Bachelorarbeit, 2012
33 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Geschichtliche Hintergründe
2.1 Besiedlung bis zum 20. Jahrhundert
2.2 Geographische Herkunft der Siedler
2.3 Soziale Herkunft der Siedler und Bildung
3. Sprachpolitische Hintergründe
3.1 Révolution tranquille
3.2 Loi 63
3.3 Loi sur la langue officielle
3.4 Charte de la langue française
3.5 Office québécois de la langue française
4. Das français québécois
4.1 Erste Aussagen über die Sprachqualität
4.2 Sprachliches Normbewusstsein
5. Die Rolle des Englischen
5.1 Definition Anglizismus
5.2 Verschiedene Typen
5.2.1 Lexikalische Anglizismen
5.2.2 Semantische Anglizismen
5.2.3 Calques
5.3 Frequenz
5.4 Aussprache
5.5 Akzeptanz von Anglizismen
5.5.1 aus Sicht des Dictionnaire québécois d´aujourd´hui
5.5.2 von den Sprechern
5.5.3 aus Sicht des Office québécois de la langue française
5.6 Bewertung
6. Schulbildung in Quebec
6.1 Von der Grundschule bis zur Sekundarstufe
6.2 Gesetzlich geregelte Unterrichtssprache
6.3 Zusammenhang zwischen Konfession und Schulbildung
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss der englischen Sprache auf das français québécois in der Provinz Quebec, unter Berücksichtigung der historisch gewachsenen sprachpolitischen Rahmenbedingungen sowie der Rolle des Schulwesens und der Sprachnormierung.
3.1 Révolution tranquille
Der Ausdruck Révolution tranquille bezeichnet einen gesellschaftlichen Umbruch in der Provinz Quebec ab 1960, ausgelöst durch den unerwarteten Tod des konservativen Politikers Maurice Duplessis im Vorjahr. Duplessis war seit 1944 in der Union nationale aktiv, seine Vorgehensweisen waren jedoch umstritten: Er soll den ,,wilden“ Kapitalismus befürwortet haben, blieb der Sozialdoktrin der katholischen Kirche treu und versuchte, den Quebecern die neu eingeführten Sozialmaßnahmen vorzuenthalten. Er lehnte also jede Art von Reformen ab. Sein Tod gewährte Quebec den „Eintritt in die Moderne“ (Föttinger 2006, 152). Unter Führung des neu gewählten Premierministers Jean Lesage kam es zu Reformen im sozial- und bildungspolitischen Bereich, im Gesundheitswesen und in der Wirtschaft.
So wurden beispielsweise einige Betriebe verstaatlicht. Neun neue Staatsgesellschaften sind entstanden, durch die zum ersten Mal Unternehmen von frankophonen Wirtschaftskadern dominiert wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es hauptsächlich anglophone Kader. Außerdem entzog sich die Regierung dem Einfluss der römisch-katholischen Kirche, was zur Folge hatte, dass die Bevölkerung in Auflehnung gegen die Kirche zur Abtreibung und Empfängnisverhütung animiert wurde. Die Folge war ein Geburtenrückgang in der frankophonen Bevölkerung (s. Anm. 6).
Auch die französische Sprache erlebte einen Aufschwung. Ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs und der frankophonen Bevölkerung wurde bewusst, dass sie keine qualitative Minderheit mehr darstellt (Reutner 2009, 160). Jean Lesage verkündete in einer Rede in der pariser Acadèmie française, dass der Gebrauch des français québécois gerechtfertigt sei, da es sich um eine individuelle Sprache handele (Föttinger 2006, 161). Das „Selbstbewusstsein“ der Frankokanadier wurde gestärkt, sie sahen sich als eine von Frankreich unabhängige Nation, die aufgrund ihrer Sprache und ihrer Kultur eine eigene, individuelle Identität besitzt (ebd., 162).
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die sprachliche Situation in Quebec, die Relevanz des Englischen und die Zielsetzung der Bachelorarbeit.
2. Geschichtliche Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert die Besiedlungsgeschichte, die Herkunft der Siedler sowie die soziale Struktur Quebecs bis zum 20. Jahrhundert.
3. Sprachpolitische Hintergründe: Es werden die zentralen sprachpolitischen Etappen, inklusive der Révolution tranquille und der verschiedenen Sprachgesetze bis hin zur Charte de la langue française, analysiert.
4. Das français québécois: Die Entstehung der kanadischen Varietät des Französischen wird diskutiert sowie das damit verbundene Sprach- und Normbewusstsein thematisiert.
5. Die Rolle des Englischen: Dieses Hauptkapitel behandelt die Definition und Typologie von Anglizismen, deren Frequenz im gesprochenen Französisch sowie deren gesellschaftliche Akzeptanz und Sprachpflege.
6. Schulbildung in Quebec: Die Rolle des Schulwesens bei der Förderung des Französischen, die Sprachregelung im Unterricht und der Einfluss konfessioneller Strukturen werden untersucht.
7. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die historischen, sprachpolitischen und linguistischen Erkenntnisse zusammen und bewertet den Einfluss des Englischen auf das français québécois.
Quebec, français québécois, Anglizismen, Sprachpolitik, Révolution tranquille, Charte de la langue française, Sprachnorm, Integration, Frankophonie, Sprachbewusstsein, Sprachpflege, Office québécois de la langue française, bilingualer Kontext, Identitätsbildung, Sprachwandel.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der englischen Sprache auf das Französische in der Provinz Quebec, beleuchtet die historischen Ursprünge dieser Sprachkontaktsituation und analysiert die sprachpolitischen Maßnahmen zur Sicherung des Französischen.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Besiedlung Quebecs, die Entwicklung der sprachpolitischen Gesetzgebung, die linguistische Eigenständigkeit des français québécois, die Integration von Anglizismen und die Rolle des Bildungssystems.
Das Ziel ist es, auf Basis historischer und sprachpolitischer Analysen zu klären, in welchem Maße das Englische das français québécois beeinflusst hat und ob dieser Einfluss eine Gefahr für die Varietät darstellt.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur sowie der Untersuchung sprachstatistischer Daten und Gesetzestexte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung, eine Analyse der Sprachpolitik, eine Untersuchung der sprachlichen Identität und Normbildung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rolle, Klassifizierung und Akzeptanz von Anglizismen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere das français québécois, die Révolution tranquille, der Begriff des Anglizismus sowie die Rolle des Office québécois de la langue française als Sprachpflege-Institution.
Die Révolution tranquille ab 1960 markierte einen gesellschaftlichen Umbruch, der das Selbstbewusstsein der frankophonen Bevölkerung stärkte und das Französische als Sprache einer modernen Gesellschaft etablierte, was entscheidend für den späteren sprachpolitischen Erfolg war.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Anglizismen keine wirkliche Gefahr darstellen, da ihr Anteil im Gesamtwortschatz gering ist und die Sprachpflege (OQLF) erfolgreich steuernd eingreift.
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