Bachelorarbeit, 2013
66 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Funktion von Sprache
2.2 Diskurs und Diskurslinguistik – Von Foucault bis Habermas
2.3 Der politische Diskurs – Sprache der Politik
2.4 Einordnung und Definition von Protestsprache
3 Hintergrund des Movimiento 15-M
3.1 Ursprung der Proteste
3.2 Verlauf des Movimiento 15-M
3.3 Beteiligte und ihre Zielsetzungen
3.4 Folgen der Proteste
4 Sprachliches Korpus
4.1 Manifest Democracia Real Ya
4.2 Manifest Juventud sin Futuro
4.3 Parolen
4.4 Eigennamen
5 Intention der Protestierenden
6 Sprachliche Verfahren
6.1 Sprache des Manifests der Democracia Real Ya
6.1.1 Struktur und Syntax des Manifests der Democracia Real Ya
6.1.2 Wortschatz des Manifests der Democracia Real Ya
6.1.3 Rhetorik im Manifest der Democracia Real Ya
6.2 Sprache des Manifests der Juventud sin Futuro
6.2.1 Struktur und Syntax im Manifest der Juventud sin Futuro
6.2.2 Wortschatz des Manifests der Juventud sin Futuro
6.2.3 Rhetorik im Manifest der Juventud sin Futuro
6.3 Eigennamen der Bewegung
6.4 Sprache der Parolen der Proteste
6.4.1 Wortschatz der Parolen
6.4.2 Zitierte Parolen und ihre Urheber
6.4.3 Sprachliche Mittel in den Parolen
6.5 Inszenierung und Darstellung des Korpus
6.5.1 Plakate
6.5.2 Protestaktionen
6.5.3 Demonstrationen, Sprechchöre, Öffentliche Kundgebungen
6.6 Wirkung der Sprache des Movimiento 15-M
6.6.1 Ihre Wirkung auf die spanischen Mitbürger
6.6.2 Ihre Wirkung auf die spanische Politik und Wirtschaft
6.6.3 Ihre Wirkung in Europa
7 Schlussbetrachtungen
8 Bibliographie
8.1 Primärquellen
8.2 Sekundärquellen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Mittel und Verfahren der Protestbewegung Movimiento 15-M im Jahr 2011 in Spanien. Ziel ist es, die spezifische Funktion der Protestsprache im politischen Diskurs zu analysieren und zu klären, ob die Demonstranten ihre Forderungen durch den gezielten Einsatz sprachlicher Werkzeuge wirksam kommunizieren und politische Veränderungen herbeiführen konnten.
6.1.1 Struktur und Syntax des Manifests der Democracia Real Ya
Ein Manifest gilt allgemein als Grundsatzerklärung oder auch Programm einer politischen Organisation, Partei oder Kunstrichtung. Das Manifest der Democracia Real Ya unterscheidet sich von anderen Manifesten und Programmschriften vor allem „hinsichtlich des Tonfalls [...] und setzt ungewohnt offen, eher sanft und pluralistisch ein“.
Das Manifest gliedert sich in insgesamt zwölf Sinnabschnitte. Zu Beginn stehen drei einleitende Abschnitte, in denen auf die Forderungen der Bewegung hingearbeitet wird. In weiteren neun Absätzen schildert der Verfasser des Manifests schließlich in einzelnen Thesen, was die Organisation kritisiert und fordert. Abschließend ruft ein fast schon poetischer Fünfzeiler die Leser dazu auf, sich zu empören und sich der Bewegung anzuschließen.
Auffällig ist, dass das gesamte Manifest kurz und knapp gehalten ist, ebenso wie die einzelnen Sätze, die zumeist aus Hauptsätzen bestehen und sich aneinander reihen. Komplizierte Satzkonstruktionen hingegen findet man in der Schrift kaum. So stellt der Verfasser sicher, dass auch jene „einfache“ Bürger das Manifest verstehen können, die er mit seinen Aussagen erreichen möchte. Gleichzeitig schafft er so eine sprachliche Abgrenzung zur Politiksprache der Regierung, die von den Bürgern oft nicht vollständig verstanden wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Jahr 2011 als Jahr weltweiter Proteste ein und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion und Wirksamkeit der Sprache des Movimiento 15-M.
2 Theoretischer Rahmen: Das Kapitel erörtert die sprachwissenschaftlichen Grundlagen, einschließlich des Organon-Modells von Bühler, des Modells von Jakobson sowie Theorien zu Diskurs und politischer Sprache.
3 Hintergrund des Movimiento 15-M: Hier wird der sozioökonomische Kontext der spanischen Wirtschaftskrise und die Entstehung der Bewegung sowie ihre Akteure und Forderungen beschrieben.
4 Sprachliches Korpus: Dieses Kapitel definiert die Quellenbasis der Untersuchung, bestehend aus den Manifesten der Organisationen Democracia Real Ya und Juventud sin Futuro sowie gesammelten Parolen.
5 Intention der Protestierenden: Die Absicht der Bewegung, Kritik an Politik und Wirtschaft zu üben sowie neue Mitstreiter durch eine bewusste Kontrastbildung zur herrschenden Klasse zu gewinnen, steht hier im Fokus.
6 Sprachliche Verfahren: Dies ist der Hauptteil, der detailliert die Struktur, den Wortschatz, die Rhetorik und die Inszenierung in Manifesten, Parolen und Aktionen analysiert.
7 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Bewegung zwar eine neue Sprache etablierte und Aufmerksamkeit generierte, ihr Ziel einer tiefgreifenden politischen Systemveränderung jedoch verfehlte.
8 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der linguistischen Analyse.
Movimiento 15-M, Protestsprache, Politischer Diskurs, Democracia Real Ya, Juventud sin Futuro, Indignados, Diskurslinguistik, Manifest, Rhetorik, Appellfunktion, Wortschatz, politische Kommunikation, Spanien, Wirtschaftskrise, Rebellion.
Die Arbeit analysiert die sprachliche Gestaltung und die kommunikativen Strategien der spanischen Protestbewegung „Movimiento 15-M“ des Jahres 2011.
Im Mittelpunkt stehen die Analyse der Protestsprache, ihre Funktion innerhalb des politischen Diskurses sowie die Untersuchung, wie sprachliche Mittel zur Mobilisierung und Kritik eingesetzt wurden.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, welche spezifische Funktion die Sprache im politischen Diskurs des Movimiento 15-M einnahm und ob die Bewegung ihre Ziele durch diesen sprachlichen Einsatz erreichen konnte.
Die Untersuchung basiert auf einer linguistischen Diskursanalyse, wobei theoretische Modelle wie das Organon-Modell von Karl Bühler und die Theorie von Roman Jakobson auf das gesammelte Sprachkorpus angewendet werden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Manifeste, der Parolen sowie der visuellen und aktionistischen Inszenierung der Bewegung, um sprachliche Muster, Rhetorik und deren Wirkung auf die Öffentlichkeit offenzulegen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Protestsprache, Politischer Diskurs, Indignados, Demokratieverständnis und der Einfluss der Wirtschafts- und Finanzkrise auf das Sprachverhalten.
Da es sich um die größte Protestorganisation handelt, legte deren Manifest den Grundstein für die Sprache der Bewegung und beeinflusste maßgeblich die Art und Weise, wie Forderungen öffentlich formuliert wurden.
Das Zitieren von Philosophen und Freiheitskämpfern wie Sartre oder Gandhi dient als rhetorisches Mittel ("argumentum ad auctoritatem"), um den eigenen Forderungen Gewicht und historische Legitimität zu verleihen.
Das Fazit der Arbeit stellt fest, dass die Bewegung zwar eine hohe mediale Aufmerksamkeit und eine neue Form der politischen Sprache schuf, jedoch eine tiefgreifende Änderung des spanischen Staatssystems ausblieb.
Während sich Democracia Real Ya an die breite Bevölkerung richtet, zielt Juventud sin Futuro spezifisch auf die prekäre Lage der gut ausgebildeten, jungen Generation, was sich in einer differenzierteren Verwendung von Fremdwörtern und einer spezifischeren Zielgruppenansprache widerspiegelt.
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