Diplomarbeit, 2013
98 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Der Begriff Nationalismus
3 Die Lage im Osmanischen Reich bis zur Jungtürkischen Revolution 1908
3.1 Religiöse und ethnische Zusammensetzung des Osmanischen Reiches
3.2 Veränderungen im 19. Jahrhundert
3.3 Die Periode von 1856-1876
3.4 Die Ära Abdülhamit II. (reg. 1876-1909)
3.5 Die Jungtürkische Bewegung und die Entstehung der İTC
3.6 Die Jungtürkische Revolution von 1908
4 Die Zweite Verfassungsperiode (İkinci Meşrutiyet Devri) 1908-1918
4.1 Hauptlinien der politischen Entwicklung
4.2 Der türkische Nationalismus in der Jungtürkischen Ära
4.3 Der Pantürkismus
4.4 Der türkische Nationalismus nach Ziya Gökalp (1875/76 - 1924)
4.5 Die nationalistischen Organisationen und die nationalistische Presse
4.6 Die nationale Literaturströmung – Milli Edebiyat Akımı
4.7 Konflikte mit den Minderheiten
5 Die Türkische Unabhängigkeitsbewegung 1918-1923
6 Die Republik Türkei ab 1923 - Nationalismus als Staatsideologie
Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstieg und die Etablierung des türkischen Nationalismus unter dem Einfluss des Komitees für Einheit und Fortschritt (İTC) im Osmanischen Reich sowie die anschließende Transformation der politischen Identität nach der Gründung der Türkischen Republik bis 1938.
Die Periode von 1856-1876
Die zunehmende nationalistische Tendenz in Europa und die Auflösungserscheinungen im Osmanischen Reich konnte der osmanischen Elite und den Intellektuellen nicht entgehen. Kontakt mit Europäern und europäischen Werten wie Nation, Heimat, Freiheit und Gleichheit förderte unter den Intellektuellen und den elitären Schichten des Osmanischen Reiches die Entwicklung einer neuen Doktrin. Diese neue Doktrin, genannt Osmanlılık (Osmanismus) wonach alle Menschen im Reich ungeachtet der Religions- und Volkszugehörigkeit gleichwertige Untertanen des Sultans sein sollten und die gleichen Rechte und Pflichten genießen sollten, hielt Einzug in das politische Denken der Elite. Das Osmanische Reich sollte dadurch vor dem drohenden Zerfall gerettet werden. Diese neue Doktrin sah eine neue Art der Identifizierung mit dem Staat vor, anstelle der traditionellen Islam trat die Loyalität gegenüber dem Osmanischen Vaterland und der herrschenden Dynastie.
Eine neue Gruppe von Intellektuellen, die sogenannten Yeni Osmanlılar (Jungosmanen bzw. Neuosmanen), kämpfte in den 60er und 70er Jahren für die Verkündung einer Verfassung. Die Gruppe wurde 1865 durch eine Gruppe von sechs Beamten, die vor allem im Übersetzungsbüro der Hohen Pforte tätig waren, gegründet. Einige führende Mitglieder, wie zum Beispiel Namık Kemal (1840-1888), leisteten Pionierarbeit bei der Entstehung des modernen Journalismus. Sie waren zumeist gebildete Intellektuelle, die in den neu errichteten Schulen erzogen wurden und von den Modernisierungsmaßnahmen in Europa beeinflusst waren, aber dennoch ihre osmanische Identität behielten.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Nationalismus im Osmanischen Reich und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Der Begriff Nationalismus: Definition und theoretische Abgrenzung der Konzepte Nationalität, Nation, Nationalstaat und Nationalismus.
3 Die Lage im Osmanischen Reich bis zur Jungtürkischen Revolution 1908: Analyse der gesellschaftlichen und politischen Ausgangslage des Vielvölkerstaates und der Reformbestrebungen.
4 Die Zweite Verfassungsperiode (İkinci Meşrutiyet Devri) 1908-1918: Untersuchung der Ära der İTC, der verschiedenen Ideologien und der politischen Krisen während des Ersten Weltkriegs.
5 Die Türkische Unabhängigkeitsbewegung 1918-1923: Schilderung des Zerfalls des Reiches und des organisierten Widerstands unter Mustafa Kemal.
6 Die Republik Türkei ab 1923 - Nationalismus als Staatsideologie: Analyse der Umwandlung des türkischen Nationalismus in die staatliche Ideologie der neuen Republik und deren Reformen.
Osmanisches Reich, Jungtürken, İTC, Nationalismus, Ziya Gökalp, Pantürkismus, Mustafa Kemal, Moderne Türkei, Verfassung, Tanzimat, Osmanismus, Reformen, Unabhängigkeitsbewegung, Republik, Identität.
Die Arbeit beleuchtet den historischen Wandel des Osmanischen Reiches hin zur Türkischen Republik unter besonderer Berücksichtigung der Entstehung und Etablierung des türkischen Nationalismus.
Zentral sind die Rolle des Komitees für Einheit und Fortschritt (İTC), die Einflüsse europäischer Ideen, die Auswirkungen von Kriegen auf die osmanische Gesellschaft sowie die Transformation zur modernen Staatsideologie der Türkei.
Ziel ist es, den Aufstieg und die Ausgestaltung des türkischen Nationalismus als politische Kraft und später als tragende Staatsideologie zwischen 1908 und 1938 wissenschaftlich darzulegen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten historisch-analytischen Methode unter Auswertung relevanter zeitgenössischer Quellen, wissenschaftlicher Sekundärliteratur und Fachlexika.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der vorrevolutionären Phase, die Periode der Verfassungsbestrebungen, die Ära der Jungtürken, die Ereignisse des Ersten Weltkriegs, den Unabhängigkeitskampf und die konsolidierenden Reformen der Republik.
Schlüsselbegriffe sind Osmanisches Reich, İTC, türkischer Nationalismus, Jungtürken, Ziya Gökalp, Pantürkismus, Laizismus und Mustafa Kemal.
Ziya Gökalp lieferte die soziologische Grundlage, indem er die Trennung von Kultur und Zivilisation propagierte und eine Modernisierung unter Beibehaltung nationaler Identitätsmerkmale forderte, was Mustafa Kemal in seinen Reformen aufgriff.
Die Konflikte, insbesondere während des Ersten Weltkriegs, verschärften die Trennung zwischen den muslimischen und nicht-muslimischen Bevölkerungsgruppen und führten zur Konzentration der nationalistischen Bestrebungen auf Anatolien als Kernland.
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