Examensarbeit, 1993
77 Seiten, Note: 1,5
Vorwort
1.Einleitung
2.Einwanderer in der Bundesrepublik Deutschland
2.1. Ausländische Arbeiter
2.2. Aussieder/ Umsiedler
2.3. Asylbewerber
2.3.1. Angaben zur Rechtsstellung
2.3.2. Hauptherkunftsländer 1991/1992
2.3.3. Angaben zur Wohnsituation
3.Rahmenbedingungen Interkultureller Erziehung
3.1. EG- Abkommen und deren bildungspolitischer Gehalt
3.2. Schulische Fördermaßnahmen
4.Ergänzende Fördermaßnahmen
4.1. Hort- und Hausaufgabenbetreuung der Caritas am Beispiel der Karlschule Freiburg
4.2. Stadtteilarbeit / Gemeinwesenorientierung
4.2.1. Regionale Arbeitsstellen zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher
4.2.2 RAA Dortmund: Modellversuch Ganztagsbetreuung
4.2.2.1. Soziokulturelle Voraussetzungen der GS Nordmarkt
4.2.2.2. Spezielle Maßnahmen der GS Nordmarkt
4.2.2.3. Die Fünf Phasen des Ganztags
4.2.2.4. Ganztagssituation der GS Nordmarkt
4.2.2.5. Freizeitangebot der GS Nordmarkt
4.2.2.6. "Der kleine Taubenschlag"
4.2.2.7. Initiative "Rund um den Nordmarkt"
5. Mutter- /Fremdsprachlicher Unterricht
5.1. Richtlinien
5.2. Kooperation muttersprachlicher und RegelklassenlehrerInnen
5.3. Begegnungs-/Fremdsprache
5.3.1. Konzepte und ihre Umsetzung
5.3.2. GS Nordmarkt: Portugiesisch auch in Regelklassen
6. Anfangsunterricht Sprache
6.1. Bedeutung der Sprache für den Schüler
6.1.1. Deutsch als Fremdsprache
6.1.2. Deutsch als Zweitsprache
6.1.3. Deutsch als Zielsprache
6.1.4. Deutsch als Interimsprache
6.2. Erfahrungsberichte
6.2.1. Förderkurs an einer Iserlohner Grundschule
6.2.1.1. Soziokulturelle Voraussetzungen
6.2.1.2. Schulische Fördermaßnahme
6.2.2. Auffangklasse GS Nordmarkt
6.2.3. Vorbereitungsklasse der Karlschule Freiburg
6.3. Medienmarkt Anfangsunterricht Sprache
7. Gemeinsames Lernen
7.1. Neue "Heimwelt" und "Entrealisierung" in der Schule
7.2. Rollenspiel im Unterricht
7.2.1. Formen und Ziele des Rollenspiels
7.2.2. Struktur des Rollenspiels im Unterricht
7.2.3. Unterrichtseinheit
7.2.4. Zusammenfassung und Ausblick
8. LehrerIn in der Rolle des Lernenden
8.1. Seine/ Ihre Funktion im offenen Unterricht
8.2. Interkulturelle Selbsterfahrung in der Lehrerfortbildung
9. Literaturhinweise
10. Anlagen (Kassette "Der kleine Taubenschlag u.a.")
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Grundlagen sowie praktische Ansätze für eine multikulturelle Erziehung an Grundschulen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Einwanderungssituation in der Bundesrepublik Deutschland.
" Am Anfang haben wir versucht, etwas von Eurer Sprache zu lernen
Am Anfang haben wir versucht, etwas von Eurer Sprache zu lernen, etwas von Euren Worten einzufangen in der Schicht und in der Zeit zwischen Schicht und Schlaf. Wir haben gelernt, Euch > Guten Tag < zu sagen und unseren Zustand zu beschreiben: >Schwere Arbeit - Deutschland viel kalt - Chef <. Wir haben damals auch gelernt, das Euch diese Brocken reichen. Wenn wir damals nach der Schicht zum Schlafen in die Baracken gingen, konnten wir sprechen: mit den vielen Wörtern unserer Muttersprache zu den Landsleuten. Und wir lernten aus den Sprachen der Kollegen aus dem Süden. Wir lernten, italienisch zu singen, spanisch zu lachen und türkisch zu weinen. Wir waren zusammen. Wir rannten zur Fabrik am nächsten Morgen und sagten > Guten Tag < . Ihr habt nicht > Merhabe < und nicht > Buenos dias < geantwortet. Die Hallen schluckten uns und unsere Sprache.
1.Einleitung: Einführung in die Thematik der multikulturellen Erziehung und Überblick über den strukturellen Aufbau der Hausarbeit.
2.Einwanderer in der Bundesrepublik Deutschland: Analyse der sozio-ökonomischen Hintergründe und der Situation verschiedener Einwanderergruppen.
3.Rahmenbedingungen Interkultureller Erziehung: Untersuchung internationaler Abkommen und deren Einfluss auf den schulischen Bildungsauftrag.
4.Ergänzende Fördermaßnahmen: Darstellung konkreter Projekte zur Ganztagsbetreuung und Stadtteilarbeit, insbesondere am Beispiel der Dortmunder Nordstadt.
5. Mutter- /Fremdsprachlicher Unterricht: Erörterung von Richtlinien und Kooperationsmodellen für muttersprachlichen Ergänzungsunterricht.
6. Anfangsunterricht Sprache: Analyse verschiedener Ansätze des Spracherwerbs und Erfahrungsberichte aus der Schulpraxis.
7. Gemeinsames Lernen: Fokus auf das Rollenspiel als didaktisches Mittel zur interkulturellen Konfliktverarbeitung und sozialen Integration.
8. LehrerIn in der Rolle des Lernenden: Reflexion über die Anforderungen an die Lehrperson und die Bedeutung interkultureller Selbsterfahrung.
Multikulturelle Erziehung, Grundschule, Integrationspädagogik, Deutsch als Zweitsprache, Einwanderung, Interkulturelles Lernen, Sprachförderung, Ganztagsbetreuung, Rollenspiel, Schulpraxis, Migrationshintergrund, Lehrerfortbildung, Sprachkompetenz, Soziokulturelle Voraussetzungen.
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Konzepten einer multikulturellen Erziehung an Grundschulen, wobei sie sowohl rechtliche Rahmenbedingungen als auch praktische Förderansätze analysiert.
Die Themenfelder umfassen die Situation von Einwanderern in Deutschland, die schulische Organisation von Sprachförderung, Modelle der Ganztagsbetreuung sowie die pädagogische Rolle der Lehrkraft.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule durch "Öffnung" und interkulturelle Konzepte eine "Einheit durch Vielfalt" fördern kann, um ein friedliches Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft zu unterstützen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse aktueller bildungspolitischer Vorgaben sowie eigenen Beobachtungen und Erfahrungsberichten aus der Schulpraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Einwanderungssituation, zum bildungspolitischen Rahmen, zur Darstellung von Modellversuchen (z.B. RAA Dortmund) sowie zur Didaktik des Sprachunterrichts und des Rollenspiels.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Multikulturelle Erziehung, Integrationspädagogik, Deutsch als Zweitsprache, Interkulturelles Lernen und die Öffnung von Schule.
Die Autorin kritisiert scharf, dass Asylbewerberkinder durch restriktive behördliche Auflagen und mangelnde Schulpflicht in einigen Bundesländern elementare Menschenrechte auf Bildung vorenthalten bekommen.
Das Rollenspiel dient als angstfreier Raum, in dem Kinder reale Konflikte des Zusammenlebens simulieren und spielerisch soziale Handlungsmuster erproben können, um ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.
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