Masterarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
I. Begriffsklärungen
1. Klinische Sozialarbeit
2. Frauenzufluchtswohnung
3. Klientel
4. Häusliche Gewalt
4.1 Definition
4.2 Arten häuslicher Gewalt
4.2.1 Physische Gewalt
4.2.2 Psychische Gewalt
Exkurs: Sonderfall Stalking im Kontext häuslicher Gewalt
4.2.3 Sexuelle Gewalt
4.2.4 Ökonomische Gewalt
4.2.5 Soziale Gewalt
4.3 Vorkommen und Häufigkeit
4.4 Ursachen
4.5 Folgen häuslicher Gewalt
4.5.1 Physische Auswirkungen
4.5.2 Psychosomatische Auswirkungen
4.5.3 Psychische Auswirkungen
4.5.4 Soziale Auswirkungen
4.5.5 Finanzielle Auswirkungen
4.5.6. Auswirkungen auf die Kinder
II. Theoretische Hintergründe der klinischen Sozialarbeit
5. Person-in-Environment
6. Bio-psycho-soziales Modell
7. Inzidenzformel
8. Salutogenese
8.1 Kohärenzgefühl
8.1.1 Gefühl der Verstehbarkeit
8.1.2 Gefühl der Handhabbarkeit/Machbarkeit
8.1.3 Gefühl der Sinnhaftigkeit/Bedeutsamkeit
8.2 Stressoren und Spannungszustände
8.3 Generalisierte Widerstandsressourcen und -defizite
III. Umsetzung der Konzepte in der Praxis
9. Prinzipien der Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen
9.1 Akzeptanz
9.2 Parteilichkeit
9.3 Klientzentrierung
9.4 Flexibilität
9.5 Empathie
9.6 Echtheit
9.7 Lösungsorientierung
9.8 Ressourcenorientierung
9.9 Datenschutz/Vertraulichkeit
10. Aufgabenfelder
10.1 Beratung
10.1.1 Qualifizierte Kurzberatung
10.1.2 Intensive Beratung
10.2 Unterbringung
10.3 Kooperation, Vernetzung, Gremienarbeit
10.4 Vermittlung von Informationen, Kenntnissen, Fähigkeiten
10.5 Qualitätsmanagement und Projektmanagement
11. Rollenvielfalt in der klinischen Sozialarbeit
11.1 Die klinische Sozialarbeiterin in verschiedenen Rollen
11.1.1 Broker
11.1.2 Advocate
11.1.3 Educator
11.1.4 Enabler
11.1.5 Case- manager
11.1.6 Counselour
11.1.7 Mediator
11.1.8 Consultant
11.1.9 Researcher/Evaluator
12. Fazit und Ausblick
13. Literatur
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Relevanz der klinischen Sozialarbeit im spezifischen Arbeitsfeld von Frauenzufluchtswohnungen zu evaluieren und die bisher in der Fachliteratur unterrepräsentierte Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen theoretisch zu fundieren sowie praktisch zu veranschaulichen.
1. Klinische Sozialarbeit
Bei der klinischen Sozialarbeit handelt es sich um eine spezialisierte, gesundheitsorientierte Fachsozialarbeit, die in ihren Arbeitsfeldern bzw. mit ihren Zielgruppen zugleich soziale, psychische und somatische Dimensionen von Gesundheit und Krankheit in ihre Betrachtungen einbezieht und daraus Handlungsansätze entwickelt.
Klinische Sozialarbeit übernimmt gesundheitsfördernde und präventive Aufgaben in schwierigen Beratungs- und Behandlungskontexten und unterscheidet sich von der klassischen Sozialarbeit indem sie den Klienten als bio-psycho-soziale Einheit begreift und die Beeinflussung und Durchdringung der biologischen, psychischen und sozialen Ebene in den Mittelpunkt ihres Interesses stellt. Der Klient wird dabei in und mit seiner unmittelbaren Lebensumwelt und spezifischen Situation wahrgenommen. Mit der Betrachtung der gegenseitigen Einwirkungen und Wechselwirkungen von Psyche, Körper und zwischenmenschlichen Beziehungen stellt sich die klinische Sozialarbeit auf eine Ebene mit den klassischen Fachdisziplinen Psychologie und Medizin, agiert in Kooperation mit und zwischen ihnen (vgl. Geißler- Piltz u.a. 2005: 13). Dabei betont die klinische Sozialarbeit die soziale Dimension von Gesundheit und Krankheit und wird tätig, wenn psychologische und medizinische Behandlung noch nicht oder nicht mehr greifen und wirken.
Zielgruppe der klinischen Sozialarbeit sind zeitweise oder dauerhaft gesundheitlich gefährdete, beeinträchtigte oder erkrankte Menschen. Bei deren Beratung, Unterstützung und Behandlung betont die klinische Sozialarbeit soziale wie auch psychosoziale Aspekte und deren Auswirkungen auf Körper und Psyche des Menschen und vice versa. Klinische Sozialarbeit zielt ab auf die Verhinderung bzw. Reduzierung sozial bedingter Krankheiten und gesundheitlicher Störungen (vgl. Ortmann/Waller 2005: 4).
I. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die klinische Sozialarbeit als Fachdisziplin, erläutert das Konzept der Frauenzufluchtswohnung und differenziert verschiedene Gewaltformen sowie deren Folgen.
II. Theoretische Hintergründe der klinischen Sozialarbeit: Hier werden wissenschaftliche Modelle wie Person-in-Environment, das bio-psycho-soziale Modell, die Inzidenzformel und die Salutogenese zur theoretischen Untermauerung der Praxis herangezogen.
III. Umsetzung der Konzepte in der Praxis: Dieser Hauptteil beschreibt konkrete Prinzipien, Aufgabenfelder und die Rollenvielfalt der Sozialarbeiterinnen im Arbeitsalltag der Frauenzufluchtswohnungen.
Klinische Sozialarbeit, Frauenzufluchtswohnung, Häusliche Gewalt, Person-in-Environment, Bio-psycho-soziales Modell, Salutogenese, Gewaltspirale, Gesundheitsförderung, Soziale Netzwerke, Trauma, Prävention, Case-Management, Empowerment, Krisenintervention, Stalking.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Anwendung klinischer Sozialarbeit als innovativer Ansatz innerhalb der Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen in Frauenzufluchtswohnungen.
Zentral sind die theoretische Fundierung durch Modelle wie das bio-psycho-soziale Modell, die Analyse der Lebenssituation von Betroffenen sowie die praktische Ausgestaltung von Beratungs- und Betreuungsprozessen.
Ziel ist es, die Bedeutung der klinischen Sozialarbeit für dieses spezifische Arbeitsfeld aufzuzeigen und die bislang wissenschaftlich wenig beleuchtete Arbeit in Frauenzufluchtswohnungen systematisch darzustellen.
Die Arbeit stützt sich auf fundierte Literaturrecherchen sowie die beruflichen Erfahrungen der Autorin als Sozialpädagogin in einer Berliner Beratungsstelle und Zufluchtswohnung.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung: Prinzipien wie Akzeptanz und Parteilichkeit, verschiedene Aufgabenfelder (Beratung, Unterbringung) sowie das Rollenrepertoire der Sozialarbeiterinnen.
Wesentliche Begriffe sind klinische Sozialarbeit, häusliche Gewalt, salutogenetische Gesundheitsförderung, Ressourcenorientierung und die spezifische Umgebung von Frauenzufluchtswohnungen.
Die Salutogenese wird herangezogen, um zu verstehen, warum manche Frauen trotz traumatischer Gewalterfahrungen gesund bleiben und wie die klinische Sozialarbeit diese Widerstandsressourcen aktiv stärken kann.
Sie bietet einen Erklärungsansatz, um durch die gezielte Stärkung von Ressourcen und die Reduktion von Belastungen das Risiko für psychosoziale Störungen nach Gewalterfahrungen zu minimieren.
Der Fokus verschiebt sich von einer rein schützenden Unterbringung hin zu einer wissenschaftlich fundierten, sozialtherapeutischen Unterstützung, die den Menschen in seiner gesamten bio-psycho-sozialen Lebenswelt betrachtet.
Haustiere werden als wichtige soziale Ressourcen identifiziert, da sie oft den einzigen positiven emotionalen Kontakt für isolierte Frauen darstellen und Ansatzpunkte für eine stabilisierende Arbeit liefern können.
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