Examensarbeit, 2003
199 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
[A] Theoretische Betrachtungen
1. Definition von Dialekt
1.1. Das Wort „Dialekt“ und seine Bedeutung
1.2. Definitionen und Definitionsansätze für „Dialekt“
1.3. Zusammenfassung und Versuch einer eigenen Definition von Dialekt
2. Herkunft und Geschichte der deutschen Dialekte
3. Definition von Jugendsprache
3.1. Jugendsprache als Sprache im Jugendalter
3.2. Definitionen und Definitionsansätze für „Jugendsprache“
3.3. Zusammenfassung und Versuch einer eigenen Definition
4. Definition des Begriffs: „liturgischen Feiern“
4.1. Definitionsansätze zu den Begriffen „Liturgie“ und „liturgischen Feiern“
4.2. Der Begriff „Liturgie“ und seine Bedeutung (Katholisches Liturgieverständnis) gemäß dem 2. Vatikanischen Konzil
4.3. Evangelisches Liturgieverständnis
5. Theologie-geschichtlicher Bezug
5.1. „Sprache“ und Bibel
5.1.1. Sprache der Heiligen Schrift
5.1.1.1. „Sprache“ im AT
5.1.1.1.1. Die Sprache in der Zeit des AT
5.1.1.1.2. Das Thema „Sprache“ und deren Auseinandersetzung im AT
5.1.1.2. „Sprache“ im NT
5.1.1.2.1. Die Sprache in der Zeit des NT
5.1.1.2.2. Das Thema „Sprache“ und deren Auseinandersetzung im NT
5.1.2. Bibelübersetzungen
5.1.2.1. Bibelübersetzungen des AT
5.1.2.1.1. In verschiedene Sprachen
5.1.2.1.2. Bibelübersetzungen ins Lateinische
5.1.2.2. Bibelübersetzungen des NT und der gesamten Bibel
5.1.2.2.1. Bibelübersetzungen bis Luther
5.1.2.2.2. Bibelübersetzungen ab Luther
5.1.2.2.3. Übersetzungen seit dem 2. Vatikanischen Konzil
5.1.2.2.4. Übersetzungen in andere Sprachen
5.2. Sprache in der Missionierung
5.3. Sprache in der Katechese
6. Die Sprache der Kirche in der liturgischen Praxis
6.1. Vom Urchristentum bis zum Beginn des Mittelalters
6.2. Vom Mittelalter bis zum Beginn der Reformation
6.3. Entwicklung in der katholischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert bis zum II. Vatikanischen Konzil
6.4. Entwicklung in den christlichen Kirchen seit dem 16. Jahrhundert
6.5. Entwicklung in der evangelischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert
6.6. Entwicklung in der kath. Kirche seit dem II. Vatikanischen Konzil
6.6.1. Teile des Konzilsbeschluss „Sacrasanctum Concilium“
6.6.2. Die ersten vier Instruktionen zur Liturgiekonstitution
6.6.3. Die aktuelle fünfte Instruktion zur Liturgiekonstitution
[B] Praktische Betrachtungen
1. Der Einzug des Dialektes und der Jugendsprache in die kirchlichte Liturgie
1.1. Katholische Tradition
1.2. Evangelische Tradition
1.3. Spezielle Verwendung von Jugendsprache in liturgischen Feiern
2. Gründe für und gegen die Verwendung des Dialekts und der Jugendsprache in liturgischen Feiern
2.1. Gründe für die Verwendung von Dialekt und Jugendsprache
2.2. Gründe gegen die Verwendung von Dialekt und Jugendsprache
3. Möglichkeiten zur Verwendung des Dialektes und der Jugendsprache
3.1. Liturgische Feiern, in denen Dialekt und Jugendsprache verwendet werden könnte
3.2. Beispiele
3.2.1. Biblische Übersetzungen und Übertragungen für Jugendliche
3.2.2. Biblische Übersetzungen und Übertragungen in Dialekte
3.2.3. Lieder im Dialekt
3.2.4. Lieder in der Jugendsprache
3.2.5. Gebete im Dialekt
3.2.6. Gebete in der Jugendsprache
3.2.7. Predigten und Predigtgottesdienst im Dialekt
4. Stellungnahmen der Landeskirchen, Bistümer und Priester
4.1. Stellungnahmen der Landeskirchen
4.2. Stellungnahmen der Bistümer
4.3. Stellungnahmen der Priester
4.4. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Verwendung von Dialekt und Jugendsprache in liturgischen Feiern möglich ist und ob diese neuen Ausdrucksformen dazu beitragen können, Gläubige stärker anzusprechen und neue Zugänge zur Liturgie zu eröffnen. Dabei werden sowohl theologische Grundlagen als auch die aktuelle Praxis und die Einstellungen kirchlicher Amtsträger beleuchtet.
1.2. Definitionen und Definitionsansätze für „Dialekt“
Nach Niebaum/Macha muss eine Definition von Dialekt den „Aspekt des Raumes mit seiner Bedeutung für Phonetik/Phonologie [Laut-, Stimmbildungslehre], Morphologie [Formenlehre, deren die Wörter durch Deklination und Konjunktion unterliegen], Semantik [Lehre, die sich mit den Bedeutungen sprachlicher Zeichen und Zeichenfolgen befassen] und Pragmatik [Lehre über das Sprachverhalten und das Verhältnis zwischen sprachlichen Zeichen und interpretierendem Menschen]“6 beinhalten.
Bußmann definiert in seinem Lexikon der Sprachwissenschaft Dialekt als „von der Hoch- bzw. Schrift- oder Standardsprache unterschiedene, landschaftlich ausgeprägte Form gesprochener Sprache. [...] Unter genetisch-historischem Aspekt sind die Dialekte älter als die ‚Hochsprache’ und daher in ihrer heutigen Ausprägung als Reflex historischer Entwicklung anzusehen.“7
Christen (die sich mit den Schriften Bußmanns auseinander setzte) führt folgende Kriterien an: „Die Unterschiedlichkeit in Bezug auf ein sprachliches Bezugssystem und damit die Sicht des Dialekts als Subsystem einer Sprache; Das Kriterium der Beschränkung auf das Medium der gesprochenen Sprache und schließlich die areale Bedingtheit der Varietät. Häufig kommen als weitere Kriterien der Verwendungsbereich der Dialekte, die soziale Gruppenzugehörigkeit ihrer Benutzerinnen und Benutzer und die kommunikative Reichweite hinzu. Rein linguistische Kriterien zur Definition von Dialekten fehlen weitgehend, da auf einen Rückgriff auf außersprachliche Kriterien offenbar nicht verzichtet werden kann: Selbst jene, die Dialekte als Subsysteme einer bestimmten Sprache definieren, mit der zuständigen Bedingung, dass die gegenseitige Verstehbarkeit garantiert ist, können bis heute keine verbindlichen Aussagen darüber machen, wann einer Varietät der Status einer Sprache oder jener eines Dialektes zukommen soll.“8
[A] Theoretische Betrachtungen: Dieses Kapitel legt die linguistischen Grundlagen durch Definitionen von Dialekt und Jugendsprache sowie die Definition des Begriffs „liturgische Feier“ dar.
5. Theologie-geschichtlicher Bezug: Hier wird die Rolle der Sprache in der Bibel, in Bibelübersetzungen sowie in der Missionierung und Katechese historisch und theologisch untersucht.
6. Die Sprache der Kirche in der liturgischen Praxis: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Kirchensprache vom Urchristentum bis zur Zeit nach dem II. Vatikanischen Konzil.
[B] Praktische Betrachtungen: Der empirische Teil wertet Fragebögen zu Einstellungen und Erfahrungen von Landeskirchen, Bistümern und Priestern bezüglich des Gebrauchs von Dialekt und Jugendsprache aus.
Dialekt, Jugendsprache, Liturgie, Gottesdienst, Bibelübersetzung, Katechese, Sprachvarietät, Soziolekt, Liturgiekonstitution, Empirische Untersuchung, Pastoral, Kirchensprache, Volkssprache, Identitätsfindung, Kirche.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Dialekt und Jugendsprache in liturgischen Feiern verwendet werden können, um die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit besser anzusprechen.
Die Arbeit gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sprache und Dialekt, theologiegeschichtliche Bezüge, die Analyse aktueller Bibelübertragungen sowie eine empirische Umfrage bei kirchlichen Entscheidungsträgern.
Das Ziel ist es, neue Möglichkeiten für eine lebendige Liturgie aufzuzeigen, die die Identifikation der Gläubigen stärkt, ohne dabei den sakralen Charakter der Feier zu gefährden.
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde eine empirische Untersuchung in Form von Fragebögen bei Landeskirchen, Bistümern und 56 katholischen Priestern im Bistum Speyer durchgeführt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Kirchensprache in der Geschichte, der Analyse verschiedener Jugendbibeln und Dialekt-Übertragungen sowie der detaillierten Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen zu diesem Thema.
Wichtige Begriffe sind Dialekt, Jugendsprache, Liturgie, Katechese, Sprachvarietät, Missionierung und die Einheitsübersetzung der Bibel.
Die Meinungen sind gespalten: Einige Priester nutzen Dialekt als lebendiges Mittel zur Kontaktaufnahme, während andere eine Banalisierung des Heiligen befürchten und die Hochsprache bevorzugen.
Jugendliche sollen laut der Arbeit als Akteure ernst genommen werden, wobei deren Sprache vor allem dort sinnvoll ist, wo sie von Jugendlichen selbst in die Liturgie eingebracht wird.
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