Bachelorarbeit, 2014
29 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Definition Gewalt
3 Miguel de Cervantes
4 Novela de la fuerza de la sangre
4.1 Ort und Zeit der Handlung
4.2 Erzählperspektive
4.3 Personen
4.3.1 Hauptfiguren
4.3.2 Nebenfiguren
4.4 Gewaltdarstellung
4.4.1 Physische Gewalt – Entführung und Vergewaltigung
4.4.2 Psychische Gewalt
5 Novela del amante liberal
5.1 Ort und Zeit der Handlung
5.2 Erzählperspektive
5.3 Personen
5.3.1 Hauptfiguren
5.3.2 Nebenfiguren
5.4 Gewaltdarstellung
5.4.1 Strukturelle Gewalt – Gefangenschaft und Korruption
5.4.2 Naturgewalt
5.4.3 Psychische Gewalt
5.4.4 Physische Gewalt
6 Fazit
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die verschiedenen Gewaltformen in Miguel de Cervantes' Novellen "La fuerza de la sangre" und "El amante liberal" aufzuzeigen und dabei Zusammenhänge zwischen den Werken und dem Privatleben des Autors zu untersuchen.
4.4.1 Physische Gewalt – Entführung und Vergewaltigung
Wie bereits beschrieben, beginnt die Handlung der Novelle an einem heißen Sommerabend in Toledo. Bei einem Spaziergang den Fluss entlang trifft Leocadia mit ihrer Familie auf Rodolfo und seine Freunde von denen sie zunächst auf psychischer Ebene belästigt werden. Bei dem Aufeinandertreffen fällt Rodolfo die ungewöhnliche Schönheit des Mädchens auf, wodurch ihn sofort der Wunsch ereilt das Mädchen in seine Gewalt zu bringen. Dies teilt er sogleich seinen Freunden mit und sie fassen gemeinsam einen Entschluss, den Cervantes wie folgt beschreibt:
[…] y en un instante comunicó su pensamiento con sus cameradas, y en otro instante se resolvieron de volver y robarla, por dar gusto a Rodolfo; que siempre los ricos que dan en liberales hallan quien canonice sus desafueros y califique por buenos sus malos gustos. [116]
Sofort setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um, indem sie ihre Gesichter verhüllten und ihre Degen zur Hand nahmen und zurück zu Leocadias Familie gingen. Dort angelangt brachte Rodolfo das Mädchen in seine Gewalt, welches ihn Ohnmacht fiel und sich ihrer Entführung nicht verwehren konnte. Während Leocadia noch immer ohnmächtig ist, wird sie von Rodolfo mit verbundenen Augen in sein Gemach, in dem Hause seiner Eltern, verschleppt. Während sie noch immer bewusstlos ist, macht sich Rodolfo an ihr zu schaffen und vergewaltigt das Mädchen. Mühlhäuser (2013: 164) beschreibt bezüglich eines solchen Aktes in der Literatur, dass die Tat oftmals nur codiert dargestellt wird. Zudem beschreibt sie: „[…]der gewaltvolle Charakter kommt lediglich in der Bewertung der >Schändung<, >Ehebruch< etc. oder der späteren Reaktion des Opfers, etwa seinem Selbstmord zum Ausdruck.“. Dieser Codierung bedient sich auch Cervantes, indem er die Tat wie folgt beschreibt:
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Allgegenwart von Gewalt in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und führt in die literarische Auseinandersetzung von Miguel de Cervantes mit diesem Thema ein.
2 Definition Gewalt: Es erfolgt eine definitorische Abgrenzung der Gewaltformen, wobei zwischen physischer, psychischer, struktureller und Naturgewalt unterschieden wird.
3 Miguel de Cervantes: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über die Biografie des Autors, wobei insbesondere seine militärischen Erfahrungen und seine Zeit in Gefangenschaft hervorgehoben werden.
4 Novela de la fuerza de la sangre: Die Untersuchung fokussiert sich auf die Orte, Personen und die explizite Gewaltdarstellung innerhalb dieser Novelle, insbesondere in Bezug auf die Entführung und Vergewaltigung der Protagonistin.
5 Novela del amante liberal: Das Kapitel analysiert die komplexen Machtstrukturen, Korruption und Gewalterfahrungen in dieser Novelle vor dem Hintergrund des Osmanischen Reiches.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Cervantes die verschiedenen Gewaltformen ästhetisiert und inwiefern diese zeitlosen Themen bis heute eine gesellschaftliche Relevanz besitzen.
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Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Formen von Gewalt, wie physische, psychische und strukturelle Gewalt, in zwei Novellen von Miguel de Cervantes dargestellt und verarbeitet werden.
Zentrale Themen sind Gewalt als literarisches Motiv, gesellschaftliche Machtstrukturen, der Ehrenkodex im 17. Jahrhundert sowie die Reflexion der eigenen Lebensgeschichte des Autors in seinen Werken.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Cervantes Gewalt in "La fuerza de la sangre" und "El amante liberal" inszeniert und inwieweit diese Werke Bezüge zu seinem eigenen, von Gewalt geprägten Leben aufweisen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Einbeziehung von Fachliteratur zu Gewaltbegriffen und biografischen Kontexten untersucht.
Der Hauptteil analysiert detailliert die beiden Novellen, beleuchtet Figurenkonstellationen, Orte der Handlung und konkretisiert die auftretenden Gewaltformen anhand von Textauszügen.
Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Gewalt, Cervantes, Ehre, Gefangenschaft und literarische Analyse charakterisieren.
Die Arbeit stellt heraus, dass Cervantes die Tat literarisch codiert und diskutiert kritisch, wie die spätere Heirat als Mittel zur Wiederherstellung der Ehre im historischen Kontext zu verstehen ist.
Das Osmanische Reich wird als gewalttätiges, korruptes System porträtiert, in dem Gefangene als Waren gehandelt werden, was strukturelle Gewalt massiv verdeutlicht.
Parallelen werden vor allem durch Cervantes' eigene Gefangenschaftserfahrungen und seinen Dienst in der Armee gegen das Osmanische Reich gezogen, die in die Darstellung von Macht und Gewalt in seinen Novellen einfließen.
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