Bachelorarbeit, 2014
83 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Theoretische Einführung
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Strompreisentwicklung
2.3 Berücksichtigung von Energiekosten im Regelsatz
2.4 Mahnungen und Liefersperren
3 Energiearmut
3.1 Ursachen
3.1.1 Einkommen und Strompreis
3.1.2 Verhaltensweisen
3.1.3 Energieineffiziente/r Wohnraum und Ausstattung
3.2 Folgen
3.3 Gegenmaßnahmen
3.3.1 Energiesparberatungen
3.3.2 Stromzähler und Abrechnung
3.3.3 Sozial-/Spartarife
3.3.4 Rechtliche Aspekte
3.3.5 (Drohende) Liefersperre
3.3.6 Weitere Forderungen
3.3.7 Ausland
4 Interviews von Betroffenen
4.1 Fragenkatalog
4.2 Interviewpartner
4.3 Auswertung der Interviews
4.4 Handlungsanweisungen für die Praxis
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Folgen von Energiearmut sowie die daraus resultierende Überschuldungssituation bei Sozialleistungsempfängern, um auf dieser Basis Handlungsempfehlungen für die praktische Schuldnerberatung abzuleiten.
3.1.2 Verhaltensweisen
Bisher liegen kaum belastbare Daten zum Energieverbrauchsverhalten von Haushalten mit niedrigem Einkommen vor. Eine aus dem Jahre 2013 angekündigte Untersuchung zu dem Energieverbrauchsverhalten von Haushalten, die Leistungen nach SGB II und SGB XII beziehen, wurde bisher noch nicht durchgeführt, soll aber noch dieses Jahr beginnen.
Ein Faktor kann die Anschaffung elektrischer Geräte wie Computer, Videospielkonsole, TV-Gerät, Smartphone, etc. sein. So ist durch die „gestiegene Nutzungsdauer und Anzahl der Geräte … der Stromverbrauch für TV/Audio und Büro in den letzten Jahren am meisten gestiegen.“ Auch können Fehleinschätzungen des Verbrauchs ursächlich für Energiearmut sein. So ist es denkbar, dass aus Unwissenheit an der vermeintlich richtigen Stelle Energie eingespart und bei verbrauchsstarken Geräten weniger auf den Energieverbrauch geachtet wird. Laut einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) schätzen viele Deutsche ihren eigenen Energieverbrauch falsch ein. So kommt die Umfrage zu dem Ergebnis, dass 38 Prozent der Befragten denken, dass die Elektrogeräte im Haushalt die meiste Energie benötigen. Diese machen jedoch nur durchschnittlich etwa 9 Prozent des Verbrauches aus. Den Großteil hingegen, nämlich 57 Prozent, wird für die Heizung und Warmwasserbereitung aufgebracht. Eine weitere Schlussfolgerung der Befragung ist, dass insbesondere jüngere Personen den Verbrauch von Elektrogeräten zu hoch und den Verbrauch der Heizung zu niedrig einschätzen.
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die existenzielle Notlage von Sozialleistungsempfängern bei Energieschulden und Liefersperren und stellt die Forschungsfrage der Arbeit dar.
2 Theoretische Einführung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe definiert, die Strompreisentwicklung analysiert und die unzureichende Berücksichtigung von Energiekosten im Regelsatz kritisch beleuchtet.
3 Energiearmut: Dieses Hauptkapitel untersucht Ursachen, soziale sowie gesundheitliche Folgen von Energiearmut und bewertet diverse Gegenmaßnahmen sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
4 Interviews von Betroffenen: Anhand von Experteninterviews mit Energieschuldnern werden persönliche Erfahrungen ausgewertet und konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis abgeleitet.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit politischer Maßnahmen sowie einer verstärkten Kooperation zwischen Sozialträgern und Energieversorgern.
Energiearmut, Energieschulden, Sozialleistungsempfänger, Strompreis, Liefersperre, Grundversorgung, Stromspar-Check, Regelsatz, Überschuldung, Sozialtarif, Energiekosten, Schuldnerberatung, Haushaltseinkommen, Existenzminimum, Energieeffizienz.
Die Arbeit analysiert die Problematik von Energieschulden und Energiearmut bei Personen, die auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind, und beleuchtet die damit verbundenen Risiken einer Überschuldung.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Energiepreise, die Anrechnung von Stromkosten in den Regelsätzen, die Ursachen für Energiearmut sowie die sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen von Energiesperren.
Das Ziel ist es, die Ursachen von Energieschulden bei Sozialleistungsempfängern zu identifizieren und Möglichkeiten sowie Handlungsempfehlungen für die Schuldnerberatung aufzuzeigen.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf eine qualitative Auswertung von Interviews mit betroffenen Energieschuldnern, ergänzt durch Daten aus der Praxis der Schuldnerberatung.
Der Hauptteil widmet sich intensiv den Ursachen und Folgen von Energiearmut sowie verschiedenen Gegenmaßnahmen, wie Energiesparberatungen, Stromzählern, Tarifen und rechtlichen Aspekten.
Wichtige Begriffe sind Energiearmut, Energieschulden, Liefersperre, Sozialleistungsempfänger, Regelsatz, Strompreis und Schuldnerberatung.
Der Regelsatz orientiert sich an einem Verbrauchsverhalten von Niedrigeinkommensbeziehern, nicht aber an den speziellen Bedingungen von Sozialleistungsempfängern, die sich tagsüber häufiger zu Hause aufhalten und oft in energetisch ineffizienten Wohnungen leben.
Der Stromspar-Check ist ein präventives Projekt, das einkommensschwache Haushalte bei der Senkung ihrer Stromkosten unterstützt, die Beratenen sensibilisiert und damit sowohl die Haushalte als auch die Sozialleistungsträger finanziell entlastet.
Länder wie Großbritannien, Belgien und Frankreich setzen verstärkt auf nationale Strategien, automatische Sozialtarife für bedürftige Gruppen und gesetzliche Schutzbestimmungen, die Liefersperren unter bestimmten Bedingungen untersagen.
Die Auswertung zeigt, dass Betroffene oft nicht über ihre Rechte (z.B. verkürzte Abrechnungen oder Mehrbedarfe) informiert sind, weshalb eine proaktive Beratung und eine bessere Vernetzung zwischen Schuldnerberatung, Sozialträgern und Versorgern notwendig ist.
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