Bachelorarbeit, 2014
59 Seiten, Note: 1,7
1. Interesse an dem Phänomen Gespenst in Literatur und Realität
2. Was ist ein Gespenst
2.1. Allgemeine Merkmale
2.2. Literarische Funktionen
3. Die Gespenstergeschichte um 1800
3.1. Gattungsentwicklung
3.2. Die Gespenstergeschichte in der Spätaufklärung
3.3. Die Gespenstergeschichte in der Frühromantik
4. Geisterseher und ihre Meinungen über das Gespenst
4.1. Friedrich Nicolai: „Beispiel einer Erscheinung mehrerer Phantasmen“
4.2. Ludwig Tieck
4.3. Johann Heinrich Jung: „Theorie der Geister-Kunde“
5. „Das Gespensterbuch“
5.1. Entstehung und Inhalt des Gespensterbuches
5.2. „Der Geist des Verstorbenen“
5.3. „Die Totenbraut“
6. Ergebnisse der Textuntersuchungen
7. Die Entwicklung des Gespenstes hin zum 21.Jahrhundert
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Phänomen des Gespenstes in der Zeit der Spätaufklärung und der Frühromantik. Ziel ist es, die Funktionen und die symbolische Bedeutung des Gespenstes im Spannungsfeld zwischen aufklärerischer Rationalität und romantischer Sehnsucht nach dem Übersinnlichen zu analysieren und anhand ausgewählter Erzählungen zu vergleichen.
2.1. Allgemeine Merkmale
Das Gespenst definiert sich, darin sind sich alle Forscher einig, vor allem durch seine Entziehung jeglicher Definition. Es kann sozusagen als Inbegriff des Wandelbaren gelten, schon allein wenn man nur von der äußerlichen Gestalt ausgeht. Ein Gespenst kann von unsichtbar über transparent, schemenhaft bis hin zu körperlich äußerst stabil erscheinen und muss sich auf keine dieser Erscheinungen festlegen, sondern scheint nach Belieben die Form wechseln zu können. Auch die Gestalt die es annimmt, variiert von einem bloßen Schatten oder Lichtschein bis hin zu menschlicher oder tierischer Gestalt. Über sein Aussehen allein kommt man dem Wesen des Gespenstes also nicht unbedingt näher, es führt nur zu dem Schluss, dass es sich gerade durch Vielfältigkeit oder in gewissen Sinne auch durch Grenzüberschreitung zwischen körperlichen Zuständen auszeichnet.
Die Frage was genau ein Gespenst ist, scheint sich ebenso wie seine äußere Erscheinung einer genauen Definition zu verwehren. Wie bereits erwähnt spielt die Beschäftigung mit übersinnlichen Phänomenen in allen Kulturen und zu allen Zeiten eine Rolle im Leben der Menschen. Abgesehen von äußerer Erscheinung erhält das Gespenst hier noch ein weiteres wichtiges Merkmal: Die Verbindung mit dem Tod. In vielen Kulturen zeichnet sich das Gespenst vor allem dadurch aus, dass es der weiterlebende Teil eines verstorbenen Lebewesens ist. Das unterscheidet es auch vom sehr ähnlichen und oft synonym gebrauchten Wort „Geist“.
1. Interesse an dem Phänomen Gespenst in Literatur und Realität: Einleitung in die Bedeutung des Gespenstes als literarisches Motiv und Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Fiktion und Realität um 1800.
2. Was ist ein Gespenst: Definition des Gespenstbegriffs durch Merkmale der Volksüberlieferung und Literatur sowie Abgrenzung zum Geist.
3. Die Gespenstergeschichte um 1800: Analyse der Gattungsgeschichte und der Bedeutung der Gespenstergeschichte in den Strömungen der Spätaufklärung und Frühromantik.
4. Geisterseher und ihre Meinungen über das Gespenst: Untersuchung der persönlichen Positionen von Friedrich Nicolai, Ludwig Tieck und Johann Heinrich Jung zum Thema Gespenster.
5. „Das Gespensterbuch“: Detaillierte Betrachtung der Entstehung und der inhaltlichen Funktionalisierung von Gespenstergeschichten im Werk von Apel und Laun anhand zweier Textbeispiele.
6. Ergebnisse der Textuntersuchungen: Zusammenführende Analyse der untersuchten Erzählungen und ihrer Bedeutung für die Literatur um 1800.
7. Die Entwicklung des Gespenstes hin zum 21.Jahrhundert: Ausblick auf die Transformation des Gespenstes in der modernen Literatur und die Fortdauer der Faszination für das Übersinnliche.
Gespenst, Spätaufklärung, Frühromantik, Schauerroman, Gespenstergeschichte, Übersinnliches, Literaturgeschichte, Volksglaube, Vernunft, Phantastik, Friedrich Nicolai, Ludwig Tieck, Johann Heinrich Jung, Literaturanalyse, Gothic Novel.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung und Funktion des Phänomens Gespenst in der Zeit zwischen 1790 und 1820.
Schwerpunkte sind die Abgrenzung von Aufklärung und Romantik, die Gattungsgeschichte der Gespenstergeschichte sowie der zeitgenössische Diskurs über Geisterseherei.
Es wird untersucht, warum das Gespenst als literarisches Medium in der Zeit um 1800 eine solche Popularität erlangte und wie die beiden gegensätzlichen Strömungen (Aufklärung und Romantik) damit umgingen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Analyse von Primärtexten und der historischen Kontextualisierung in der Ideengeschichte der Epoche.
Der Hauptteil widmet sich der Analyse spezifischer Autorenmeinungen sowie der detaillierten Untersuchung von Erzählungen aus dem „Gespensterbuch“.
Zentrale Begriffe sind Gespensterglaube, Vernunft, Schauerliteratur, Übersinnliches und die Verführung durch Kommunikation.
Nach Todorov hilft diese Einteilung zu verstehen, ob das Übernatürliche die innere Wahrnehmung einer Figur (Ich) oder die zwischenmenschliche Norm (Du) bedroht.
Während Nicolai Gespenster rein rational als psychische Phänomene und Fehlfunktionen des Körpers ablehnt, sieht Jung in ihnen reale, gottgegebene Botschafter aus einer anderen Welt.
Die Totenbraut dient als Beispiel für eine negative Konnotation des Gespenstes, die als Racheinstanz die moralische Ordnung innerhalb der Erzählung radikal wiederherstellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

