehe
4.2.2. Sexualität in der Ehe als Ausdruck sozialer Machtverhältnisse
4.2.3. „Children are the center of a woman's life.“ Die Mutterrolle als Wertmaßstab und Herausforderung
4.3. Gewalt gegen Frauen
4.3.1. Finanzielle Unterdrückung und Entmündigung als subtile Formen der Gewalt
4.3.2. „I’m a woman hater“ Ambivalente Signale aus Angst vor Kontrollverlust
4.3.3. Verweigerung als Gewaltform und Psychoterror
4.3.4. „The mad woman“ Totale physische und psychische Gewalt an Frauen
4.3.5. Scheidung als Ausweg? Institutionelle Gewalt an Frauen
4.4. Die allegorische Figur „Norm“ – Täter und Produkt zugleich?
4.5. Die weibliche Subkultur – Frauen in Solidaritätsgruppen
4.5.1. „She laughed with them at the absurdities of the big world.“ – Systemerhaltende Mechanismen in Solidaritätsgruppen
4.5.2. Frauengruppen als Artikulationsforum
4.5.3. Alternative Lebensentwürfe für Frauen
5. Literarische Darstellungsmittel der Identitätsproblematik
5.1. „Writing beyond the ending“ als Schritt aus narrativen und sozialen Restriktionen weiblicher Identität
5.2. „I guess I should get back to the story,“ – Identitätsentwürfe im Verhältnis von Erzählinstanz und Figurenebene
5.3. „[...]because, you see, it’s all true, it happened.“ Authentizitätsanspruch als appellatives Element der Erzählinstanz
5.4. „But only the tide rolls in.“ Zeitdarstellung im Roman als Inszenierung von Identitätsentwicklung
5.5. „The Women’s Room“ - Raumdarstellung als Gestaltungsmittel der Identitätserweiterung
6. „Behind the Bestsellers“ – eine journalistische Rezeptionsanalyse von The Women’s Room
6.1. Literaturkritik als Forum feministischer Publikation
6.2. „Sexual Bias in Reviewing“ - Journalistische Literaturkritik auf dem Prüfstand
6.3. „Separating the Men from the Women“ - Tradition und Klischee in Rezensionen zu The Women’s Room
7. Schlußbemerkungen
8. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Darstellung weiblicher Identität in ausgewählten Romanen von Marilyn French. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie sich gesellschaftliche Determinanten wie das Geschlecht auf die Selbstdefinition und Lebensentwürfe der weiblichen Romanfiguren auswirken und inwieweit literarische Erzählmittel genutzt werden, um patriarchale Strukturen abzubilden oder zu dekonstruieren.
Die Suche nach der Frau in Philosophie und Wissenschaft
„One day I wanted to explain myself to myself. And it struck me with a sort of surprise that the first thing I had to say was 'I am a Woman.'“
In ihrem Buch Le Deuxième Sexe versucht Simone de Beauvoir eine fast enzyklopädisch breit angelegte Erklärung des Begriffes Frau. Sie gliedert ihr Werk nach biologischen, mythologischen, historischen, psychoanalytischen und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen. Grundgedanke ist eine Zweiteilung der Gattung Homo Sapiens in männliche und weibliche Repräsentanten, die von unterschiedlichen physischen Voraussetzungen ausgehend im Verhältnis eines soziokulturellen Ungleichgewichts leben, wobei der Mann generell die größere physische und vor allem soziale Macht ausübt.
Dabei wird das männliche Prinzip von den Herrschenden seit Jahrtausenden als die Norm, als „das Menschliche per se“ gesehen, das Weibliche dagegen als Abweichung von dieser Norm, als etwas Defizitäres, als „das zweite Geschlecht“. Gleichwohl erkennt die Autorin auf jedem Gebiet dargestellte Unterschiede nicht als Rechtfertigung der Unterdrückung an, sondern belegt deren Ursachen und zeigt Alternativen auf, die den Kernsatz ihrer Weltanschauung stützen: „One is not born but rather becomes a woman.“ Daraus ergibt sich die Frage, welche Faktoren Prozesse bestimmen, die das Selbstbild und die gesellschaftliche Rolle der Frau beinflussen.
1. Gegenstand und Problemstellung der Arbeit: Einführung in die literarische Rezeption von Marilyn Frenchs Romanen und Skizzierung der Identitätsproblematik von Frauen.
2. Die Suche nach der Frau in Philosophie und Wissenschaft: Historischer Überblick über die philosophische und wissenschaftliche Sicht auf Frauen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.
3. Der Mythos Frau – eine Frage der Identität?: Theoretische Fundierung des Identitätsbegriffs durch sozialpsychologische und psychoanalytische Ansätze unter Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht.
4. Lebensentwürfe weiblicher Figuren in Marilyn Frenchs Romanen: Literarische Analyse der Romanfiguren hinsichtlich ihrer Sozialisation, Eheerfahrung und den damit verbundenen Rollenkonflikten.
5. Literarische Darstellungsmittel der Identitätsproblematik: Untersuchung der ästhetischen und erzählerischen Mittel, die French zur Gestaltung weiblicher Identitätsentwürfe einsetzt.
6. „Behind the Bestsellers“ – eine journalistische Rezeptionsanalyse von The Women’s Room: Analyse der zeitgenössischen Literaturkritik und deren Voreingenommenheit gegenüber „Frauenliteratur“.
7. Schlußbemerkungen: Zusammenführende Synthese der Ergebnisse zur Identitätsbildung und sozialen Verankerung weiblicher Rollen.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Frauenliteratur, Identität, Geschlechterrollen, Marilyn French, The Women's Room, Feminismus, Patriarchat, Sozialisation, Identitätstheorie, Rezeptionsanalyse, häusliche Gewalt, Weiblichkeit, Selbstkonzept.
Die Arbeit analysiert die Darstellung von weiblicher Identität in den Romanen der US-Schriftstellerin Marilyn French und beleuchtet, wie gesellschaftliche Normen die Lebensentwürfe ihrer Protagonistinnen beeinflussen.
Die Arbeit konzentriert sich auf Identitätstheorien, die Institution der Ehe, geschlechtsspezifische Sozialisation, Gewalt gegen Frauen und die feministische Literaturkritik.
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich weibliche Identität und Lebenswelt in der Literatur manifestieren und welche Rolle das soziale Geschlecht bei der Selbstdefinition spielt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch soziologische und psychoanalytische Theorien, insbesondere Ansätze von Nancy Chodorow und Erving Goffman, sowie eine Rezeptionsanalyse ergänzt wird.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe zu Identität und Geschlecht, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Romanfiguren in Hinblick auf Erziehung, Ehe, Gewalt und Solidarität, sowie eine medienkritische Betrachtung der zeitgenössischen Rezeption.
Identität, Geschlechterrollen, Feminismus, Patriarchat, Sozialisation und literarische Rezeption.
Die Ehe wird als Institution analysiert, die Frauen systematisch in eine ökonomische und soziale Abhängigkeit drängt und damit ihre individuelle Identitätsentwicklung einschränkt.
Der Begriff dient als Chiffre für Abweichungen von der gesellschaftlich geforderten Anpassung; für die Romanfiguren entwickelt sich die Akzeptanz dieses „schlechten Charakters“ jedoch zum notwendigen Schritt in Richtung Selbstbestimmung.
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