Magisterarbeit, 2013
80 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Postmoderne Identität, Identität in der Postmoderne
2.1 Identitätsvorstellungen von der Moderne zur Postmoderne
2.2 Postmoderne Umbruchserfahrungen und ihr Wirken auf die Identitätsarbeit
3 Being Leonard Zelig: Mediale Repräsentationen von Identität und Identitätsstörung in Zelig (1983)
3.1 Do the chameleon! - Zeligs Person und Zeligs Persönlichkeiten
3.2 Built through editing - Die Mockumentary als postmodernes Genre?
3.3 Community is watching you – Zelig auf der Suche nach einem Selbst
3.3.1 Zelig und Popkultur
3.3.2 Celebrities
3.3.3 Ich performe, also bin ich - Identität und Medien
4 The Trouble with Harry: Unscharfe Identität in Deconstructing Harry (1997)
4.1 Harry dekonstruiert
4.1.1 Wiederholungen
4.1.2 Jump Cuts
4.1.3 Unschärfe - Fakt und Fiktion verschwimmen
4.2 Harry interpretiert - Auflösung in seine Zeichen
4.3 Harry eingefügt - Fiktionalisierung des Selbsts
4.4 Harry überarbeitet - Narrative Identität
5 Two of a kind: Ich und der Andere in Melinda and Melinda (2005)
5.1 Zwei Melindas, Zwei Episoden – Postmoderne Multidimensionalität
5.2 Kann es nur eine geben?
5.3 What's love got to do with it? - Identität und Intimität
5.3.1 Liebe und Narration – Wie erzählt Melinda Liebe?
5.3.2 Keine Zweiheit ohne Einheit - Paarbeziehung und Identitätsarbeit
6 Abschlussbetrachtung - Two heads are better than one
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion postmoderner Identität in ausgewählten Filmen von Woody Allen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das postmoderne Subjekt durch Identitätsdiffusion und ein inneres Chaos geprägt ist und welche Strategien – insbesondere das Erzählen (Narrativität) – zur Identitätsarbeit und Bewältigung dieser Zustände herangezogen werden können.
4.1.2 Jump Cuts
Ein weiteres Mittel der dekonstruktiven Bildsprache Allens sind Jump Cuts. In Deconstructing Harry nutzt er Jump Cuts zur Veranschaulichung von inhaltlicher Unschlüssigkeit in der Argumentation Harrys und zur Darstellung innerer Unsicherheit. Jump Cuts sind Schnitte innerhalb derselben Einstellung, wobei sich entweder schlagartig der Bildhintergrund ändert, während die Figur konstant davor stehenbleibt oder die Figur ihre Position vor einem stabilen Hintergrund auf einmal verändert. Das Resultat sind kleine Ellipsen, die abrupt einsetzende Unterbrechungen schaffen. Die Handlung geht demnach nahtlos weiter, doch dem Zuschauer fehlen Bildausschnitte, welche in der Szene Lücken hinterlässt. Der Fluss ist sichtlich gestört. Die fehlenden Teilen erzeugen Orientierungslosigkeit. Nun stellt sich die Frage, ob man etwas wichtiges verpasst hat.
Hier zeigt sich, dass Allen Jump Cuts einsetzt, um Harrys Instabilität zu unterstreichen. Sie führen zu Anschlussfehlern, die bewusst irritieren sollen. Der Zuschauer ist auf diese Weise genötigt, sich in Harrys Lage zu versetzen. Sobald Harry einer Situation nicht mehr folgen kann, sorgen Jump Cuts dafür, dass auch der Zuschauer verwirrt wird. Das Mittel der Irritation durch schnelle lückenhafte Bildabfolgen verwendet Allen während der Dialogszenen, in denen Harry mit seinen Werken oder Handeln konfrontiert wird.
Aus einer langen, kontinuierlich gedrehten Einstellung werden Teile herausgeschnitten, wodurch ein Sprungeffekt erzielt wird. In Sequenz 3 wird diese Technik exzessiv verwendet, zum einen, als Lucy […] mit dem Taxi bei ihm ankommt. [...] Lucy ist förmlich „außer sich“ vor Wut und lässt einen unkontrollierten Schwall von obszönen Beschimpfungen auf Harry nieder. Die sehr schnellen sprunghaften Schnitte bringen ihre innere Aufgebrachtheit zum Ausdruck.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Identitätskrisen bei Woody Allens Charakteren und Vorstellung des Forschungsansatzes unter Einbeziehung postmoderner Identitätsforschung.
2 Postmoderne Identität, Identität in der Postmoderne: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Identitätsbegriff im Wandel von der Moderne zur Postmoderne sowie Erörterung zentraler Umbruchserfahrungen.
3 Being Leonard Zelig: Mediale Repräsentationen von Identität und Identitätsstörung in Zelig (1983): Analyse der titelgebenden Figur und der Mockumentary als Genre, das das Konzept von Identität und medialer Authentizität hinterfragt.
4 The Trouble with Harry: Unscharfe Identität in Deconstructing Harry (1997): Untersuchung des Films mittels dekonstruktiver Verfahren und Analyse der filmischen Mittel zur Darstellung von Identitätsdiffusion.
5 Two of a kind: Ich und der Andere in Melinda and Melinda (2005): Betrachtung der multidimensionalen Narration und der Bedeutung von Liebesbeziehungen für die Identitätsentwicklung des Subjekts.
6 Abschlussbetrachtung - Two heads are better than one: Synthese der Analyseergebnisse und Bestätigung der Narration als zentrales Werkzeug der Identitätskonstruktion in einer postmodernen Welt.
Identität, Postmoderne, Identitätsdiffusion, Identitätsarbeit, Narrative Identität, Woody Allen, Dekonstruktion, Zelig, Deconstructing Harry, Melinda and Melinda, Mockumentary, Subjektivität, Entbettung, Kohärenz, Narration.
Die Arbeit untersucht, wie Woody Allens Filme das moderne Individuum in seiner postmodernen Umgebung darstellen, insbesondere in Bezug auf Identitätskrisen und den Verlust von Kohärenz.
Im Fokus stehen die Identitätsforschung, die Theorie der Postmoderne, Filmästhetik, Dekonstruktion sowie die Rolle von Narration und Liebesbeziehungen bei der Konstruktion des Selbst.
Das Ziel ist es, Strategien zu identifizieren, mit denen sich Charaktere in einer Zeit der Identitätsdiffusion (des "inneren Chaos") behaupten und welche Rolle filmische Mittel dabei spielen.
Es werden strukturalistische, dekonstruktive und psychoanalytische Verfahren angewandt, um die filmischen Texte zu analysieren und theoretische Werke der aktuellen Identitätsforschung einzubinden.
Der Hauptteil analysiert drei spezifische Filme (Zelig, Deconstructing Harry, Melinda and Melinda) und deren filmische Mittel (wie Montage, Unschärfe, Jump Cuts) zur Darstellung von Identitätsstörungen.
Zu den prägenden Begriffen gehören Identitätsdiffusion, narrative Identität, Postmoderne, Dekonstruktion und die filmische Form der Mockumentary.
Die Unschärfe wird von Allen gezielt als visuelle Metapher eingesetzt, um das Verschwimmen von Identitätsgrenzen und die Auflösung der Kohärenz bei der Figur Harry Block darzustellen.
Zelig passt seine physische Erscheinung und seine Persönlichkeit zwanghaft an seine jeweilige Umgebung an, um Zugehörigkeit zu heucheln, was als aktive Identitätsdiffusion interpretiert wird.
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