Bachelorarbeit, 2013
33 Seiten, Note: 1.3
1.) Einleitung
2.) Vom Deismus zum Atheismus?
2.1) Der Begriff des Atheismus im Zeitalter der Aufklärung
2.2) Der Weg zum Frühwerk
2.2.1) Vom Abbé zum Schriftsteller
2.2.2) Die Shaftesbury-Übersetzung
2.3) Die „Pensées philosophiques“
2.4.) Schriften und Einflüsse bis 1749
2.4.1) Weitere Werke
2.4.2) Maßgebliche Einflüsse
2.5) Der “Lettre sur les aveugles à l’usage de ceux qui voient”
3.) Fazit
4.) Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die geistige Entwicklung von Denis Diderot in seinem Frühwerk zwischen 1746 und 1749, um zu klären, ob eine tatsächliche Konversion vom Deismus zum Atheismus vorliegt oder ob Diderots Denken eher durch einen grundlegenden skeptischen und methodisch deskriptiven Ansatz geprägt ist.
Die “Pensées philosophiques”
Die „Pensées philosophiques“ wurden im Jahre 1746 veröffentlicht und werden als Weiterentwicklung der Anmerkungen, die Diderot in der Shaftesbury-Übersetzung äußerte, verstanden. Ähnlich dieser ist der eigentliche philosophische Gehalt „konventionell [und] gewiss nicht kühn“. Furbank bezeichnet das Werk deswegen „as a kind of résumé or summa of freethinking arguments on religion […] that […] had been circulating for half a century“. In seinem Werk veranschaulicht Diderot in 62 „unsystematische[n], scheinbar unzusammenhängende[n] Reflexionen“ größtenteils Ideen, die Frühaufklärer wie Voltaire und Montesquieu schon Jahre zuvor aus England eingeführt hatten.
Obwohl das Werk also kaum wirklich neue Ansätze hervorbrachte, wurde es dennoch der Vorsicht halber anonym und mit Angabe eines holländischen Druckorts veröffentlicht, obwohl es in Paris unter Aufsicht des Verlegers Laurent Durand gedruckt wurde. Diderot versah das Titelblatt mit dem Zitat „Piscis hic non est omnium.“ und sollte Recht behalten: kurz nach der Veröffentlichung wurde es als „skandalös und gegen die Religion und die guten Sitten verstoßend“ verurteilt, da es „unruhigen und vermessenen Gemütern das Gift der frevlerischsten und widersinnigsten Meinungen, zu deren Verderbtheit der menschliche Verstand fähig ist“ biete. Dabei waren es vor allem die ansprechende Form und leicht verständliche Sprache, die den Richtern als gefährlich erschienen und gegenüber denen andere, schwerfällige oder langweilige Erörterungen mit ähnlichen Inhalten im Hintertreffen waren.
1.) Einleitung: Einführung in das Diderot-Bild und die Fragestellung nach dem Wandel vom Abbé zum radikalen Aufklärer.
2.) Vom Deismus zum Atheismus?: Analyse der Begrifflichkeiten und der intellektuellen Entwicklung Diderots innerhalb des gesellschaftspolitischen Kontextes der Aufklärung.
2.1) Der Begriff des Atheismus im Zeitalter der Aufklärung: Untersuchung der historischen Bedeutung von Atheismus und dessen Abgrenzung vom Deismus.
2.2) Der Weg zum Frühwerk: Biographische Einordnung Diderots und sein Weg vom Priesteramtsanwärter zum freien Schriftsteller.
2.2.1) Vom Abbé zum Schriftsteller: Darstellung der prägenden Bildungsjahre und des Einflusses von Lektüren und sozialen Kontakten auf Diderot.
2.2.2) Die Shaftesbury-Übersetzung: Analyse der Übersetzung als erste kritische Auseinandersetzung mit der Religionskritik.
2.3) Die „Pensées philosophiques“: Untersuchung des Werkes als Sammlung von Reflexionen und dessen Bedeutung für die frühe Aufklärung.
2.4.) Schriften und Einflüsse bis 1749: Überblick über weitere Schriften und die philosophischen Strömungen, die Diderot beeinflussten.
2.4.1) Weitere Werke: Analyse von Werken wie "La promenade du sceptique" und deren Rolle in der Entwicklung Diderots.
2.4.2) Maßgebliche Einflüsse: Betrachtung der geistigen Auseinandersetzung mit Zeitgenossen und den Naturwissenschaften.
2.5) Der “Lettre sur les aveugles à l’usage de ceux qui voient”: Vertiefende Analyse des "Blindenbriefs" und der damit verbundenen materialistischen Argumente.
3.) Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die gegen eine einfache Kategorisierung Diderots als Atheist oder Deist sprechen.
4.) Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Denis Diderot, Aufklärung, Deismus, Atheismus, Skeptizismus, Materialismus, Pensées philosophiques, Lettre sur les aveugles, Religionskritik, Frühaufklärung, Philosophie der Beweglichkeit, Pierre Bayle, Shaftesbury, Buffon, Anthropologische Wende.
Die Arbeit untersucht die philosophische Entwicklung Denis Diderots in seinen frühen Schriften zwischen 1746 und 1749 und hinterfragt die Hypothese einer direkten Konversion vom Deismus zum Atheismus.
Zu den zentralen Themen gehören die Religionskritik, der Bedeutungswandel des Atheismus, die Rolle des Skeptizismus sowie der Einfluss naturwissenschaftlicher Erkenntnisse auf das Weltbild der Aufklärung.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob sich in Diderots Frühwerk klare Anzeichen einer materialistischen Konversion finden lassen oder ob seine Ambivalenz und skeptische Grundhaltung im Vordergrund stehen.
Der Autor führt eine textnahe Analyse ausgewählter Hauptwerke durch, bettet diese in den historischen Kontext ein und reflektiert die Einflüsse durch andere Denker und Naturwissenschaftler jener Zeit.
Der Hauptteil analysiert detailliert die "Pensées philosophiques" und den "Lettre sur les aveugles", bewertet die philosophischen Einflüsse von Denkern wie Shaftesbury, Condillac und Buffon und hinterfragt Diderots Haltung zum Deismus und zur Institution der Kirche.
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Diderot, Deismus, Atheismus, Skeptizismus, Materialismus und Frühaufklärung.
Der "Blindenbrief" dient als Fixpunkt, an dem Diderot die Grenzen des Deismus durch naturwissenschaftliche Argumente (insbesondere durch Buffon) und eine radikale erkenntnistheoretische Hinterfragung aufzeigt.
Der Skeptizismus ist laut Autor nicht nur eine Methode, sondern Diderots grundlegende Haltung, die ihn davon abhält, sich dogmatisch auf ein abgeschlossenes System wie den Atheismus oder Deismus festzulegen.
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